App Store Tracking: Apple zeichnet jeden Tipp auf – ohne Opt-out

Apples neue Funktion "Personalized Collections" zeichnet jede Bildschirmberührung auf. Sicherheitsforscher bemängeln fehlende Opt-out-Möglichkeit und unverschlüsselte Datenübertragung.

Apple hat im Juni 2026 eine Funktion namens „Personalized Collections“ im App Store eingeführt – und damit prompt Sicherheitsexperten auf den Plan gerufen. Die Bedenken: Die personalisierten App-Vorschläge erfordern eine Datensammlung, die weit über das hinausgeht, was Nutzer bislang gewohnt sind.

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Jeder Tipp wird aufgezeichnet

Sicherheitsforscher von Mysk berichten am heutigen Mittwoch, dass der App Store inzwischen jede Berührung des Bildschirms registriert. Das System kann demnach sogar die Tippgeschwindigkeit eines Nutzers berechnen und Interaktionsmuster analysieren. Ziel ist es, die KI-gesteuerten Empfehlungen zu verfeinern – basierend auf individuellen Interessen, Download-Historie und Aktivitätsprofilen.

Die Analyse-Daten sind direkt mit dem jeweiligen Nutzerkonto verknüpft. Ein sichtbarer Opt-out-Schalter fehlt bislang. Besonders brisant: Die Protokolle tauchen in den persönlichen Daten-Dumps auf, die Nutzer über Apples Datenschutzportal anfordern können. Einige Sicherheitsexperten kritisieren zudem, dass die Daten unverschlüsselt übertragen werden – ein Widerspruch zu Apples öffentlich zelebrierter Datenschutz-Philosophie.

Marketing-Offensive und KI-Integration

Die „Personalized Collections“ sind Teil einer umfassenden Neugestaltung des App Stores, die Apple auf der WWDC im Juni 2026 vorgestellt hat. Dazu gehören „App Notes“ – ein KI-gestütztes Empfehlungstool, das lokal auf dem Gerät läuft – sowie aufwendigere Suchanzeigen mit Header-Bildern und Videos.

Apple hat zudem neue Infrastruktur für Entwickler angekündigt: Künftig sind Live-Updates möglich, ohne dass ein komplettes App-Update über den Store nötig ist. Ermöglicht wird dies durch das neue AgentKit-Framework. Es führt mehrstufige KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät aus – ohne Cloud-Zugriff. Ersten Leistungsdaten zufolge erreicht ein 7-Milliarden-Parameter-Modell auf dem iPhone 17 Pro eine Inferenz-Latenz von rund 1,2 Sekunden pro Schritt.

Strengere Regeln, neue Adressen

Parallel zu den neuen Funktionen hat Apple die Durchsetzung seiner App-Store-Richtlinien verschärft. In den vergangenen Tagen entfernte das Unternehmen mehrere Anwendungen, die gegen die Abschnitte 5.1.1 und 5.1.2 verstießen. Diese Apps hatten Standortdaten ohne ausdrückliche Zustimmung an Dritte weitergegeben.

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Auch die Datenschutz-Funktion „Hide My Email“ wird umgestellt. Apple wechselt die anonymen Adressen von der bisherigen @icloud.com-Domain auf @private.icloud.com. Bestehende Adressen bleiben funktionsfähig. Branchenbeobachter vermuten jedoch, dass Websites und Apps künftig leichter erkennen können, ob sich jemand mit einer anonymen Adresse anmeldet – und diese blockieren könnten.

Die „Personalized Collections“ und die zugehörige Nachverfolgung werden seit dieser Woche für englischsprachige Nutzer in den USA ausgerollt. Eine öffentliche Beta der umfassenderen KI- und Entwickler-Frameworks soll im Juli folgen. Der allgemeine Start ist für September geplant – zusammen mit iOS 20 und macOS 16.