Apple hat im abgelaufenen Quartal erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar Umsatz geknackt – doch steigende Speicherchip-Preise und Lieferengpässe trüben den Ausblick. Hinzu kommt: Tim Cook bereitet seinen Abschied vor.
Der iPhone-Konzern meldet für das dritte Fiskalquartal (bis 27. Juni 2026) einen Umsatz von 109,4 Milliarden Dollar – ein Plus von 16 Prozent im Jahresvergleich. Getragen wird das Wachstum vor allem von starker Nachfrage nach iPhone und Mac. Doch die Euphorie hat einen Haken: Die Kosten für Speicherchips explodieren, und Konzernchef Tim Cook warnt vor einem „Jahrhundert-Hochwasser“ bei den Komponentenpreisen. Für Anleger dürfte zudem die Nachricht schwer wiegen, dass Cook seinen Posten zum 1. September abgibt.
Rekordzahlen bei iPhone und Mac – iPad schwächelt
Die Hardware-Sparte liefert weiterhin die stärksten Impulse. Der iPhone-Umsatz stieg um rund 22 Prozent auf 54,3 Milliarden Dollar. Noch dynamischer entwickelte sich das Mac-Geschäft: Mit einem Plus von 29 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar verzeichnet die Computermarke ihr bestes Quartal der Geschichte. Auch die Dienstleistungssparte wächst solide und steuert 30,7 Milliarden Dollar bei.
Einziger Wermutstropfen im Produktportfolio: Das iPad musste einen Rückgang von etwa sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar hinnehmen. Unterm Strich bleibt der Gewinn beeindruckend: Bei einer Bruttomarge von 50,1 Prozent erwirtschaftete Apple einen Nettogewinn von 29,8 Milliarden Dollar. Rund elf Cent pro Aktie stammen dabei aus Zollrückerstattungen.
Doch die Zeiten günstiger Komponenten sind vorbei. Bereits im Frühsommer hatte Apple die Preise mehrerer Mac- und iPad-Modelle um 150 bis 300 Dollar angehoben – eine direkte Reaktion auf die massiv gestiegenen Kosten für Speicherchips. Laut Unternehmensangaben haben sich die Preise für diese Bauteile binnen zwei Jahren um bis zu 600 Prozent verteuert.
Lieferketten unter Druck: Apples Strategie gegen Engpässe
Die Probleme sind jedoch nicht allein auf Speicherchips beschränkt. Im Gespräch mit Analysten warnte Tim Cook vor einem „Nachfrageprognose-Problem“ bei modernen Chip-Fertigungsverfahren. Konkret nannte er Engpässe bei der 3-Nanometer-Kapazität des Auftragsfertigers TSMC. Diese modernste Fertigungstechnologie wird auch von Branchengrößen wie Nvidia und Google stark nachgefragt – das Angebot ist entsprechend knapp.
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Apple reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Die Lagerbestände wurden massiv aufgestockt und liegen nun bei 11,1 Milliarden Dollar – fast doppelt so viel wie noch im Herbst des Vorjahres. In einer aktuellen Pflichtmitteilung warnt der Konzern zudem, dass eine Knappheit an KI-Rechenkapazitäten künftige Produktstarts verzögern könnte. Branchenbeobachter rechnen deshalb damit, dass die Kostendruck-Quote auch vor kommenden Flaggschiffen wie dem iPhone 18 Pro nicht Halt machen wird – weitere Preiserhöhungen gelten als wahrscheinlich.
Ära-Endspurt: Cook übergibt an John Ternus
Der Quartalsbericht markiert zugleich einen historischen Wendepunkt. Tim Cook bestätigte, dass er am 1. September 2026 als CEO zurücktritt – sein letztes volles Quartal an der Spitze ist damit abgeschlossen. Sein Nachfolger John Ternus, bisher für Hardware-Entwicklung verantwortlich, wird künftig die Telefonkonferenzen mit den Investoren führen. In seiner letzten Ansprache an die Aktionäre bezeichnete Cook seine Zeit bei Apple als „das Privileg meines Lebens“.
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Die Börse reagierte zunächst verhalten: Die Aktie verlor in den vergangenen Handelstagen zwischen sechs und sieben Prozent. Hauptgrund ist die zurückhaltende Prognose für das vierte Fiskalquartal. Apple erwartet lediglich ein Umsatzwachstum von neun bis elf Prozent – deutlich weniger als die 16 Prozent der vergangenen Monate. Auch die Bruttomarge soll auf 47 bis 48 Prozent sinken, eine Folge der anhaltenden Komponentenpreis-Rally.
Trotz der Kursverluste bleibt Apple eines der wertvollsten Unternehmen der Welt: Die Marktkapitalisierung bewegt sich weiterhin nahe der Fünf-Billionen-Dollar-Marke. Der Verwaltungsrat bestätigte eine Dividende von 0,27 Dollar je Aktie, die am 13. August ausgezahlt wird. Die Finanzkraft ist ungebrochen: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erwirtschaftete der Konzern einen operativen Cashflow von 117 Milliarden Dollar und kaufte im vergangenen Quartal eigene Aktien im Wert von 25,8 Milliarden Dollar zurück.

