Anthropics Claude Cowork: KI-Assistent wird zum Workflow-Automaten

Anthropic erweitert seinen KI-Assistenten Claude Cowork mit einer Plugin-Architektur, die komplexe Geschäftsprozesse automatisieren soll. Die Ankündigung löste an den Börsen einen Kurssturz bei etablierten SaaS-Anbietern aus.

KI-Sicherheitsunternehmen Anthropic hat seinen Claude Cowork-Assistenten zu einer mächtigen Automationsplattform für Unternehmen ausgebaut. Mit einem Update vom 30. Januar 2026 führt das Unternehmen eine Plugin-Architektur ein, die komplexe Geschäftsprozesse über Abteilungen hinweg automatisieren soll. Die Ankündigung hat bereits heftige Reaktionen an den Finanzmärkten ausgelöst.

Elf Open-Source-Plugins für den Büroalltag

Herzstück der Erweiterung sind elf vorinstallierte, quelloffene Plugins für zentrale Geschäftsfunktionen. Sie sollen sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren und durch gebündelte Fähigkeiten, Datenanbindungen und spezialisierte Sub-Agenten Produktivität steigern. Nutzer können diese Werkzeuge direkt aus Cowork installieren, eigene Versionen hochladen oder mit dem mitgelieferten „Plugin Create“-Tool komplett neue entwickeln.

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Das Spektrum der ersten Plugins ist breit:
* Vertrieb & Marketing: Tools für die Recherche von Interessenten, die Vorbereitung von Angeboten, das Verfassen von Kampagnentexten und das Management von Produkteinführungen.
* Finanzen & Recht: Plugins zur Analyse von Finanzdaten, zum Erstellen von Modellen, zur Prüfung von Verträgen und zur Überwachung von Compliance.
* Daten & Kundenservice: Fähigkeiten zum Abfragen von Datensätzen, zur Visualisierung von Informationen, zum Priorisieren von Support-Tickets und zum Formulieren von Antworten.
* Produktivität & Management: Lösungen für Aufgaben-, Kalender- und Produktspezifikations-Management sowie die Suche in firmeninternen Dokumenten.

Die dateibasierten Plugins sind auch auf GitHub verfügbar, was eine Community zur Weiterentwicklung anregen soll. Das Ziel: Jedes Unternehmen kann sich so seinen maßgeschneiderten KI-Assistenten für einheitlichere und effizientere Abläufe bauen.

Börsenschock: KI als direkter Konkurrent etablierter Anbieter

Die Markteinführung dieser mächtigen Automatisierungswerkzeuge, insbesondere des Rechts-Plugins, löste einen sofortigen und deutlichen Kurssturz an der Börse aus. Die Aktien großer Anbieter von Fachinformationen, Analysen und Rechtssoftware brachen ein, als Investoren die wachsende KI-Konkurrenz fürchteten.

Unternehmen wie RELX Plc und Wolters Kluwer NV verloren über zehn Prozent an Wert, Thomson Reuters verzeichnete ähnliche Verluste im außerbörslichen Handel. Analysten deuten die heftige Reaktion als Sinneswandel: Künstliche Intelligenz wird nicht länger nur als unterstützendes Werkzeug, sondern zunehmend als direkter Wettbewerber zu etablierten Software-as-a-Service (SaaS)-Geschäftsmodellen wahrgenommen.

Einige sprechen bereits von einer „SaaSpocalypse“. Die Befürchtung: Plattformen wie Claude könnten bestehende Daten- und Workflow-Anbieter verdrängen, indem sie integrierte, branchenspezifische Lösungen anbieten. Die Auswirkungen trafen auch indische IT-Dienstleister, deren Kurse fielen, weil die neuen Tools häufig outgesourcte Backoffice- und Compliance-Aufgaben automatisieren könnten. Analysten von Morgan Stanley sehen den Schritt als Intensivierung des Wettbewerbs im Profi-Dienstleistungssektor – zum Nachteil der etablierten Player.

Vom Assistenten zum autonomen „Agenten“

Claude Cowork ist als „agentische“ KI konzipiert. Das bedeutet, sie kann ein übergeordnetes Ziel verstehen, einen Plan erstellen und mehrstufige Aufgaben mit einem gewissen Grad an Autonomie ausführen. Durch Zugriff auf einen lokalen Ordner kann Claude bereits komplexe Operationen durchführen, etwa Dateien neu organisieren, Tabellen aus Screenshots von Notizen erstellen oder Berichte aus verstreuten Dokumenten verfassen.

Die Plugins erweitern diese Fähigkeiten dramatisch. Ein Vertriebsmitarbeiter könnte beispielsweise ein Plugin bauen, das Cowork mit einer CRM-Plattform verbindet, um automatisch Kundendaten abzurufen. Der Nutzen solcher Integrationen ist bereits belegt: Anthropic gab bekannt, dass die NASA Claude bereits einsetzt, um Fahrbefehle für den Mars-Rover „Perseverance“ zu generieren – und damit die benötigte Zeit halbierte.

Ausblick: Private Plugin-Kataloge für Unternehmen

Für Anthropic ist dies erst der Anfang des Vorstoßes in die Unternehmensautomatisierung. In den kommenden Wochen plant das Unternehmen eine erweiterte Version des Plugin-Systems. Sie wird es Organisationen ermöglichen, private, interne Plugin-Kataloge für ihre Mitarbeiter einzurichten.

Unternehmen könnten dann proprietäre Tools entwickeln und sicher teilen, die exakt auf ihre betrieblichen Anforderungen zugeschnitten sind. Das würde KI noch tiefer in ihre Kernprozesse einbetten. Die nächste Grenze liegt in noch engerer Integration: Die Fähigkeit von Cowork, nicht nur Daten aus anderen Anwendungen zu lesen, sondern auch Aktionen in ihnen auszuführen – etwa ein Design in Figma zu aktualisieren oder eine Aufgabe in Asana zuzuweisen.

Während die Märkte noch mit dem disruptiven Potenzial hadern, verfolgt Anthropic unbeirrt seine Vision eines KI-gestützten Mitarbeiters, der einige der komplexesten und zeitaufwändigsten Aufgaben im modernen Arbeitsumfeld übernehmen kann.

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