Eine Welle neuer Gesetze in US-Bundesstaaten zwingt Apple und Google zu strengerer Alterskontrolle. Der Vorstoß stellt die Tech-Giganten vor massive operative und rechtliche Herausforderungen.
Alabama prescht vor – und könnte zum Vorbild für das ganze Land werden. Der Bundesstaat hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der Apple’s App Store und den Google Play Store zu umfassenden Alterskontrollen verpflichten würde. Das sogenannte HB161 verlangt eine Altersverifikation vor jedem Download oder In-App-Kauf. Bei Minderjährigen muss ein Elternteil zustimmen. Der Entwurf genießt breite, parteiübergreifende Unterstützung und hat erste Hürden im Parlament bereits klar genommen.
Koordinierte Offensive der Bundesstaaten
Alabama ist kein Einzelfall. Die Initiative ist Teil einer koordinierten Multi-Staaten-Strategie. In mindestens zehn weiteren Bundesstaaten – darunter Florida, Ohio und Virginia – liegen ähnliche Gesetzesvorlagen auf dem Tisch. In Kansas und New Hampshire fanden vergangene Woche bereits Anhörungen statt.
Staatliche Vorstöße könnten die Erhebung sensibler Identitäts‑ und Biometriedaten zur Folge haben – für Entwickler und Plattformbetreiber stehen komplexe Prüf‑ und Dokumentationspflichten an. Eine datenschutzrechtlich saubere Datenschutz‑Folgenabschätzung (DSFA) hilft, Risiken systematisch zu bewerten und Nachweisdokumente zu erstellen. Der kostenlose E‑Book‑Leitfaden enthält praxisnahe Muster‑Vorlagen, Checklisten und Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen speziell für App‑Projekte. Schützen Sie Ihr Team vor Rechtsrisiken und Bußgeldern. Jetzt kostenlosen DSFA-Leitfaden herunterladen
Getrieben wird die Bewegung von Advocacy-Gruppen wie der Digital Childhood Alliance. Diese stellt Muster-Gesetzestexte zur Verfügung. Die Kernforderung ist überall identisch: Die App-Stores als Gatekeeper sollen in die Pflicht genommen werden, nicht mehr die einzelnen Entwickler. Sie müssen das Alter überprüfen und bei Minderjährigen eine nachweisbare elterliche Einwilligung einholen.
Ungewöhnliche Allianzen im Tech-Sektor
Die Debatte spaltet die Tech-Branche in ungewohnte Lager. Meta, das Mutterunternehmen von Facebook, unterstützt den Vorstoß in Alabama offenbar aktiv und finanziert die Digital Childhood Alliance. Damit stellt es sich gegen Apple und Google.
Deren Branchenverband, die Computer and Communications Industry Association, warnt hingegen vor den Risiken. Die Gesetze könnten die Erfassung sensibler biometrischer oder Identitätsdaten erzwingen – und damit neue Datenschutzprobleme schaffen. Ein Bundesrichter stoppte im Dezember 2025 ein ähnliches Gesetz in Texas vorläufig mit Verweis auf das First Amendment, die US-Verfassungsgarantie der Meinungsfreiheit. Diese Rechtsunsicherheit lastet auf allen neuen Vorstößen.
App-Entwickler müssen sich umstellen
Die Gesetze bauen auf Regelungen aus dem Jahr 2025 auf. Damals führten Texas, Utah und Louisiana als erste Staaten eine Verantwortungsverschiebung zu den App-Stores ein. Apple und Google reagierten mit neuen Tools für Entwickler: Apple stellte seine „Declared Age Range API“ vor, Google die „Play Age Signals API“. Beide sollen Apps Alterskategorien mitteilen, ohne das genaue Geburtsdatum preiszugeben.
Für Entwickler bedeutet dies konkret: Sie müssen diese APIs integrieren und ihre Nutzerführung anpassen, um Inhalte und Features je nach Altersgruppe zu sperren oder freizugeben. Es entsteht ein Modell geteilter Verantwortung zwischen Plattform und App-Hersteller.
Flickenteppich an Regelungen droht
Die Folge der staatlichen Einzelinitiativen ist absehbar: ein undurchsichtiger Flickenteppich unterschiedlicher Vorschriften in den USA. Für Apple, Google und Hunderttausende Entwickler wird die Compliance zur logistischen und technischen Mammutaufgabe.
Der weitere Weg des Alabama-Gesetzes wird richtungsweisend sein. Seine Verabschiedung würde den Druck auf andere Bundesstaaten deutlich erhöhen. Während das Bundesgesetz COPPA den Kinderschutz online lange regelte, greifen die Staaten nun direkt das Geschäftsmodell der größten App-Marktplätze der Welt an. Der Balanceakt zwischen Sicherheit, Privatsphäre und Innovationsfähigkeit wird zur zentralen Herausforderung für die gesamte Branche.
PS: Wenn Altersverifikationen und API‑Integrationen persönliche Daten berühren, ist schnelles Handeln gefragt. Unser Gratis‑E‑Book erklärt, wann eine DSFA Pflicht wird, liefert sofort nutzbare Word‑Vorlagen, klare Checklisten und Beispielprozesse für die Zusammenarbeit mit App‑Stores – praktisch für Entwicklerteams und Compliance‑Verantwortliche, die neue Alters‑APIs rechtssicher einführen wollen. Sofort umsetzbar, ohne juristischen Ballast. Gratis DSFA‑E‑Book & Vorlagen anfordern





