Anthropic öffnet Claude-Verzeichnis: Entwickler reichen Plugins direkt ein

Entwickler können Erweiterungen ohne formelle Partnerschaft einreichen; Anthropic kündigte zudem eine gemeinsame Suchfunktion für Claude an.

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Das KI-Unternehmen Anthropic hat am 25. September 2026 ein eigenes Verwaltungsportal für Entwickler freigeschaltet. Unter der Adresse claude.ai/directory/manage können Programmierer mit einem kostenpflichtigen Claude-Abonnement ab sofort eigene Connectoren auf Basis des Model Context Protocols (MCP) sowie GitHub-Plugin-Pakete direkt für das offizielle Claude-Verzeichnis einreichen.

Für die Einreichung ist keine formelle Partnerschaft mit Anthropic mehr erforderlich, zudem lässt sich der jeweilige Prüfstatus im Portal nachverfolgen.

Automatisierte Prüfung und detaillierte Nutzungsdaten

Alle eingereichten Erweiterungen durchlaufen eine automatische Validierung und Sicherheitsprüfung. Nach einer erfolgreichen Freigabe können Entwickler selbst festlegen, wann ihre Erweiterung öffentlich im Verzeichnis erscheinen soll. Die Richtlinien von Anthropic begrenzen das Kontingent pro Organisation auf bis zu 10 Einreichungen innerhalb von 24 Stunden, wobei Entwürfe und zurückgezogene Anträge auf dieses Limit angerechnet werden.

Sobald eine Erweiterung freigeschaltet ist, stellt das Dashboard umfangreiche Analysedaten bereit. Entwickler erhalten Einblick in Seitenaufrufe, eingegebene Suchbegriffe, Installationen nach Produktoberfläche und Version sowie allgemeine Nutzungszahlen und Fehlerraten.

Unterstützt werden dabei moderne Protokollfunktionen wie MCP 2.0 mit einem zustandslosen Kern, MCP Apps für interaktive Oberflächen direkt im Chat sowie Enterprise Managed Auth für Unternehmens-OAuth-Systeme.

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Das Spektrum der einreichbaren Software reicht von einzelnen Remote-MCP-Connectoren bis hin zu GitHub-Plugin-Paketen, die MCP-Server und Skills bündeln. Plugins für Claude Code können darüber hinaus Language Server Protocols (LSPs), Befehle, Hooks und Agenten enthalten.

Bestehende Skills, Connectoren und Plugins bleiben laut Unternehmensangaben unverändert gelistet. Zudem kündigte Anthropic an, in den kommenden Wochen eine einheitliche Entdeckungsfunktion über Claude und Claude Code hinweg auszurollen, ohne dass Entwickler dafür Anpassungen an ihren bestehenden Einträgen vornehmen müssen.

Erste Integrationen von Drittanbietern im Verzeichnis

Rund um die Öffnung des Verzeichnisses meldeten erste Softwareanbieter ihre Verfügbarkeit im Claude Connectors Directory. Das Datenunternehmen Senzing stellte einen Connector zur Identitätsauflösung bereit. Dieser erlaubt es technischen Teams, Identitätsgraphen lokal in die eigene Infrastruktur einzubinden, um Datenbestände für KI-Agenten und Geschäftsprozesse abzugleichen.

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Laut Senzing-Chef Jeff Jonas reduziere der Ansatz den personellen Aufwand bei der Datenverknüpfung im Vergleich zu anderen Marktangeboten erheblich und ermögliche eine Bereitstellung des ersten Graphen in Wochen statt Jahren.

Auch der Buchhaltungssoftwareanbieter FreshBooks gab die Integration seines MCP-Connectors bekannt. Anwender können ihr FreshBooks-Konto laut Unternehmensangaben innerhalb von etwa 30 Sekunden und ohne zusätzliche Konfiguration mit Claude verbinden, um Finanz- und Verwaltungsaufgaben mit kontrolliertem Datenzugriff abzuwickeln.

Eine FreshBooks-Umfrage unter mehr als 600 Kunden ergab, dass 60 Prozent der befragten Kleinunternehmer KI im Geschäftsbetrieb einsetzen. Unter den KI-Nutzern im Kundenkreis des Anbieters greifen nach Unternehmensangaben bereits 72 Prozent auf Claude zurück.

Derweil kursierende Berichte aus dem Newsletter AlphaSignal, wonach die MCP-Nutzung im Jahresvergleich um das 110-Fache gestiegen sei, wurden von Anthropic bislang nicht offiziell bestätigt.