Der Technologiekonzern Apple verstärkt die Bemühungen zum Wiederaufbau seines Industrial-Design-Teams. Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, hat das Unternehmen den belgischen Möbeldesigner Julien Renault für die Design-Abteilung verpflichtet.
Während konkrete Projekte und die genaue Positionsbezeichnung von Renault noch nicht öffentlich kommuniziert wurden, gilt die Personalie als deutliches Signal für eine umfassende Neuausrichtung der gestalterischen Führung unter dem neuen CEO John Ternus.
Direkte Führung durch den CEO
Seit John Ternus am 1. September 2026 das Amt des CEO übernommen hat, zeichnet sich ein deutlicher Wandel in der operativen Einbindung der Design-Abteilung ab. Branchenanalysten zufolge plane Apple derzeit nicht, die Position eines externen Chief Design Officer neu zu besetzen. Stattdessen übernimmt Ternus diese Rolle faktisch selbst.
Berichten aus dem Unternehmensumfeld zufolge arbeitet Ternus mehrmals wöchentlich, teilweise sogar mehrmals täglich, unmittelbar im Designstudio mit. Damit unterscheidet sich sein Führungsstil signifikant von dem seines Vorgängers Tim Cook, der das Studio den Angaben nach lediglich etwa eine Stunde pro Monat besuchte. Ternus treffe nun die entscheidenden Weichenstellungen an der Schnittstelle zwischen Hardware und Software.
Diese enge Anbindung spiegelte sich auch in der Berichtsstruktur wider: Zwischen April und September waren die Leiter der Design-Teams die einzigen direkt an Ternus berichtenden Führungskräfte. Zuvor unterstanden die Teams dem ehemaligen COO Jeff Williams. Nach dessen Ruhestand im Jahr 2025 war zunächst vorgesehen, dass die Abteilungen an Tim Cook berichten, der die praktische Verantwortung jedoch im Zuge des CEO-Übergangs an Ternus delegierte.
Personelle Fluktuation und interne Konsolidierung
Hintergrund des aktuellen Wiederaufbaus sind zahlreiche Abgänge hochrangiger Designer in den letzten Jahren. Viele ehemalige Mitarbeiter wechselten zu Jony Ives Designfirma LoveFrom sowie zu OpenAI und Meta. Zu den prominentesten Abgängen zählen der frühere Leiter des Software-Designs, Alan Dye, der zu Meta wechselte, sowie die ehemalige Industrial-Design-Chefin Evans Hankey, die sich OpenAI anschloss.
Um diese Lücken zu schließen, setzt Apple verstärkt auf externe Rekrutierungen sowie auf die Beförderung weniger erfahrener Talente aus den eigenen Reihen.
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Die Leitung des Industrial Design liegt seit 2024 bei Molly Anderson, während Steve Lemay die Nachfolge von Alan Dye im Bereich Human Interface übernommen hat. Beide Führungskräfte wurden zuletzt präsenter in der Öffentlichkeit positioniert, unter anderem im Rahmen der Vorstellung des iPhone Duo.
Obwohl beide Bereiche nun faktisch unter der Leitung von Ternus zusammenlaufen, bleiben Industrial Design und Human Interface organisatorisch getrennt. Damit setzt sich eine Struktur fort, die seit dem Abschied von Jony Ive im Jahr 2019 besteht.
Strategische Schwerpunkte und kommende Produkte
In der neuen Konstellation arbeitet Ternus eng mit dem Chief Hardware Officer Johny Srouji sowie mit Tom Marieb zusammen. Die finanzielle Steuerung obliegt CFO Kevan Parekh, während COO Sabih Khan die Lieferketten verantwortet.
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Die Neuausrichtung des Designs soll sich bereits in der kommenden Produktpalette niederschlagen. Für das späte Jahr 2026 oder den Beginn des Jahres 2027 werden neue MacBook-Pro-Modelle in den Größen 14 und 16 Zoll erwartet. Diese sollen laut Marktbeobachtern mit OLED-Displays, einem optionalen Touchscreen und einem dünneren Gehäuse ausgestattet sein.
Zudem wird über die Integration eines Dynamic-Island-Cutouts spekuliert. Experten halten eine Präsentation dieser deutlich leichteren Geräte bereits für Oktober oder November für möglich.
Parallel dazu forciert Apple die Entwicklung im Smart-Home-Segment. Ein neuer Smart-Home-Hub steht offenbar kurz vor der Ankündigung. Zudem befinden sich neue Versionen des HomePod mini und des Apple TV in der Entwicklung, die mit einer verbesserten Siri-Generation ausgestattet sein sollen. Strategisch scheint Apple zudem Ressourcen von der Apple Vision Pro hin zur Entwicklung von Smart Glasses zu verlagern.
Mehr zum Thema bei AppleInsider: „Apple CEO John Ternus is deeply focused on design“

