Sicherheitsbehörden und Entwicklerteams weisen verstärkt auf Schwachstellen in frei verfügbarer Bürosoftware hin. Das französische CERT-FR veröffentlichte laut einem Bericht vom 5. November 2026 die Sicherheitswarnung CERTFR-2026-AVI-1463. Das Dokument thematisiert mehrere Schwachstellen in Apache OpenOffice, von denen Programmversionen vor der Ausgabe 4.1.17 betroffen sind.
Die identifizierten Risiken reichen von der Ausführung von beliebigem Schadcode aus der Ferne über den Verlust von Vertraulichkeit und Datenintegrität bis hin zur Umgehung bestehender Sicherheitsrichtlinien sowie Denial-of-Service-Zuständen. Als empfohlene Maßnahme benennt CERT-FR das Einspielen der vom Hersteller bereitgestellten Patches.
Zwölf Schwachstellen in Apache OpenOffice behoben
Die Apache Software Foundation (ASF) legte Details zu insgesamt zwölf Sicherheitslücken vor, die mit der Version Apache OpenOffice 4.1.17 geschlossen wurden. Neun dieser Schwachstellen wurden mit dem Schweregrad „Important“ bewertet.
Betroffen sind die Bezeichner CVE-2026-59263, CVE-2026-59264, CVE-2026-59267, CVE-2026-59268, CVE-2026-90624, CVE-2026-90626, CVE-2026-90627, CVE-2026-90628, CVE-2026-90629, CVE-2026-90631, CVE-2026-90632 sowie CVE-2026-90634.
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Auch deutsche Behörden warnen vor den Risiken. Das BSI CERT-Bund meldete unter der Kennung WID-SEC-2026-4332, dass Angreifer die Schwachstellen in Apache OpenOffice ausnutzen können, um Programmcode auszuführen, einen Denial of Service zu erzeugen oder vertrauliche Informationen offenzulegen.
Die Einstufung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erfolgt mit dem Schweregrad mittel. Anwendern von Version 4.1.16 und älteren Ausgaben wird zu einer zeitnahen Aktualisierung auf die Version 4.1.17 geraten.
Sicherheitsanalysen und Fehlerkorrekturen bei LibreOffice
Neben Apache OpenOffice stehen auch andere weit verbreitete Programmpakete im Fokus von Sicherheitsüberprüfungen. The Document Foundation meldete eine behobene Schwachstelle in LibreOffice, die den dBASE-Datenbanktreiber betrifft. Beim Laden von Indexseiten mit der Dateiendung .ndx konnte es zu einem Heap-Buffer-Overflow kommen. Zudem bestand die Gefahr einer endlosen Rekursion bei selbstreferenzierenden Indexseiten.
Die Schwachstelle in LibreOffice wurde im Rahmen einer Open-Source-Sicherheitsanalyse durch den Anthropic-Agenten „Claude“ aufgespürt und von Ada Logics verifiziert. An dem Prozess waren zudem anonyme Forscher über die TrendAI Zero Day Initiative beteiligt.
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Geschlossen wurden die Lücken in den Versionen LibreOffice 26.2.6 und 26.8.1; als aktuelle Versionen gelten 26.2.7 beziehungsweise 26.8.2. Ein separates WID-Advisory des BSI, über das am 4. November 2026 berichtet wurde, stuft das Risiko durch mehrere Schwachstellen für lokale Angreifer in LibreOffice ebenfalls mit dem Schweregrad mittel ein.
Darüber hinaus listet ein Bericht vom 5. November 2026 das Security Advisory ALSA-2020:4628 von AlmaLinux mit dem Schweregrad Low auf. Dieses betrifft die Paketstände libreoffice 6.3.6.2, libcmis 0.5.2 und liborcus 0.14.1 für Enterprise-Distributionen. Die Dokumentationen der Hersteller und Behörden unterstreichen die Notwendigkeit, bestehende Softwareinstallationen im Bereich der Büroanwendungen regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen.

