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Apple hat sich im Streit um irreführende Werbung für seine KI-Assistentin Siri vorläufig geeinigt. Rund 36 Millionen US-Besitzer eines iPhone 15 Pro oder iPhone 16 sollen entschädigt werden. Der Vergleich betrifft Kunden, die zwischen Juni 2024 und März 2025 ein Gerät kauften – in der Annahme, die beworbenen KI-Features wären sofort verfügbar.
Die Klage warf Apple vor, in Marketingkampagnen Fähigkeiten gezeigt zu haben, die zum Kaufzeitpunkt gar nicht existierten. Die versprochene „Apple Intelligence“-Plattform kam mit erheblichen Verzögerungen auf den Markt. Ein Schuldeingeständnis ist Teil des Vergleichs nicht – eine typische Strategie, um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden.
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Wer bekommt wie viel?
Berechtigt sind ausschließlich US-Kunden. Pro Gerät winken zwischen 25 und 95 Dollar – je nach Anzahl der eingereichten Ansprüche. Der endgültige Termin zur Bestätigung des Vergleichs ist der 17. Juni 2026. Betroffene müssen Kaufbelege und Seriennummern über ein Online-Portal einreichen. Die Benachrichtigung der Anspruchsberechtigten soll binnen 45 Tagen beginnen.
Bereits im März 2025 hatte Apple Verzögerungen bei seiner KI-Roadmap eingeräumt und Werbespots mit Schauspielerin Bella Ramsey zurückgezogen. Ein separater Wertpapierprozess in Südkorea zu ähnlichen Vorwürfen läuft derweil weiter.
iOS 27: Abschied von der geschlossenen KI-Welt?
Pünktlich zur WWDC am 8. Juni 2026 plant Apple offenbar eine radikale Kehrtwende. Insider berichten von einer Funktion namens „Extensions“ für iOS 27. Sie soll Nutzern erlauben, systemweit zwischen verschiedenen KI-Modellen zu wählen – etwa von Google oder Anthropic.
Das wäre eine Revolution für Apple: Statt nur auf die eigene Technik oder den Partner OpenAI zu setzen, könnten Anwender künftig selbst entscheiden, welche KI Siri, die Schreibwerkzeuge oder die Bildbearbeitung antreibt. Das Modell erinnert an die Wahl des Standard-Browsers – nur eben für künstliche Intelligenz.
Weitere Neuerungen: eine eigenständige Siri-App, verbesserte visuelle Intelligenz in der Kamera und erste Tests für 5G-Satelliten-Internet. Letzteres dürfte allerdings dem iPhone 18 Pro vorbehalten bleiben. Der öffentliche Release von iOS 27 wird für September 2026 erwartet.
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Vision Pro pausiert – KI bekommt Vorrang
Die juristischen und strategischen Turbulenzen fallen mit einem Umbau der Hardware-Sparte zusammen. Apple hat die Entwicklung der nächsten Vision-Pro-Generation gestoppt. Ingenieurteams wurden abgezogen und arbeiten nun an Siri und KI-Funktionen.
Der Schritt überrascht kaum: Das 3.499 Euro teure Headset mit M5-Chip aus 2025 blieb hinter den Erwartungen zurück. Hohe Rücklaufquoten und eine dünne App-Auswahl machten dem Gerät zu schaffen. Apple selbst schweigt offiziell – doch die Botschaft ist klar: Software statt Nischen-Hardware.
Rabattschlacht vor dem Muttertag
Parallel räumt Apple die Lager. Vor dem Muttertag am 10. Mai 2026 drücken Händler die Preise auf Rekordtiefs. Die AirPods Pro 3 kosten zeitweise nur 199 Euro, die AirPods Max 2 fielen auf 509 Euro. Auch Apple Watch Series 11 und zahlreiche iPads sind stark reduziert.
Blick hinter die Kulissen: Display-Innovationen in Los Angeles
Während Apple seine KI-Strategie justiert, treiben Zulieferer die nächste Technologie-Generation voran. Auf der SID Display Week 2026 in Los Angeles präsentierte BOE einen 24,5-Zoll-Monitor mit 1000 Hertz – native Bildwiederholrate, die Gamer-Herzen höherschlagen lässt. Dazu ein 85-Zoll-UB-Cell-5.0-Fernseher und ein 205-Zoll-MicroLED-Display.
LG Display zeigte seine dritte Generation Tandem-OLED. Die neuen Panels verbrauchen 18 Prozent weniger Strom und halten über 15.000 Stunden bei Raumtemperatur. Die Massenproduktion für Autos startet 2026, IT- und Verbraucherprodukte sollen folgen. Ein 27-Zoll-5K-OLED mit 220 PPI und ein Dual-Mode-Gaming-Monitor (QHD bei 540 Hz oder Full-HD bei 720 Hz) waren die Highlights.
Wird die offene KI-Strategie Apple retten?
Der 250-Millionen-Vergleich schließt ein schwieriges Kapitel für Apples Marketingabteilung. Vor der WWDC 2026 räumt der Konzern den Tisch frei für eine neue, offenere KI-Strategie. Ob iOS 27 mit dem „Extensions“-Framework das verlorene Vertrauen der Kunden zurückgewinnt, wird sich im Herbst zeigen.
Die Umleitung der Vision-Pro-Ingenieure in die KI-Entwicklung spricht für einen klaren Fokus: Software-Zuverlässigkeit statt Hardware-Experimente. Die entscheidende Frage bleibt, ob diese strukturellen Veränderungen ausreichen, um künftige Klagen zu vermeiden – und Apple im KI-Wettbewerb wieder an die Spitze zu bringen.

