Anthropic öffnet KI-Plugins für alle Unternehmen

Der KI-Entwickler veröffentlicht interne Tools, um Claude tief in Unternehmensprozesse zu integrieren und so spezialisierte Arbeitskräfte für jede Abteilung zu schaffen.

Anthropic macht seine KI zur maßgeschneiderten Arbeitskraft. Der KI-Entwickler stellt elf interne Plugins als Open Source bereit, um Firmen aller Größen individuelle KI-Assistenten zu ermöglichen. Die Tools sollen Claude in einen spezialisierten Mitarbeiter für jede Abteilung verwandeln.

Nur zwei Wochen nach dem Start der Cowork-Plattform setzt das Unternehmen den nächsten strategischen Schritt. Die neue Plugin-Architektur erlaubt es, den KI-Assistenten Claude tief in firmenspezifische Arbeitsabläufe zu integrieren. Von Vertragsprüfung in der Rechtsabteilung bis zur Kampagnenplanung im Marketing – die Plugins bündeln Fähigkeiten, Datenverbindungen und Befehle für komplexe Aufgaben.

KI-Demokratisierung für die Büroarbeit

Im Kern geht es darum, fortgeschrittene KI-Kapazitäten zu demokratisieren. Cowork, als Nachfolger der entwicklerzentrierten Claude Code, richtet sich explizit an normale Wissensarbeiter. Die Plattform erlaubt der KI, mit lokalen Dateien zu interagieren, Ordner zu organisieren und Projekte zu steuern.

Die Erweiterung um Plugins baut darauf auf. „Es geht darum, eine benutzerfreundliche, UI-zentrierte Variante einer mächtigen Funktion zu bringen“, erklärt Matt Piccolella vom Anthropic-Produktteam. Die Tools lassen sich direkt in der Claude-Desktop-Anwendung verwalten – ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen. Diese Herangehensweise senkt die Einstiegshürde für KI-gesteuerte Automatisierung erheblich.

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Elf Open-Source-Tools als Starter-Kit

Um die Akzeptanz zu beschleunigen, veröffentlicht Anthropic eine Sammlung von elf Plugins, die das Unternehmen intern entwickelt und genutzt hat. Sie dienen als Vorlagen und praktische Beispiele auf GitHub.

Die Kollektion umfasst:
* Allgemeine Produktivität: Tools für Aufgaben, Kalender und Workflows, die sich mit Plattformen wie Slack, Notion und Asana verbinden.
* Vertrieb und Support: Plugins für die Lead-Recherche, Ticket-Bearbeitung und Antwort-Erstellung, integriert mit CRMs wie HubSpot.
* Fachabteilungen: Spezialisierte Lösungen für Rechtsabteilungen (Vertragsprüfung), Finanzen (Datenanalyse) und Marketing (Kampagnenplanung).
* Meta-Plugin: Ein zentrales Werkzeug, das die Erstellung und Anpassung weiterer Plugins vereinfacht.

Ein Enterprise-Search-Plugin und sogar ein Tool für Bio-Forschung unterstreichen die Flexibilität der Plattform.

Strategischer Schachzug im Enterprise-KI-Rennen

Die Aktion wird als klarer Schachzug im Wettbewerb um Unternehmenskunden gewertet. Während Konkurrenten wie OpenAI und Microsoft auf breite Integrationen setzen, setzt Anthropic auf tiefe, anpassbare Automatisierung. Die Strategie zielt darauf ab, Claude zu einem unverzichtbaren, abteilungsübergreifenden Experten zu machen, der interne Prozesse lernt und adaptiert.

Das Plugin-System basiert auf denselben Prinzipien wie das Model Context Protocol (MCP), ein offener Standard zum Anschluss von KI-Tools an externe Datenquellen. Die Veröffentlichung der eigenen Tools als Open Source ist mehr als ein Produktrelease – es ist eine Einladung an die Wirtschaft, gemeinsam ein Ökosystem um Claude aufzubauen.

Die Zukunft: KI als spezialisierter Teamkollege

Die Open-Source-Plugins markieren einen Wendepunkt hin zu einer Zukunft, in der KI-Agenten hochspezialisierte Teammitglieder sind. Während Cowork sich noch in der Forschungsvorschau befindet, ist die Richtung klar.

Anthropic plant, das System basierend auf Nutzerfeedback schnell zu verbessern. Zukünftige Updates sollen Synchronisation über Geräte hinweg und eine Version für Windows-Nutzer bringen. Der Fokus liegt jetzt darauf, Unternehmen zu befähigen, neuartige Anwendungen für diese maßgeschneiderten KI-Agenten zu entdecken. Wenn Firmen beginnen, die Plugins an ihre proprietären Daten und Workflows anzupassen, könnte das wahre Potenzial kollaborativer KI im Arbeitsalltag freigesetzt werden.

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