Anthropic und Hg: KI-Beratung für Europa mit Büros in London und Berlin

Die geplante Firma soll KI-Lösungen in Kundenunternehmen umsetzen und Hg-Beteiligungen unterstützen; eine offizielle Bestätigung steht aus.

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Der KI-Entwickler Anthropic und der Londoner Private-Equity-Investor Hg bereiten Medienberichten zufolge den Aufbau einer gemeinsamen, eigenständigen KI-Beratungsgesellschaft für Europa vor.

Wie die Financial Times unter Berufung auf eingeweihte Personen berichtete, soll das neue Unternehmen Standorte in London sowie Berlin erhalten. Der operative Start sei bis Ende 2026 anvisiert. Eine offizielle Bestätigung der Pläne liegt bislang nicht vor; beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme gegenüber der Zeitung ab.

Für Anthropic stellt die geplante Gesellschaft die erste eigenständige Beratungseinheit in Europa dar. Zwischen dem KI-Unternehmen und Hg besteht bereits seit Anfang 2024 eine Kooperation. Das künftige Beratungsunternehmen soll laut den Berichten wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen und ohne dauerhafte finanzielle Stütze von Anthropic auskommen.

Die Finanzierung der Neugründung teilt sich demnach auf: Während Anthropic Mittel aus der eigenen Bilanz bereitstellen soll, beteiligt sich Hg über verwaltete Fonds einschließlich des HgCapital Trust. Zur Höhe der gemeinsamen Investitionssumme wurden keine Angaben bekannt.

Fokus auf White-Collar-Branchen und Portfoliounternehmen

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Das Einsatzmodell sieht vor, dass Berater und Ingenieure direkt in Kundenunternehmen tätig werden. Vor Ort sollen sie KI-Produkte entwickeln, diese in bestehende betriebliche Abläufe einbinden und bereits laufende Vorhaben begleiten. Die Zielgruppe umfasst vor allem B2B-Softwarefirmen, Dienstleister sowie weitere Unternehmen aus White-Collar-Branchen.

Zudem soll die neue Gesellschaft die Beteiligungen von Hg unterstützen, zu denen unter anderem Azets und AMDT gehören. Der Londoner Finanzinvestor, der nach eigenen Angaben ein Vermögen von über 110 Milliarden US-Dollar verwaltet (rund 95,7 Milliarden Euro), treibt das Thema KI bereits in den eigenen Reihen voran: In rund 60 Beteiligungen von Hg laufen nach Unternehmensangaben gegenwärtig 1.600 KI-Projekte. Zudem beschäftigt Hg bereits rund 150 eigene KI-Spezialisten. Die neu geplanten Kapazitäten sollen diese internen Teams ergänzen und nicht ersetzen.

Zunehmender Wettbewerb im wachsenden Markt für KI-Beratung

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Mit dem Vorhaben treten Anthropic und Hg in direkte Konkurrenz zu etablierten IT-Dienstleistern wie Accenture sowie den Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften Deloitte, EY, KPMG und PwC. Auch der Wettbewerber OpenAI hat Berichten zufolge bereits ein ähnliches Beratungsmodell in Zusammenarbeit mit Advent, Bain, TPG und Brookfield ins Leben gerufen.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund stark wachsender Ausgaben für externe KI-Expertise. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts Fortune Business Insights belief sich das weltweite Marktvolumen für KI-Beratung im Jahr 2025 auf 9,65 Milliarden US-Dollar. Für das Jahr 2026 prognostizieren die Marktforscher einen Anstieg auf 11,91 Milliarden US-Dollar, bevor das Marktvolumen bis 2034 auf 73,89 Milliarden US-Dollar anwachsen soll.