Apple-Chefwechsel: Tim Cook übergibt an John Ternus am 1. September

Apple meldet Rekordumsatz von 109,4 Mrd. Dollar und kräftiges iPhone-Wachstum. Zugleich belasten China-Geschäft und der bevorstehende Chefwechsel die Bilanz.

Apple hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen – und das ausgerechnet in einer Phase des Umbruchs. Der iPhone-Konzern meldet Rekordeinnahmen, muss sich aber zugleich mit einem schwierigen Markt in China und einem bevorstehenden Chefwechsel auseinandersetzen.

Rekordzahlen und Milliarden-Investitionen

Für das am 27. Juni 2026 endende Quartal verbuchte Apple einen Umsatz von 109,4 Milliarden Dollar – die Analysten hatten lediglich mit 108,65 Milliarden gerechnet. Das entspricht einem Wachstum von 16 Prozent im Jahresvergleich. Besonders die iPhone-Verkäufe legten mit einem Plus von 22 Prozent kräftig zu. Auch die Mac-Sparte übertraf mit mehr als 10 Milliarden Dollar erstmals die Marke für ein Frühjahrsquartal.

Gestützt wurden die Zahlen durch Zollrückerstattungen, die den Gewinn um rund fünf Prozent erhöhten. Dieses Geld will Apple nun in die heimische Produktion stecken – Teil eines umfassenden Investitionspakets von 600 Milliarden Dollar über vier Jahre. Eine Ansage, die auch mit Blick auf die US-Politik bemerkenswert ist: Apple positioniert sich damit als verlässlicher Partner der amerikanischen Industrie.

Doch nicht alles läuft rund. In Großchina – also Festlandchina, Hongkong, Taiwan und Macau – erzielte Apple zwar ein Umsatzplus von 22 Prozent auf 18,81 Milliarden Dollar, verfehlte damit aber die Markterwartungen von über 19,5 Milliarden. Ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb im Reich der Mitte härter wird.

Chefwechsel zum September

Der Finanzbericht fällt in eine Zeit des Übergangs: Tim Cook wird sein Amt als CEO am 1. September 2026 an John Ternus übergeben. Der Wechsel kommt zu einem heiklen Zeitpunkt – die Lieferketten bleiben angespannt, die Preise für Speicherchips haben sich binnen zwei Jahren um bis zu 600 Prozent verteuert. Apple reagierte bereits: Im Frühsommer stiegen die Preise für mehrere Hardware-Linien, darunter Macs und iPads, um bis zu 20 Prozent.

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Der lange Weg von Apple Intelligence

Ein zentrales Thema im Konzern ist derzeit der gestaffelte Rollout von Apple Intelligence. Erst am 15. Juli 2026 erteilten die chinesischen Regulierungsbehörden die Freigabe für den Einsatz in Festlandchina. Um die lokalen Vorschriften zu erfüllen, setzt Apple auf Partnerschaften mit den heimischen Tech-Giganten Alibaba und Baidu.

Alibabas Qwen-Modell übernimmt dabei Text- und Bildverständnis sowie die Inhaltsgenerierung, während Baidu KI-gestützte Suchfunktionen beisteuert. Erste Funktionen wie „Clean Up“ sind bereits für chinesische Nutzer verfügbar. Doch die fortschrittlichere Siri-KI ist laut Cook noch nicht bereit für den chinesischen Markt – sie brauche weitere Entwicklungsarbeit.

Der Rückstand ist beachtlich: Zwei Jahre lang waren Apples KI-Dienste in der Region gar nicht verfügbar. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass Siri in China schon immer hinter den einheimischen Konkurrenten zurücklag. Zwar ist Apple Intelligence nun bei der chinesischen Internetaufsicht registriert – das auf Gemini basierende Grundmodell für die internationale Version der Siri-KI hat jedoch noch keine vergleichbare Zulassung für das Festland erhalten.

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Siri-Update: Der größte Umbau seit Jahren

Mit den kommenden Systemversionen iOS 27 und watchOS 27 steht das größte Siri-Update seit Einführung des Assistenten bevor. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 präsentierte Apple eine Version, die auf einem eigenen Foundation-Modell basiert. Berichten zufolge zahlt der Konzern rund eine Milliarde Dollar pro Jahr für eine spezielle Version von Googles Gemini-Modell – bis die eigene Technologie ausgereift ist.

Die neue Siri-KI kann den Bildschirminhalt erfassen und komplexe, mehrstufige Aktionen über verschiedene Apps hinweg ausführen. Der Start ist für Herbst 2026 geplant, zunächst auf Englisch. In der EU müssen Nutzer allerdings Geduld aufbringen: Wegen der Anforderungen des Digital Markets Act wird Siri AI zum Start voraussichtlich nicht auf Mobilgeräten verfügbar sein.

Die Hardware-Anforderungen sind anspruchsvoll. Während Standardfunktionen von Apple Intelligence noch auf älteren Geräten mit M1-Chip oder dem iPhone 15 Pro laufen, benötigen die fortschrittlichsten Siri-KI-Funktionen offenbar neuere Modelle wie das iPhone 17 Pro oder Chips der M3-Serie mit mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Bei den Wearables gibt es eine erfreuliche Nachricht: Mit watchOS 27 kann die Apple Watch die Siri-KI über ein verbundenes, kompatibles iPhone nutzen – persönliche Kontexte aus E-Mails, Notizen und Nachrichten direkt am Handgelenk.