Die US-Regierung hat alle Bundesbehörden angewiesen, die Technologie des KI-Unternehmens Anthropic sofort zu stoppen. Verteidigungsminister Pete Hegseth stufte das Unternehmen zudem als Sicherheitsrisiko ein und sperrte es für alle Verträge mit dem Militär. Der drastische Schritt eskaliert einen Streit um ethische Grenzen für Militär-KI.
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Ethische „rote Linien“ als Zankapfel
Im Kern geht es um die Kontrolle über KI im militärischen Einsatz. Das Pentagon forderte, dass Anthropic sein leistungsstarkes KI-Modell Claude für „alle rechtmäßigen Zwecke“ freigibt – was uneingeschränkten Zugriff bedeutet hatte. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco weigerte sich. Es beharrte auf spezifischen Verboten: Keine Massenüberwachung von US-Bürgern und keine vollautonomen Waffensysteme ohne menschliche Kontrolle.
Diese ethischen „roten Linien“, so Anthropic-CEO Dario Amodei, waren der Hauptstreitpunkt. Das Pentagon setzte ein Ultimatum für Freitagabend. Als Anthropic nicht nachgab, folgten die harten Sanktionen. Das Unternehmen kündigte an, die Einstufung als Sicherheitsrisiko vor Gericht anzufechten. Sie sei „rechtlich haltlos“ und setze einen „gefährlichen Präzedenzfall“.
Vertragliches „Atomkriegs“-Szenario
Die Einstufung als „Lieferkettenrisiko“ ist eine extreme Maßnahme. Sie wird normalerweise Firmen mit Verbindungen zu gegnerischen Staaten vorbehalten. Die Erklärung von Minister Hegseth verbietet sofort jeden Geschäftsverkehr zwischen Anthropic und allen Pentagon-Zulieferern oder Partnern. Juristen sprechen vom „vertraglichen Äquivalent eines Atomkriegs“. Sie könnte das Regierungsgeschäft von Anthropic lahmlegen und auch private Kundenbeziehungen beschädigen.
Bis diese Woche war Anthropic die einzige KI-Firma, deren fortgeschrittenes Modell für die geheimen Netzwerke des Pentagons freigegeben war. Die Technologie war tief in sensible Operationen integriert. Die Regierung muss diese Systeme nun innerhalb einer sechsmonatigen Übergangsfrist ersetzen. Ein großer Vertrag im Volumen von bis zu 200 Millionen Euro wurde damit hinfällig.
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Machtkampf zwischen Staat und Tech-Giganten
Das Verbot schafft ein Machtvakuum, das Konkurrenten sofort füllen wollen. Kurz nach der Ankündigung erklärte der Rivale OpenAI, eine Vereinbarung zur Nutzung seiner eigenen Modelle in den geheimen Netzwerken des Verteidigungsministeriums getroffen zu haben – wahrscheinlich zu für das Pentagon genehmeren Bedingungen.
Die Entwicklung zeigt einen tiefen Riss in der KI-Branche. Einige Firmen buhlen um lukrative Rüstungsaufträge. Andere sind wegen der ethischen Implikationen zurückhaltender. Die harte Linie der Regierung sendet eine klare Botschaft: Nicht private Unternehmen, sondern der Staat diktiert die Regeln für den KI-Einsatz auf dem Schlachtfeld.
Präsident Trump hatte die Direktive auf Truth Social bekannt gegeben und das Unternehmen als „radikal links“ und „woke“ beschrieben. Minister Hegseth warf Anthropic auf X „Arroganz und Verrat“ vor. Das KI-Unternehmen bereitet nun einen Rechtsstreit vor, der zu einem wegweisenden Konflikt über Unternehmensethik, Staatsmacht und die Zukunft der KI in der Landesverteidigung werden könnte. Die gesamte Tech-Branche beobachtet gespannt, wie die Verantwortung von KI-Entwicklern im Zeitalter fortschrittender Militärtechnologie neu definiert wird.





