Apple startet mit einem neuen Software-Abo einen direkten Angriff auf den Markt für Kreativ-Tools. Das Apple Creator Studio bündelt ab dem 28. Januar Profi-Apps für Video, Musik und Bildbearbeitung mit KI-Funktionen zu einem Festpreis. Damit stellt sich der Konzern gezielt Konkurrenten wie Adobe und dessen Creative Cloud entgegen.
Das Abonnement kostet 12,99 Euro monatlich oder 129 Euro im Jahr und läuft auf Mac und iPad. Für Schüler, Studierende und Lehrkräfte gibt es einen vergünstigten Tarif von 2,99 Euro pro Monat. Käufer eines neuen Mac oder iPad erhalten sogar drei kostenlose Probemonate. Das Paket unterstützt zudem die Familienfreigabe für bis zu sechs Nutzer.
Ein gebündeltes Power-Paket für Profis
Herzstück des Angebots ist eine Sammlung von Apples leistungsstärksten Kreativ-Apps. Das Abo umfasst Final Cut Pro, Logic Pro, Motion, Compressor und MainStage. Eine bedeutende Neuzugang ist Pixelmator Pro, das erstmals für das iPad optimiert wird und Touch- sowie Apple Pencil-Eingabe unterstützt. Dieser Schritt erfüllt einen langgehegten Wunsch vieler Nutzer nach einer einheitlichen Profi-Software auf dem Tablet. Wer die Programme lieber einmalig kaufen möchte, kann die Mac-Versionen weiterhin im Einzelverkauf erwerben.
KI-Tools beschleunigen den Workflow
Ein Schwerpunkt der Ankündigung sind neue künstliche Intelligenz-Funktionen, die den kreativen Prozess beschleunigen sollen. Final Cut Pro erhält etwa eine „Transkript-Suche“ für die Suche nach Dialogen in Videomaterial, eine „Visuelle Suche“ zum Auffinden von Objekten und eine „Beat-Erkennung“ für automatisch zum Rhythmus passende Schnitte. Für die iPad-Version ist ein KI-gestützter „Montage-Maker“ geplant, der automatisch dynamische Videos aus Rohmaterial erstellt.
Passend zum Thema KI-Integration — inzwischen gelten auf EU‑Ebene neue Regeln für KI-Systeme. Wenn Unternehmen oder Entwickler KI-Funktionen in Apps integrieren (wie Apple bei Final Cut oder Logic), müssen sie Kennzeichnungs-, Dokumentations- und Risikoklassen-Anforderungen beachten. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten jetzt gelten und wie Sie Ihre KI‑Projekte rechtssicher aufsetzen. Kostenlosen Leitfaden zur EU-KI-Verordnung herunterladen
In Logic Pro kommen Tools wie „Synth Player“ zur KI-generierten Musikperformance und „Chord ID“ zur automatischen Erkennung von Akkordfolgen hinzu. Ziel ist es, die Musikproduktion für Profis und Einsteiger gleichermaßen zu vereinfachen. Ein neuer Sound-Katalog mit Apple-eigenen Inhalten rundet das Angebot ab.
Auch iWork profitiert von KI und Premium-Inhalten
Das Creator Studio Abo geht über reine Profi-Software hinaus und erweitert auch die iWork-Produktivitätsapps Keynote, Pages und Numbers. Abonnenten erhalten Zugang zu einem „Content Hub“ mit kuratierten Fotos und Grafiken. Zudem sollen KI-Funktionen zur Bildgenerierung und -bearbeitung integriert werden, wobei Berichte auf die Nutzung von OpenAI-Modellen hindeuten. Auch die Whiteboard-App Freeform soll später erweitert werden. Diese Neuerungen sollen die Erstellung professioneller Dokumente, Präsentationen und Tabellen intuitiver machen.
Strategischer Schachzug im Wettbewerb mit Adobe
Der Launch des Creator Studio ist ein klarer strategischer Schritt, um das wiederkehrende Dienstleistungsgeschäft auszubauen – ein Wachstumsmotor für Apple in den letzten Jahren. Durch das Bündeln der Profi-Apps zu einem wettbewerbsfähigen Preis stellt Apple eine ernsthafte Alternative zu etablierten Anbietern wie Adobe Creative Cloud dar. Die Preisgestaltung ist aggressiv und könnte eine breite Nutzergruppe ansprechen: von Studierenden über Hobbyisten bis hin zu freien Creators und kleinen Unternehmen, für die andere Abo-Kosten oft eine Hürde sind. Die Integration von Pixelmator Pro auf dem iPad stärkt zudem die Position des Tablets als vollwertiger Laptop-Ersatz für Kreativschaffende.
Mit dem Start am 28. Januar beginnt ein neues Kapitel für kreative Arbeit in der Apple-Welt. Die tiefe KI-Integration, die Ausweitung der Profi-Apps auf das iPad und das zugängliche Abo-Modell könnten die Einstiegshürde für hochwertige Inhaltserstellung senken. Die Branche wird die Adoption des neuen Dienstes und mögliche Reaktionen der Konkurrenz genau beobachten. Der Erfolg dieses Pakets könnte den Weg für weitere KI-Integrationen ebnen und Apples Plattformen als erste Wahl für die nächste Generation von Kreativen festigen.





