Apple-Chef John Ternus hat die Industrie- und Softwaredesignteams des Konzerns unter seine direkte Aufsicht gestellt und macht Design damit zu einer zentralen Priorität seiner Amtsführung. Ziel ist es, die Hardware-Entwicklung stärker an technischen und ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien auszurichten, wie aus einem Bericht von appleinsider.com hervorgeht.
Vom Übergangsmanagement zur festen Zuständigkeit
Ternus wurde am 1. September 2026 Apple-CEO. Berichten von smartprix.com zufolge arbeitet er seither mehrmals pro Woche, teils sogar mehrmals täglich, im Designstudio, um Industrie- und Human-Interface-Design enger mit dem Engineering zu verzahnen. Nach Einschätzung von firstpost.com gilt er damit faktisch als Designchef, auch wenn ein einzelner, formell benannter Leiter für beide Teams weiterhin fehlt.
Laut macobserver.com berichten die Design-Abteilungen inzwischen praktisch direkt an Ternus – eine Entwicklung, die sich abzeichnete, nachdem der frühere COO Jeff Williams im Vorjahr in den Ruhestand gegangen war. Zunächst sei Tim Cook als zuständiger Vorgesetzter geführt worden, habe die praktische Verantwortung im Rahmen des CEO-Übergangs dann aber an Ternus übertragen.
Zwischen April und September seien die Designleiter dem Bericht zufolge dessen einzige direkte Untergebene gewesen. Cook selbst habe das Designstudio in dieser Zeit nach Angaben von appleinsider.com etwa einmal monatlich für rund eine Stunde besucht.
Die operative Leitung der Designbereiche liegt bei Molly Anderson, die das Industriedesign verantwortet, und Steve Lemay, der das Human Interface Design führt. Ternus arbeitet laut headliner.nl zudem eng mit den Hardwareleitern Johny Srouji und Tom Marieb zusammen. Finanz- und Betriebsaufgaben verbleiben derweil überwiegend bei CFO Kevan Parekh und COO Sabih Khan, wie firstpost.com berichtet.
Lücke seit Jony Ives Abgang
Seit dem Weggang von Jony Ive im Jahr 2019 hatte Apple keinen gemeinsamen Designchef mehr, berichtet headliner.nl. Die Personaldecke im Designbereich wurde zuletzt zusätzlich dünner: Alan Dye wechselte zu Meta, Evans Hankey zu OpenAI.
Apple versucht laut macobserver.com, das Team nach Abgängen zu LoveFrom, OpenAI, Meta und weiteren Unternehmen wieder aufzubauen – unter anderem durch externe Rekrutierung und Beförderungen weniger erfahrener Designer. In der Vorwoche stellte der Konzern demnach den belgischen Möbeldesigner Julien Renault ein, dessen bisherige Arbeit Möbel, Beleuchtung und Haushaltsobjekte umfasst.
Einen Titel oder konkrete Projekte nannte Apple dazu nicht; die Einstellung belege laut Bericht in erster Linie den laufenden Teamaufbau. Einem Bericht von Bloomberg zufolge, den appleinsider.com zitiert, sucht Apple derzeit keinen externen Chief Design Officer.
Schnellere Produktzyklen und Stellenabbau im Engineering
Parallel zur Neuordnung der Designstrukturen will Ternus laut startmag.it Produkte künftig häufiger über das Jahr verteilt einführen, statt sich wie bisher vor allem auf Frühjahr und Herbst zu konzentrieren. Zudem sollen Managementebenen abgebaut und die Entwicklungsprozesse beschleunigt werden.
Im Hardware-Engineering wurden dem Bericht zufolge binnen rund zwei Wochen mehrere Positionen von Engineering Program Managern gestrichen, darunter etwa sechs Direktoren. Betroffene erhielten demnach einige Wochen Zeit, um sich auf eine interne Stelle zu bewerben – andernfalls droht im Jahresverlauf die Entlassung.
Als mögliche Anwendungsfelder der neuen Designausrichtung nennt smartprix.com OLED- und Touch-MacBook-Pro-Modelle, die für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet werden, sowie neue Smart-Home-Geräte. Laut techmeme.com soll ein OLED-Touchscreen-MacBook-Pro durch miniaturisierte und neu angeordnete Komponenten deutlich leichter werden; das aktuelle 16-Zoll-Modell bringt bis zu 4,8 Pfund auf die Waage.
Mehr zum Thema bei AppleInsider: „Apple CEO John Ternus is deeply focused on design“

