Apple erhöht Preise: Tim Cook bestätigt Speicherchip-Knappheit

Apple-Chef Cook bestätigt Preiserhöhungen für iPhones, iPads und Macs aufgrund der globalen Speicherknappheit, ausgelöst durch die KI-Industrie.

Tim Cook bestätigte in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass die aktuellen Preisniveaus nicht mehr zu halten seien. Grund sei die explodierende Nachfrage nach KI-Infrastruktur, die DRAM- und NAND-Flash-Speicher massiv verteuert.

Konkrete Zahlen oder Termine für die meisten Produkte nannte der Apple-Chef nicht. Ein Beispiel liefert jedoch der Mac mini: Dessen Einstiegspreis stieg bereits von 599 auf 799 Dollar – begleitet vom Wegfall günstigerer Speicherkonfigurationen.

Analysten rechnen mit bis zu 270 Euro Aufschlag

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Branchenbeobachter wagen erste Prognosen für die nächste Gerätegeneration. Das Analysehaus TechInsights schätzt, dass Apple beim iPhone 18 Pro rund 270 Dollar Aufpreis verlangen müsste, um die Gewinnmargen zu halten. Andere Marktforscher erwarten einen Startpreis zwischen 1.299 und 1.399 Dollar für das Flaggschiff, das im Herbst erwartet wird.

Die Entwicklung trifft Apple in einer heiklen Phase: Lokale KI-Funktionen wie Apple Intelligence benötigen mehr Arbeitsspeicher – genau dann, wenn diese Komponenten teurer werden.

KI-Boom frisst Produktionskapazitäten

Cook spricht von einem massiven Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Hochleistungsspeicher (HBM) für KI-Rechenzentren bindet die Fertigungskapazitäten der großen Chip-Hersteller. Für die Verbraucherindustrie bleibt weniger übrig.

Die Zahlen aus der Branche zeichnen ein klares Bild:

  • Serverkosten: Gartner meldet einen Anstieg von über 125 Prozent im ersten Halbjahr 2026
  • Herstellerumsätze: Die fünf größten NAND-Produzenten steigerten ihre Erlöse um mehr als 80 Prozent auf über 38,9 Milliarden Dollar – allein im ersten Quartal
  • Lieferantenpreise: Samsung hat die Vertragspreise für bestimmte Speichertypen angeblich verdoppelt, Micron zieht sich aus einzelnen Verbrauchersegmenten zurück

Erst heute gab SK Hynix bekannt, erste Muster des 12-Lagen-HBM4E-Speichers an KI-Kunden ausgeliefert zu haben – ein klares Signal, wohin die Industrie steuert. Wettbewerber wie Dell, HP und Lenovo haben bereits Preiserhöhungen zwischen 15 und 30 Prozent durchgesetzt.

Apple setzt auf langfristige Verträge, nicht auf eigene Fabriken

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Eigene Speicherfabriken wird Apple trotz der Krise nicht bauen. Cook betonte, das Unternehmen könne nicht die gesamte Lieferkette selbst steuern. Stattdessen setzt der Konzern auf seine Barreserven, um langfristige Lieferverträge abzuschließen. Analysten rechnen damit, dass die Engpässe mindestens bis 2027 anhalten werden – neue Fertigungsanlagen werden nicht vor Ende jenes Jahres erwartet.

Die Preiswende fällt in eine Phase des Führungswechsels. Am 17. Juni wurde bekannt, dass Cook am 1. September 2026 als CEO zurücktritt und den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt. Sein Nachfolger wird John Ternus.

Die politischen Wellen der Krise schlagen hoch: Ein Bündnis aus Verbänden der Telekommunikations-, Automobil- und Medizinbranche warnte gestern in einem Brief an US-Handelsminister Lutnick und Finanzminister Bessent vor der Hortung von Speicherchips durch KI-Rechenzentren. Die Gruppe fordert den Ausbau heimischer Produktion, um Verbraucher und Industrie zu schützen.