Das KI-Unternehmen Anthropic hat mit einer Rekord-Finanzierungsrunde eine Bewertung von umgerechnet rund 965 Milliarden Euro erzielt und damit den Rivalen OpenAI überholt.
Die sieben Mitgründer des Unternehmens schafften durch die jüngste Kapitalspritze den Sprung in den Bloomberg-Milliardärs-Index. Noch nie zuvor sind an einem einzigen Tag so viele Personen aus derselben Firma in die Top-500-Liste aufgenommen worden.
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Rekordbewertung und Kapitalzufluss
Die Finanzierungsrunde der Serie H brachte umgerechnet rund 65 Milliarden Euro ein. Angeführt wurde sie von Investoren wie Altimeter Capital, Dragoneer Investment Group, Greenoaks und Sequoia Capital. Rund 15 Milliarden Euro davon stammen von Cloud-Anbietern – allein Amazon steuerte umgerechnet fünf Milliarden Euro bei.
Mit der aktuellen Bewertung von rund 965 Milliarden Euro hat Anthropic den Konkurrenten OpenAI überholt, der zuletzt mit umgerechnet etwa 852 Milliarden Euro bewertet wurde. Das Unternehmen erzielt inzwischen einen annualisierten Umsatz von über 47 Milliarden Euro. Der rasante Wertanstieg ist auch auf die Expansion im Bereich Unternehmens-KI und Cybersicherheit zurückzuführen. Erst kürzlich brachte Anthropic sein neuestes Modell Claude Opus 4.8 auf den Markt.
Gründer werden zu Milliardären
Die sieben Mitgründer – Dario Amodei, Daniela Amodei, Tom Brown, Jack Clark, Jared Kaplan, Sam McCandlish und Christopher Olah – besitzen jeweils Anteile, die auf umgerechnet rund acht Milliarden Euro geschätzt werden. Bloomberg taxiert ihre individuellen Beteiligungen auf weniger als ein Prozent des Unternehmens. Andere Finanzanalysten gehen jedoch von bis zu 1,7 Prozent aus – das würde den Wert ihrer Anteile auf umgerechnet rund 16 Milliarden Euro pro Person steigen lassen.
Trotz des plötzlichen Vermögenszuwachses haben alle sieben Gründer zugesagt, 80 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. CEO Dario Amodei äußerte sich bereits mehrfach besorgt über die Konzentration von Reichtum in der KI-Branche. Diese Bedenken teilt auch Papst Leo XIV., der in einer aktuellen Enzyklika auf die gesellschaftlichen Auswirkungen künstlicher Intelligenz hinwies.
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Strategische Partnerschaften und Börsenpläne
Anthropic hat mehrere strategische Infrastruktur-Partnerschaften geschlossen, um sein Wachstum zu stemmen. Dazu gehören Unternehmen wie Samsung, SK Hynix und Micron. Das Claude-Modell ist derzeit über die großen Cloud-Plattformen verfügbar – darunter Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure.
Das Unternehmen bereitet sich derzeit auf einen Börsengang vor. Branchenbeobachter rechnen damit, dass dieser bereits im Herbst 2026 stattfinden könnte. Die Pläne für den Gang an die Börse kommen zu einer Zeit, in der Anthropic einen Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium über den militärischen Einsatz seiner KI-Technologie führt.
Während sich das Unternehmen auf das unmittelbare Wachstum konzentriert, deutet es bereits zukünftige Entwicklungen an. Ein neues Modell mit dem Codenamen „Mythos“ soll in den kommenden Wochen erscheinen und im High-End-Markt für generative KI weiter mithalten.

