Apple: Comeback des umstrittenen 12-Zoll-MacBooks steht bevor

Apple will das 12-Zoll-MacBook mit Apple Silicon neu auflegen. Das Ultraportable soll mit verbesserter Tastatur, MagSafe und einem aggressiven Preis unter 800 US-Dollar den Einstiegsmarkt erobern.

Apple will einen seiner größten Hardware-Flops rehabilitieren. Nach neuen Berichten plant der Konzern die Rückkehr des eigenständigen „MacBook“ – als 12,9-Zoll-Ultraportable, das alle Schwächen seines Vorgängers von 2015 beseitigen soll. Das Gerät könnte bereits im ersten Halbjahr 2026 erscheinen.

Die Wiedergeburt eines Problemkindes

Das ursprüngliche 12-Zoll-MacBook galt als seiner Zeit voraus. Gelobt wurde die extreme Portabilität und das Retina-Display. Doch die Hardware war ein Schwachpunkt. Der neue Bericht, der diese Woche in Fachmedien wie 9to5Mac und Bloomberg auftauchte, beschreibt ein Gerät, das gezielt die historischen Probleme angeht.

Die größte Korrektur betrifft die Tastatur. Das 2015er-Modell führte den berüchtigten „Butterfly“-Mechanismus ein, der für hohe Ausfallraten und Sammelklagen sorgte. Die Neuauflage soll stattdessen auf die bewährte Scissor-Switch-„Magic Keyboard“-Technologie setzen, wie sie in aktuellen MacBook Pro und Air Modellen verbaut ist. Damit wäre der größte Kritikpunkt der Nutzer vom Tisch.

Auch die Connectivity wird verbessert. Das Original bot nur einen einzigen USB-C-Port für Strom und Daten – ein Ärgernis für viele Nutzer. Das neue Modell soll MagSafe-Ladetechnik erhalten, was den USB-C-Port für Peripheriegeräte freimacht, eine Strategie, die beim MacBook Air bereits erfolgreich ist.

Apple Silicon als Game-Changer

Erst der Wechsel zu hauseigenen Chips macht dieses Comeback möglich. Das alte Modell litt unter Intels Core M-Prozessoren, die im fanlosen Gehäuse überhitzten und drosselten. Apple Silicon hingegen bietet eine Effizienz, die ein leistungsstarkes, fanloses Ultraportable erst ermöglicht.

Spekulationen kreisen um den verwendeten Chip. Während die MacBook Pro Modelle im Frühjahr wohl M5 Pro und Max Chips erhalten, könnte das günstige MacBook eine Variante des A18 Pro (aus dem iPhone 16 Pro) oder eine abgespeckte Version der M4/M5-Architektur nutzen. Dies würde eine fanlose Bauweise bei gleichzeitig enormem Performance-Sprung gegenüber dem Intel-Vorgänger erlauben. Der thermische Drosselung der Vergangenheit wäre ein Ende gesetzt.

Aggressive Preisstrategie für neue Märkte

Der wohl disruptivste Aspekt ist die erwartete Preisgestaltung. Das Original startete bei 1.299 US-Dollar und konkurrierte damit mit dem MacBook Pro. Die Neuauflage soll dagegen als Einstiegsmodell in die macOS-Welt positioniert werden.

Marktbeobachter prognostizieren einen Startpreis zwischen 699 und 799 US-Dollar. Damit würde das neue MacBook unter dem MacBook Air angesiedelt sein und die Rolle des einstigen 11-Zoll-MacBook Air oder des verbliebenen M1 Air übernehmen.

Mit dieser Strategie zielt Apple direkt auf den Markt für Premium-Chromebooks und Windows-Laptops im Bildungssektor ab. Es geht darum, iPhone-Nutzer, die noch keinen Mac besitzen, mit einem günstigen Einstiegsgerät in das Ökosystem zu holen.

Anzeige

Für viele iPhone‑Nutzer sind Begriffe wie MagSafe, AirDrop oder Apple Silicon nicht sofort selbsterklärend. Wer jetzt überlegt, in die macOS‑Welt zu wechseln oder das neue Einstiegs‑MacBook zu kaufen, findet im kostenlosen PDF „Das iPhone‑Lexikon“ die 53 wichtigsten Apple‑Begriffe klar und verständlich erklärt – inklusive Aussprachehilfen. Praktisch, um sich schnell im Apple‑Universum zurechtzufinden. Jetzt kostenloses iPhone‑Lexikon sichern

Strategisches Timing im Portfolio

Das Timing passt zu einer umfassenden Auffrischung der Mac-Linie. Aktualisierte MacBook Pro Modelle mit M5 Pro und Max Chips werden bereits für März 2026 erwartet. Die Einführung eines günstigen MacBooks kurz darauf würde das Portfolio perfekt abrunden: Einstieg (MacBook), Mainstream (MacBook Air) und Profi (MacBook Pro).

Diese „Gut, Besser, Am-Besten“-Segmentierung kopiert die erfolgreiche iPad-Strategie. Das 12,9-Zoll-MacBook bedient so eine Nutzergruppe, die maximale Portabilität und Preis vor maximale Leistung stellt – eine Nische, die seit der Einstellung des 12-Zoll-Modells vernachlässigt wurde.

Ein „Chromebook-Killer“ für den Bildungsmarkt?

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, könnte das MacBook 2026 den Einstiegsmarkt aufmischen. Das Sub-700-Dollar-Segment wird seit Jahren von Windows-Geräten und Chromebooks dominiert.

Ein hochwertiges Apple-Laptop mit Metallgehäuse, Retina-Display und zuverlässiger Tastatur zu diesem Preis wäre ein Wendepunkt. Vor allem für Bildungseinrichtungen und Schüler könnten die Langlebigkeit und der hohe Wiederverkaufswert eines Macs attraktiver sein als plastiklastige Alternativen.

Apple scheint es nicht nur um die Wiederbelebung eines alten Produkts zu gehen. Es geht darum, das ursprüngliche Versprechen des 12-Zoll-MacBooks endlich einzulösen – befreit von den Fehlern der Vergangenheit und gestärkt durch die Erfolge des Apple-Silicon-Zeitalters.