Anthropic-Modelle: USA setzen internationalen Zugang zu Mythos 5 und Fable 5 aus

Neue US-Regeln staffeln den Zugang zu KI-Chips; Nvidia darf H200-Prozessoren unter Auflagen an ausgewählte chinesische Kunden liefern.

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Das US-Handelsministerium weitet die Lizenzbeschränkungen für Hochleistungs-KI-Prozessoren sowie fortschrittliche Ausrüstung zur Halbleiterfertigung aus. Wie aus einem Bericht vom 14. Oktober 2026 hervorgeht, zielt die Maßnahme darauf ab, die Weitergabe von Dual-Use-Computing-Technologie an militärische Modernisierungsprogramme strategischer Konkurrenzländer zu unterbinden.

Parallel dazu setzte die US-Regierung den internationalen Zugang zu den neu gestarteten KI-Systemen Mythos 5 und Fable 5 des Anbieters Anthropic unter Verweis auf nationale Sicherheitsbedenken aus, was in Europa die Bemühungen um eigenständige Technologie-Kapazitäten verstärkt.

Dreistufiges Regelwerk für Halbleiterexporte

Das Handelsministerium erließ eine sogenannte Interim-Final-Regel, die drei abgestufte Kontrollkategorien für KI-kritische Halbleiter etabliert. Eine vollständige Lizenzausnahme gilt für 18 Verbündete und Partnerstaaten der USA. Demgegenüber stehen strikte Ausfuhrverbote für Länder, gegen die ein US-Waffenembargo verhängt ist.

Für sämtliche übrigen Staaten greifen verbindliche Lizenzanforderungen sowie feste Endnutzer-Quoten. Handelsministerin Gina Raimondo betonte in diesem Zusammenhang, dass mit zunehmender Leistungsfähigkeit der künstlichen Intelligenz auch die Risiken für die nationale Sicherheit der USA immer schwerwiegender würden.

Zusätzlich bereitet die US-Regierung neue Beschränkungen für Lieferungen von Nvidia-Prozessoren nach Malaysia und Thailand vor. Ziel dieses Entwurfs ist es, den Schmuggel moderner Halbleiter nach China über Drittstaaten einzudämmen.

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Handelsminister Howard Lutnick verwies darauf, dass Verbündete entsprechende KI-Chips erwerben dürfen, wenn diese von genehmigten US-Rechenzentrumsbetreibern betrieben werden. Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte hingegen, es gebe keinerlei Belege für eine illegale Umleitung von KI-Chips über diese Kanäle.

Einzelfallprüfungen und Sonderregeln für Nvidia

Flankierend zu den weltweiten Verschärfungen zeichnen sich für einzelne Halbleitergenerationen gesonderte Vorgaben ab. Das zuständige Bureau of Industry and Security prüft Ausfuhrgenehmigungen für Nvidias H200-Chips künftig im Rahmen von Einzelfallentscheidungen statt nach dem standardmäßigen Ablehnungsprinzip.

US-Präsident Trump genehmigte Nvidia den Export von H200-KI-Prozessoren an ausgewählte chinesische Kunden unter der Bedingung einer 25-prozentigen Exportgebühr. Nvidias leistungsstärkerer Spitzenchip Blackwell bleibt für den chinesischen Markt gesperrt.

Nvidia prüft aufgrund des Interesses chinesischer Abnehmer und der neuen Genehmigungslage die Einrichtung neuer Fertigungslinien für H200-Chips. Zugleich wies Jensen Huang auf bestehende Unsicherheiten bei der chinesischen Nachfrage hin, da Peking die Nutzung heimischer Halbleiter vorantreibe.

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Die Ausfuhren von Nvidia-KI-Chips nach China waren zuvor bereits um 44 Prozent eingebrochen, bedingt durch frühere US-Beschränkungen und die Zurückhaltung chinesischer Käufer gegenüber leistungsschwächeren Alternativmodellen.

Debatte um Exportrestriktionen bei KI-Modellen

Die staatlichen Eingriffe betreffen neben der Prozessor-Hardware zunehmend auch hochentwickelte Basismodelle. Nach der verhängten Exportblockade gegen Anthropics Modelle Fable und Mythos forderten Branchenvertreter und Wissenschaftler das Handelsministerium auf, die Kontrollen wieder aufzuheben.

US-Akteure seien auf den Zugriff auf führende Modelle angewiesen, um gegenüber Chinas technologischer Entwicklung nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die US-Administration hatte die Kontrollen zuvor damit begründet, dass sich Anthropic geweigert habe, ein ungelöstes Sicherheitsproblem zu beheben.