Anthropic-Krise: Mythos-Modell knackte US-Geheimsysteme in Stunden

Nach massiven Sicherheitsbedenken und Exportstopp deutet US-Präsident Trump eine Kehrtwende im Umgang mit Anthropics KI-Modellen an.

Der US-Präsident sieht die KI-Schmiede Anthropic nicht länger als Sicherheitsrisiko – und deutet eine Entspannung im Konflikt um deren Hochleistungsmodelle an.

Mythos-Modell knackte fast alle US-Geheimsysteme

Auslöser der Krise war ein spektakulärer Sicherheitstest. General Joshua Rudd, Chef der NSA und des Cyberkommandos, informierte Senator Mark Warner am 11. Juni über alarmierende Ergebnisse: Das KI-Modell Mythos von Anthropic hatte in einer sogenannten Red-Team-Übung nahezu alle US-Klassifizierungssysteme geknackt. Besonders beunruhigend: Der Durchbruch gelang innerhalb von Stunden, nicht Wochen.

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Bereits im Frühjahr hatte eine Vorschauversion von Mythos außergewöhnliche Fähigkeiten gezeigt. Das System identifizierte Zero-Day-Sicherheitslücken in gängigen Betriebssystemen und Browsern – darunter einen 27 Jahre alten Fehler im Betriebssystem OpenBSD.

Exportbeschränkungen trafen selbst engste Verbündete

Die US-Regierung reagierte umgehend. Am 12. Juni verhängte das Handelsministerium Exportkontrollen nach dem Export Control Reform Act. Die Modelle Mythos 5 und Fable 5 wurden als cybersicherheitsrelevante Waffen eingestuft und für ausländische Nutzer gesperrt.

Die Maßnahmen trafen hart: Selbst die Five-Eyes-Partner Australien, Kanada, Neuseeland und Großbritannien verloren den Zugang. Auch das britische AI Security Institute wurde ausgeschlossen. Experten warnten, dass diese Beschränkungen Netzwerkverteidigern entscheidende Werkzeuge vorenthalten könnten. Anthropic selbst betonte, dass ähnliche Schwachstellen auch in konkurrierenden KI-Modellen existieren dürften.

Enge Zusammenarbeit mit Geheimdiensten

Trotz des Konflikts arbeitet Anthropic eng mit US-Sicherheitsbehörden zusammen. Rund sechs Ingenieure des Unternehmens sind derzeit bei der NSA im Einsatz. Im Rahmen der Initiative Project Glasswing hat Anthropic mit etwa 200 Partnern – darunter Amazon, Google und Microsoft – über 23.000 Sicherheitslücken aufgespürt.

Die Eskalation wurde durch Erkenntnisse von Amazon-Forschern befeuert. Sie entdeckten eine Methode, das Fable-5-Modell zu kapern („Jailbreak“). Amazon-CEO Andy Jassy leitete die Ergebnisse direkt ans Weiße Haus weiter – ein entscheidender Faktor für die ursprüngliche Blockadehaltung.

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Entspannungssignale und geplante Sicherheitsprotokolle

Präsident Trump zeigte sich nun versöhnlich. In seinen Äußerungen vom 21. Juni lobte er Anthropic-CEO Dario Amodei und bezeichnete die jüngsten Maßnahmen des Unternehmens als „hochverantwortungsvoll“. Eine dauerhafte Abschaltung bestimmter Funktionen schloss er zwar nicht aus, betonte aber die Bedeutung der US-Führungsrolle im globalen KI-Wettlauf.

Anthropic bereitet die Wiederaufnahme des Dienstes vor. Ab dem 8. Juli soll eine verpflichtende Identitätsprüfung für Verbraucherkonten eingeführt werden – mit amtlichem Ausweis und biometrischen Daten.

Erste technische Anzeichen deuten auf eine baldige Rückkehr hin: Das Claude-Fable-5-Modell tauchte kürzlich in der Modellauswahl der Anthropic-Android-App wieder auf. Prognosemärkte schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Wiederherstellung der Dienste vor Juli auf 57 Prozent.