Anthropic mit 965 Milliarden bewertet: IPO-Einreichung am 1. Juni

KI-Unternehmen Anthropic sichert sich riesige Rechenkapazitäten und treibt Bewertung auf fast eine Billion Euro.

Der KI-Vorreiter Anthropic investiert in Rekordtempo in neue Rechenkapazitäten und treibt seine Bewertung auf fast eine Billion Euro. Das Unternehmen sichert sich Zugriff auf Hunderttausende Grafikprozessoren – und bereitet offenbar den Börsengang vor.

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Rechenleistung für Milliarden: Der Deal mit xAI

Anthropic hat einen der größten Infrastrukturverträge der KI-Branche abgeschlossen. Das Unternehmen aus San Francisco nutzt künftig die Colossus-1-Anlage von xAI im US-Bundesstaat Tennessee. Die Kosten sind gewaltig: 1,25 Milliarden Euro pro Monat zahlt Anthropic für 300 Megawatt Rechenkapazität – das entspricht rund 220.000 Grafikprozessoren (GPUs).

Der Vertrag läuft bis Mai 2029 und hat ein Gesamtvolumen von über 40 Milliarden Euro. Immerhin: Eine 90-tägige Kündigungsklausel gibt dem Unternehmen eine gewisse Flexibilität. Bereits jetzt hat Anthropic die Rate-Limits für sein Claude Code-angebot verdoppelt und die API-Grenzen für das Opus-Modell erhöht.

Doch damit nicht genug: Auch SpaceX steigt als sogenannter „Neo Cloud“-Anbieter ein. Die Colossus-Rechenzentren des Raumfahrtunternehmens liefern zusätzliche Prozessorleistung. Bisher verließ sich Anthropic vor allem auf Spezialanbieter wie CoreWeave – dessen Umsatz im ersten Quartal um 111,6 Prozent im Jahresvergleich explodierte. Der Auftragsbestand von CoreWeave liegt bei rund 100 Milliarden Euro.

Cloud-Riesen springen auf: AWS und Google liefern Chips

Neben den spektakulären Deals mit xAI und SpaceX setzt Anthropic auch auf die großen Cloud-Plattformen. Bei Amazon Web Services hat das Unternehmen bis zu 5 Gigawatt Kapazität auf den hauseigenen Trainium-Chips gebucht. Alphabet liefert über Google Cloud mehrere Gigawatt an Next-Generation-Tensor-Processing-Units (TPUs).

Der Bedarf an KI-Rechenleistung wächst schneller als noch vor einem halben Jahr prognostiziert, sagt Broadcom-CEO Hock Tan. Sein Unternehmen, ein zentraler Zulieferer für KI-Chips, meldete einen Rekordumsatz von 10,8 Milliarden Euro im Quartal. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Broadcom mit rund 56 Milliarden Euro – und Tan erwartet, dass dieser Trend mindestens bis 2028 anhält.

Bewertung von 965 Milliarden – und IPO in Sicht

Die Infrastruktur-Offensive folgt auf eine 65-Milliarden-Euro-Serie-H-Finanzierungsrunde, die Anthropic mit 965 Milliarden Euro bewertet. Zu den Investoren zählen Altimeter, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia sowie strategische Partner wie Amazon, Samsung und SK Hynix.

Der jährliche Umsatz des Unternehmens liegt inzwischen bei über 47 Milliarden Euro. Kein Wunder also, dass die Märkte gespannt auf den nächsten Schritt warten: Bereits am 1. Juni 2026 reichte Anthropic vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang (IPO) ein. Der Schritt fällt in eine Welle spektakulärer Marktdebüts – allen voran SpaceX, das bis zu 75 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 1,77 Billionen Euro einsammeln will.

Project Glasswing: Sicherheitsanalyse für kritische Infrastruktur

Anthropic weitet auch seine spezialisierten KI-Anwendungen aus. Das „Project Glasswing“ – eine Vorschau auf das Claude-Mythos-Modell zur Code-Sicherheitsanalyse – steht nun rund 150 Organisationen in über 15 Ländern zur Verfügung. Zu den neuen Partnern zählen die NATO, die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA, Samsung, SK Telecom sowie die Finanzriesen Euroclear und ICE.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: Teilnehmer des Vorschauprogramms haben bereits rund 10.000 Sicherheitslücken in Software identifiziert – zwei Drittel davon als kritisch eingestuft. Der Fokus liegt auf kritischer Infrastruktur in Bereichen wie Energie, Gesundheitswesen und Telekommunikation, unter anderem in Indien, Südkorea, Australien und mehreren europäischen Ländern.

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Snowflake investiert 200 Millionen in Claude-Integration

Im Bereich Unternehmensdaten hat Snowflake seine Partnerschaft mit Anthropic vertieft. Der Datenplattform-Spezialist investiert 200 Millionen Euro und integriert Claude-Modelle direkt in Snowflake Cortex AI. Nutzer können damit die sogenannten „agentischen“ Fähigkeiten von Claude für Self-Service-Analysen nutzen – ohne dass ihre Daten die Snowflake-Umgebung verlassen müssen.

Anthropic verspricht, dass sein Daten-Stack typische Probleme wie Mehrdeutigkeiten bei Entitäten und Abruffehler mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent löst. Ein Wert, der in der Branche für Aufsehen sorgt.