Anthropic überholt OpenAI: 965-Milliarden-Bewertung nach Mega-Finanzierung

Anthropic steigt mit Rekordfinanzierung und neuem KI-Modell zum wertvollsten KI-Startup auf und übertrifft OpenAI.

Der KI-Entwickler Anthropic hat seinen Erzrivalen OpenAI überholt und ist mit einer Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar das wertvollste KI-Startup der Welt. Eine Rekord-Finanzierungsrunde und ein neues Spitzenmodell katapultieren das Unternehmen an die Spitze.

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Milliarden-Finanzierung treibt Bewertung nach oben

Die 65 Milliarden US-Dollar schwere Series-H-Runde, angeführt von Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital, hat Anthropics Wert mehr als verdoppelt. Im Februar lag die Bewertung noch bei 380 Milliarden US-Dollar. Zu den strategischen Investoren zählen Amazon, Samsung, Micron und SK Hynix.

Das Unternehmen zeigt beeindruckende Wachstumszahlen: Die annualisierte Umsatzrate liegt bei über 47 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Sprung von rund 30 Milliarden US-Dollar zu Jahresbeginn. Für das zweite Quartal 2026 erwartet Anthropic einen Umsatz von 10,9 Milliarden US-Dollar und den ersten Quartalsgewinn. Zum Vergleich: OpenAI kommt auf eine Umsatzrate von rund 25 Milliarden US-Dollar bei 900 Millionen wöchentlichen Nutzern. Beide Unternehmen bereiten offenbar Börsengänge vor, OpenAIs IPO wird bereits für September 2026 erwartet.

Claude Opus 4.8: Neues KI-Modell übertrifft Konkurrenz

Pünktlich zur Finanzierungsankündigung brachte Anthropic am 28. Mai sein neuestes Modell Claude Opus 4.8 auf den Markt. Es übertrifft laut Unternehmensangaben Wettbewerber wie GPT-5.5 und Gemini 3.1 Pro in spezialisierten Benchmarks – besonders bei Finanzanalysen, agentischem Programmieren und multidisziplinärem Denken.

Zu den neuen Funktionen gehören Dynamic Workflows, mit denen sich hunderte Unter-Agenten verwalten lassen, sowie Effort Control. Das Modell soll zudem transparenter mit Unsicherheiten in seinen Antworten umgehen. Die Preisgestaltung: fünf US-Dollar pro Million Input-Tokens und 25 US-Dollar pro Million Output-Tokens für die Standardversion, eine schnellere Variante kostet zehn beziehungsweise 50 US-Dollar. Claude ist das erste Spitzenmodell, das gleichzeitig über Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud verfügbar ist.

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Google und Meta unter Zugzwang

Google-CEO Sundar Pichai räumte in einem Interview ein, dass sein Unternehmen bei KI-Programmieragenten für komplexe Softwareaufgaben hinter Anthropic zurückliegt. Mit dem neuen Modell Gemini 3.5 Flash und dem internen Tool Antigravity 2.0, dessen Nutzung sich wöchentlich verdoppelt, will Google aufholen.

Parallel launchte Google mit AI Threat Defense eine Sicherheitsplattform für die Cloud, die mit Anthropics Claude Mythos und OpenAIs Daybreak konkurriert. Die Lösung kombiniert Gemini mit Mandiant-Bedrohungsdaten zur Priorisierung von Sicherheitsrisiken.

Meta-CEO Mark Zuckerberg kündigte indes an, dass die Investitionen des Konzerns in KI-Rechenzentren 2026 zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar liegen werden – ein klares Signal im Wettlauf um die Infrastruktur.

Rechenleistung für Milliarden: Die Deals hinter dem Erfolg

Ein Börsenprospekt von SpaceX enthüllte brisante Details: Anthropic zahlt monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar für die Anmietung von Colossus-Rechenzentren. Der 180-Tage-Vertrag sichert dem Unternehmen über 300 Megawatt Rechenleistung. SpaceX selbst plant einen Börsengang im Juni 2026 mit einer Bewertung zwischen 1,75 und zwei Billionen US-Dollar.

Während Anthropic expandiert, kämpft Elon Musks KI-Firma xAI mit Problemen. Aus dem Prospekt geht hervor, dass xAI und X fusioniert sind und einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar bei 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz verzeichnen. Seit Februar haben über 50 Forscher und Ingenieure das Unternehmen verlassen. Musk betonte dennoch seinen Einsatz für xAI, das unter anderem einen Pentagon-Auftrag über bis zu 200 Millionen US-Dollar an Land gezogen hat.