Apple dominiert Smartphone-Markt: 49% Umsatz mit nur 23% Geräte

Apple dominiert mit 49 Prozent Umsatzanteil den Smartphone-Markt, trotz nur 23 Prozent verkaufter Geräte. CEO-Wechsel zu John Ternus steht bevor.

Apple hat im zweiten Quartal 2026 einen historischen Meilenstein erreicht: Fast die Hälfte aller weltweiten Smartphone-Umsätze fließt in die Kassen des Tech-Konzerns – obwohl nur jedes vierte verkaufte Gerät ein iPhone ist.

Der iPhone-Hersteller sicherte sich zwischen April und Juni einen Rekordanteil von 49 Prozent am globalen Smartphone-Umsatz. Das zeigt: Apples Strategie, auf hochpreisige Geräte zu setzen, zahlt sich trotz angespannter Marktlage aus. Während die Konkurrenz mit sinkenden Erlösen kämpft, steigt der durchschnittliche Verkaufspreis eines iPhones auf umgerechnet rund 850 Euro.

Rekordumsatz dank teurer iPhone-Modelle

Die Zahlen von Counterpoint Research belegen eine krasse Schieflage: Nur 23 Prozent aller weltweit verschifften Smartphones stammen von Apple – doch die Erlöse der Kalifornier übertreffen alle Mitbewerber zusammen. Der durchschnittliche iPhone-Preis kletterte um acht Prozent auf umgerechnet etwa 850 Euro. Zum Vergleich: Über alle Hersteller hinweg liegt der Durchschnittspreis bei rund 360 Euro – ein Plus von 17 Prozent.

Der gesamte Smartphone-Markt wuchs im zweiten Quartal um sieben Prozent auf umgerechnet rund 98 Milliarden Euro. Apples Auslieferungen legten sogar um 13 Prozent zu. Die Konkurrenz kann da nicht mithalten: Samsung hält mit 16 Prozent den zweithöchsten Umsatzanteil, doch die chinesischen Hersteller Xiaomi, OPPO und vivo verzeichneten allesamt Umsatzrückgänge zwischen zehn und 17 Prozent. Besonders hart traf es Xiaomi: Die Auslieferungen brachen um 26 Prozent ein.

Services-Wachstum und ein Wermutstropfen

Im Geschäftsquartal bis Ende Juni 2026 übertraf Apple die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 98,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 26,8 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie lag mit 1,82 Euro über den prognostizierten 1,70 Euro.

Das iPhone bleibt mit 48,7 Milliarden Euro Umsatz das mit Abstand wichtigste Standbein – ein Plus von fast 22 Prozent. Treiber sind die Modelle iPhone 17 und iPhone 17 Pro Max. Auch andere Sparten legten zu: Die Mac-Sparte wuchs um fast 29 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro, die Dienstleistungen (App Store, Apple Music, iCloud) steuerten 27,6 Milliarden Euro bei – ein Plus von zwölf Prozent, das allerdings knapp unter den Erwartungen blieb. Wearables wie die Apple Watch legten um sechs Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu. Einziger Wermutstropfen: Das iPad verlor sechs Prozent und spielte nur noch 5,6 Milliarden Euro ein.

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China-Geschäft trotzt dem Markttrend

Besonders bemerkenswert ist Apples Widerstandskraft in China. Der dortige Smartphone-Markt schrumpfte im Juni um 15,3 Prozent – doch ausländische Marken, allen voran Apple, legten zwischen Mai und Juni um 66 Prozent bei den Auslieferungen zu. Bereits im Frühjahrsquartal hatte Apple in China iPhones im Wert von rund 18,4 Milliarden Euro verkauft – vier Milliarden mehr als im Vorjahr. Das ist ein starkes Signal, denn der chinesische Markt gilt als Schlachtfeld der Branche.

Speicherpreise: „Ein Jahrtausend-Hochwasser“

Apples Führung spricht angesichts explodierender Speicherchip-Preise von einem „100-Jahres-Hochwasser“. Die Folge: Mac und iPad wurden bereits teurer. Branchenkenner rechnen damit, dass die Knappheit bei Arbeitsspeichern bis 2030 anhalten könnte – weitere Preisanpassungen bei künftiger Hardware wären dann kaum vermeidbar.

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Ärawechsel an der Spitze

Der Quartalsbericht markierte zugleich das Ende einer Ära: Tim Cook führte seine letzte Telefonkonferenz als CEO. Am 1. September 2026 übernimmt John Ternus das Ruder, Cook wechselt auf den Posten des Executive Chairman. Der Verwaltungsrat erklärte zudem eine Dividende von 0,24 Euro pro Aktie, die am 13. August ausgezahlt werden soll.

Dass die Apple-Aktie nach den Zahlen im nachbörslichen Handel leicht nachgab, führen Analysten auf die verfehlten Erwartungen im Services-Geschäft und in der Region Großchina zurück. An der grundsätzlichen Stärke des Konzerns ändert das wenig: Apple hat sich im Smartphone-Markt eine Position erarbeitet, von der die Konkurrenz nur träumen kann.