Anthropics Claude: KI-Assistent bleibt dauerhaft werbefrei

Anthropic stellt seinen KI-Assistenten Claude dauerhaft auf eine werbefreie Basis und setzt damit auf Abonnements und Unternehmensverträge als alternatives Geschäftsmodell.

Anthropic stellt seinen KI-Assistenten Claude dauerhaft auf eine werbefreie Basis. Die Entscheidung ist eine klare Absage an das Werbegeschäft und setzt den Konkurrenten ein alternatives Geschäftsmodell entgegen.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem einzigartigen Charakter von KI-Gesprächen. Im Gegensatz zu Suchmaschinen oder sozialen Medien seien diese oft persönlich, sensibel oder komplex. Werbung in diesem Kontext wäre unpassend und würde das essentielle Vertrauensverhältnis zwischen Nutzer und KI untergraben. „Claudes einziger Anreiz ist es, die hilfreichste Antwort zu geben – frei von kommerziellem Einfluss“, so die Kernbotschaft.

Strategische Abgrenzung im Wettbewerb

Die Ankündigung markiert einen deutlichen Gegensatz zu Wettbewerbern wie OpenAI. Dessen KI ChatGPT testet seit Januar Werbung in den USA für kostenlose und günstige Tarife. Anthropic positioniert sich damit gezielt für Nutzer und Unternehmen, die Privatsphäre und eine unverfälschte Nutzererfahrung priorisieren.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert künftig ausschließlich auf Unternehmensverträgen und bezahlten Abonnements. Die daraus generierten Einnahmen fließen in Forschung und die Verbesserung von Claude. Als Public Benefit Corporation sieht Anthropic in diesem Weg einen Weg, den Zugang zu KI-Tools zu erweitern, ohne Nutzeraufmerksamkeit oder Daten zu verkaufen.

Anzeige

Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI-Systeme in der EU – viele Firmen unterschätzen die Anforderungen an Dokumentation, Kennzeichnung und Risikobewertung. Dieses kostenlose E‑Book erklärt praxisnah, welche Pflichten jetzt für Anbieter und Nutzer von KI-Assistenten wie Claude gelten, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren und welche Übergangsfristen Sie beachten müssen. Ideal für Unternehmen, Entwickler und Compliance-Verantwortliche. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur EU-KI-Verordnung herunterladen

Keine Werbung, aber „agentischer“ Handel

Während die Tür für Werbung geschlossen wird, ist Handel nicht komplett tabu. Anthropic erforscht sogenannten „agentischen Commerce“. Dabei könnte Claude im Auftrag des Nutzers eigenständig Einkäufe oder Buchungen abwickeln – vom Start bis zum Abschluss.

Der Nutzer behält die Kontrolle, die KI wird vom Informationsgeber zum ausführenden Assistenten. Zudem plant Anthropic, sein Ökosystem mit Drittanbieter-Tools wie Asana, Figma und Canva auszubauen. Leitprinzip bleibt: Jede Interaktion muss vom Nutzer initiiert werden, nicht von einem Werbetreibenden.

Weichenstellung für die Branche

Die klare Absage an ein werbefinanziertes Modell ist ein Wendepunkt in der Debatte um die Zukunft der KI. Anthropic setzt auf die Bereitschaft der Nutzer, für eine werbefreie, private und fokussierte KI-Erfahrung zu bezahlen. Ob KI-Assistenten vertrauenswürdige Berater oder neue Werbeplattformen sein sollen, wird die Branche in den kommenden Monaten beschäftigen. Der Erfolg von Anthropics Strategie wird genau beobachtet werden.