Ein massiver Engpass bei Hochleistungs-Arbeitsspeichern trifft die globale Tech-Industrie. Verantwortlich ist der unersättliche Hunger der KI-Server, die den weltweiten Vorrat an DRAM-Chips aufzehren. Besonders hart trifft es Apple: Kunden warten auf spezifische Mac-Modelle teils ein halbes Jahr.
Die Auswirkungen sind bei Apples Desktop-Computern am deutlichsten spürbar. Sowohl der Mac mini als auch der Mac Studio sind betroffen. Wer eine individuell konfigurierte Version mit mehr RAM bestellt, muss sich auf Lieferzeiten bis weit in den Sommer oder Herbst 2026 einstellen. Basis-Modelle sind noch relativ verfügbar, doch sobald der Speicher aufgerüstet wird, verlängern sich die Wartezeiten drastisch.
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Extreme Wartezeiten für Highend-Konfigurationen
Die Situation ist für die leistungsstärksten Varianten am kritischsten. Ein Mac mini mit M4 Pro chip und 64 GB Arbeitsspeicher zeigt aktuell eine Lieferprognose von 16 bis 18 Wochen – eine Bestellung heute würde erst im August 2026 eintreffen.
Noch dramatischer ist die Lage beim Mac Studio mit M3 Ultra Chip und 256 GB RAM: Hier betragen die Verzögerungen vier bis fünf Monate. Die Schwere der Krise zeigt sich daran, dass Apple die 512-GB-RAM-Option für den Mac Studio komplett aus seinem Online-Store entfernt hat. Die benötigten ultrahochdichten Speichermodule sind schlicht nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar. Selbst Einsteiger-Macs liefert Apple derzeit erst nach etwa einem Monat aus – statt wie sonst üblich am nächsten Tag.
KI-Boom treibt Speicherpreise in die Höhe
Die Ursache für den Engpass liegt in der explosionsartigen Nachfrage der KI-Industrie. Rechenzentren und Server-Hersteller beanspruchen den Löwenanteil der globalen DRAM-Produktion für große Sprachmodelle und generative KI. Die Folgen: Die Lagerbestände bei den großen Zulieferern sind auf nur noch zwei bis vier Wochen gesunken. Ende 2024 lagen sie noch bei 13 bis 17 Wochen.
Dieses Missverhältnis treibt die Preise. Samsung Electronics kündigte für das zweite Quartal 2026 eine DRAM-Preiserhöhung von rund 30 Prozent an. Der Preis für eine Speichereinheit hat sich seit Anfang 2025 bereits mehr als verdoppelt und steigt weiter. Da Speicher etwa 35 Prozent der Materialkosten eines Computers ausmacht, stehen die Hersteller unter enormem Druck. Sie müssen entweder die Verbraucherpreise erhöhen oder die Produktion speicherstarker Modelle drosseln.
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Apple setzt auf die nächste Chip-Generation
Als Reaktion auf die knappe Versorgung passt Apple offenbar seine Strategie an. Branchenbeobachter deuten Hinweise darauf, dass das Unternehmen die Produktion von Hoch-RAM-Konfigurationen für die aktuellen M3- und M4-Modelle zurückfährt. Der Grund: Die Komponenten werden für die kommende M5-Chip-Generation benötigt.
Apple soll bereits jetzt aggressiv RAM zu den hohen Marktpreisen einkaufen, um die Versorgung für die neuen Flagship-Computer zu sichern, die noch in diesem Jahr erwartet werden. Das führt zu einer paradoxen Situation für Käufer: Die nächste Generation von Mac mini und Mac Studio mit M5-Chips könnte angekündigt und ausgeliefert werden, bevor die aktuellen Bestellungen für M4-Modelle überhaupt erfüllt sind.
Breitere Marktauswirkungen und Ausblick
Die Krise ist kein Einzelphänomen, sondern spiegelt einen strukturellen Wandel wider. Während auch andere PC-Hersteller wie Dell und HP unter Preisdruck stehen, ist Apples „Unified Memory“-Architektur besonders anfällig. Der Speicher ist direkt in das Chip-Paket integriert und kann nicht einfach nachträglich ausgetauscht oder von anderen Zulieferern bezogen werden.
Die Expertenprognose ist ernüchternd: Der globale RAM-Engpass könnte bis Ende 2027 anhalten. Für Verbraucher bedeutet das, dass die Ära günstigen, hochkapazitiven Arbeitsspeichers vorerst vorbei ist. Potenzielle Mac-Käufer stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Wer eine Hochleistungs-Workstation benötigt, wartet womöglich besser auf die M5-Generation. Für Nutzer mit geringeren Ansprüchen bleiben Basis-Konfigurationen der einzige Weg, innerhalb eines vertretbaren Zeitraums ein neues Gerät zu erhalten.




