Apple baut seine Abhängigkeit von Zulieferern ab – und setzt im iPhone 18 Pro erstmals auf einen selbst entwickelten Mobilfunkchip.
Der Technologiekonzern plant, sein hauseigenes C2-Modem in die iPhone-18-Reihe zu integrieren, die für September erwartet wird. Damit hält Apples Eigenentwicklung erstmals Einzug in die Premium-Modelle – ein Meilenstein in einem jahrelangen Projekt, das den Konzern unabhängiger von Drittanbietern wie Qualcomm machen soll.
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Vom Testfeld ins Flaggschiff
Die iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max werden voraussichtlich als erste High-End-Geräte mit dem Apple C2 Modem ausgestattet. Es handelt sich um die zweite Generation der Eigenentwicklung – der Nachfolger des C1-Modems, das Apple im Frühjahr 2025 im iPhone 16e erstmals einsetzte. Eine verbesserte C1X-Version fand sich zuletzt im iPhone 17e und im extrem flachen iPhone Air.
Branchenbeobachter sehen in diesem Schritt das Ende der Testphase. Bisher beschränkte Apple seine eigenen Chips auf günstigere oder Nischenmodelle – wohl um Risiken bei der ersten Generation zu minimieren. Das Standard-iPhone 18 soll dann im Frühjahr 2027 folgen. Damit wäre der gesamte Umbau der iPhone-Reihe auf Eigenbau-Modems abgeschlossen.
Milliarden-Investition mit Hindernissen
Der Weg zum eigenen Modem war steinig. 2019 kaufte Apple den Großteil des Smartphone-Modemgeschäfts von Intel – für rund eine Milliarde Euro. Der Deal brachte dem Konzern über 17.000 Patente und tausende erfahrene Ingenieure. Doch die Integration erwies sich als schwieriger als gedacht.
Das Entwicklungsteam kämpfte wiederholt mit Problemen: Überhitzung, Leistungseinbußen und Schwierigkeiten bei der Optimierung des von Intel übernommenen Codes. Ursprünglich für 2023 oder 2024 geplant, verzögerte sich der Launch mehrfach. Die Komplexität globaler Netzstandards und die Notwendigkeit, Patentverletzungen zu vermeiden, zwangen Apple zu zahlreichen Design-Änderungen. In der Folge verlängerte der Konzern mehrfach seine Lizenzverträge mit Qualcomm – eine strategische Absicherung, wie Analysten betonen.
Mehr Privatsphäre durch eigene Hardware
Der Umstieg auf eigene Chips bringt auch Vorteile jenseits der Lieferketten-Unabhängigkeit. Ende 2025 führte Apple die Funktion „Limit Precise Location“ ein – eine datenschutzfreundliche Einstellung, die auf Hardware-Ebene arbeitet.
Statt dem Mobilfunkanbieter den genauen Standort eines Geräts preiszugeben, beschränkt die Funktion die Auflösung auf die Nachbarschaftsebene. Bisher war diese Option nur mit Apples eigener Hardware nutzbar. Mit dem C2-Modem in der iPhone-18-Serie steht sie nun einem deutlich größeren Nutzerkreis offen. Erste Netzbetreiber in den USA und Europa haben die Technologie bereits zertifiziert.
Qualcomm bleibt vorerst an Bord
Trotz aller Fortschritte: Apples Beziehung zu Qualcomm ist noch nicht beendet. Anfang 2024 bestätigte Qualcomm, dass Apple eine einseitige Option zur Verlängerung des globalen Patentlizenzvertrags bis März 2027 gezogen hatte. Branchenkenner sehen darin ein Sicherheitsnetz – für den Fall, dass die Eigenentwicklung doch noch nicht alle Anforderungen erfüllt.
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Selbst mit dem C2-Modem könnte Apple für bestimmte Hochleistungs-Komponenten oder Geräte in Regionen mit speziellen Netzstandards weiterhin auf Partner setzen. Qualcomm selbst zeigte sich zufrieden mit der laufenden Zusammenarbeit, die weiterhin stabile Einnahmen bringe.
Ausblick: Die dritte Generation kommt
Doch die Entwicklung steht nicht still. Eine dritte Generation des Custom-Modems ist bereits in Arbeit – mit dem Potenzial, die aktuellen Marktführer bei Energieeffizienz und KI-Integration zu übertreffen. Langfristig könnte Apple das Modem sogar direkt in seine A- und M-Serie-Chips integrieren. Das würde wertvollen Platz im Gehäuse sparen – für größere Akkus oder noch dünnere Designs.
Der Weg war länger als erwartet. Doch mit dem C2-Modem im iPhone 18 Pro zeichnet sich ab: Die Ära der Abhängigkeit von Drittanbietern bei Mobilfunkchips neigt sich dem Ende zu.

