KI-Assistenten werden zu autonomen Arbeitskräften – und greifen direkt auf die Festplatte zu. Anthropics neues Tool „Cowork“ markiert einen Wendepunkt für Wissensarbeiter.
Die Ära der passiven KI-Helfer ist vorbei. Statt auf Befehle zu warten, planen und handeln moderne KI-Agenten nun eigenständig. Der KI-Sicherheitsspezialist Anthropic treibt diesen Wandel mit „Cowork“ voran. Das Tool erlaubt seiner KI Claude, direkt auf lokale Dateien zuzugreifen und ganze Workflows zu automatisieren. Diese Entwicklung ist Teil einer breiten Bewegung: In den letzten Tagen kündigten Unternehmen aus Reise, Einzelhandel und Industrie ähnliche autonome KI-Systeme an. Die KI wandelt sich vom Co-Piloten zum vollwertigen Delegierten.
Vom Befehl zum ausführenden Agenten
Der Kern des Fortschritts liegt im Sprung von einfachen Chat-Bots zu handlungsfähigen Agenten. Diese können Ziele setzen, Zwischenschritte planen und eine Abfolge von Aktionen ausführen. „Cowork“ baut auf der Technologie von Anthropics „Claude Code“ auf, macht sie aber für Nicht-Entwickler nutzbar. Die KI erhält über eine grafische Oberfläche gezielte Berechtigungen für bestimmte Ordner auf dem macOS-Desktop.
Passend zum Thema autonome KI-Agenten: Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für KI‑Systeme – und wer agentische Modelle mit Dateizugriff einsetzt, muss jetzt klare Dokumentationen und Risikobewertungen liefern. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt verständlich, welche Pflichten (Kennzeichnung, Risikoklassen, Nachweise) auf Anbieter und Anwender zukommen und welche Schritte Sie sofort umsetzen sollten, um Bußgelder zu vermeiden. Ideal für Unternehmen, die Tools wie Anthropics ‚Cowork‘ einsetzen. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Ein durchdachtes Sicherheitskonzept, das sandboxed file access model, hält die KI in diesen erlaubten Bereichen. So kann ein Agent komplexe Projekte bearbeiten: Auf einen Befehl hin analysiert er Umsatzdaten in einer lokalen Tabellenkalkulation, erstellt eine Präsentation und mailt sie an das Team. Diese nahtlose Verbindung von lokalen Dateien und Web-Aufgaben zentralisiert die Arbeitssteuerung in einem einzigen Gespräch mit der KI.
Unternehmen setzen auf spezialisierte KI-Assistenten
Die Integration autonomer KI ist längst kein Nischenphänomen mehr. Branchenübergreifend bauen Unternehmen agentische KI in ihre Kernsoftware ein.
- Reisebranche: Der Technologie-Riese Sabre kooperiert mit BizTrip AI, um KI-Assistenten für Geschäftsreisen zu entwickeln. Diese sollen komplexe Buchungen abwickeln und Reiserichtlinien durchsetzen.
- Fundraising: Der Anbieter Kindsight hat KI-Tools direkt in seine CRM-Plattform integriert. Sie automatisieren die Spenderansprache und steigern so die Produktivität.
- Einzelhandel: Lenovo brachte „AI Retail Assistants“ für Verkaufsmitarbeiter auf den Markt. Sie unterstützen in Echtzeit und verwalten Ladenabläufe, um Ausfallzeiten zu vermeiden.
- Industrie: Kyndryl und die Wayne State University arbeiten an einer KI-gesteuerten Fertigungsplattform. Intelligente Agenten sollen dort Störungen auf der Werkstattfläche erkennen und anpassen.
Der Markt wandelt sich grundlegend
Großkonzerne treiben die Entwicklung massiv voran. Meta kaufte das Unternehmen Manus, um seine Chatbots in handlungsfähige Agenten zu verwandeln. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PwC, KPMG, Deloitte und EY setzen bereits eigene KI-Agenten für Buchhaltung und Prüfungsaufgaben ein.
Branchenanalysen sagen eine rasante Verbreitung voraus. Bis Ende 2026 könnten bis zu 80 Prozent aller Unternehmensanwendungen integrierte KI-Agenten enthalten. Der Trend geht klar weg von separaten KI-Apps hin zur Einbettung autonomer Fähigkeiten in die täglich genutzte Software.
Die Zentralisierung der digitalen Arbeit – und ihre Risiken
Die neue KI-Generation zentralisiert digitale Arbeit. Statt zwischen CRM-System, Tabellenkalkulation und E-Mail-Client zu wechseln, delegiert der Nutzer den gesamten Prozess an einen Agenten. Das spart Zeit: Erste Berichte zeigen, dass Mitarbeiter pro KI-Interaktion bereits erhebliche Zeit einsparen.
Doch die neue Autonomie bringt Herausforderungen mit sich. Die Sicherheit steht an erster Stelle. Mehrere Sicherheitsfirmen stufen KI-Agenten mit Dateisystem-Zugriff als potenzielle Gefahrenquelle für 2026 ein. Die Industrie muss neue Governance-Modelle entwickeln, um diese mächtigen Tools zu kontrollieren. Laut Gartner wird der Anteil der Unternehmensanwendungen mit KI-Agenten von unter 5 Prozent in 2025 auf 40 Prozent Ende 2026 steigen – die Dringlichkeit für klare Regeln ist also hoch.
Ausblick: Der Mensch bleibt der Dirigent
Die Integration von KI-Agenten wird Berufsbilder verändern, aber den Menschen nicht ersetzen. Der Konsens lautet: Die Tools sollen Mitarbeiter entlasten und empowern. Sie automatisieren repetitive Aufgaben und schaffen Raum für strategische und kreative Arbeit.
Diese Zusammenarbeit wird neue Rollen hervorbringen, wie den „KI-Orchestrator“, der Teams spezialisierter Agenten leitet, oder den „KI-Governance-Beauftragten“, der deren Entscheidungen überwacht. Die Entwicklungen der letzten Woche machen deutlich: Die Ära, in der KI echte Arbeit übernimmt, hat begonnen. Aus passiven Werkzeugen werden aktive, intelligente Partner.
PS: Die rasche Verbreitung handlungsfähiger KI stellt Sicherheits‑ und Compliance‑Fragen in den Vordergrund. Unser gratis E‑Book zur KI‑Verordnung fasst Übergangsfristen, Dokumentationsanforderungen und praktische Umsetzungsschritte für Unternehmen zusammen – inklusive Checkliste für den verantwortungsvollen Einsatz von Agenten mit Dateizugriff. Wenn Sie KI‑Agenten in Workflows delegieren, sollten Sie die Compliance jetzt prüfen, bevor Fristen ablaufen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI‑Verordnung sichern





