Interne Diskussionen bei Apple drehen sich um eine mögliche Abschaffung des Systems in künftigen iPhone-Modellen. Grund sind Platzprobleme und Designziele.**
Schon seit Jahren ist MagSafe ein zentrales Feature des iPhone-Ökosystems. 2020 eingeführt, ermöglicht es das einfache Andocken von Ladegeräten, Kartenetuis und anderen Zubehörteilen. Doch nun mehren sich die Anzeichen, dass Apple diesen Komfort gegen radikalere Designvisionen eintauschen könnte.
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Der chinesische Leaker „Instant Digital“ berichtete zuerst von einem Stimmungsumschwung in Apples Hardware-Entwicklungsteams. Demnach habe die einstige Begeisterung für MagSafe – die sogar eine Integration ins iPad vorsah – einer wachsenden Skepsis Platz gemacht. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit des Führungswechsels: Seit Anfang April ist Hardware-Veteran John Ternus neuer CEO des Konzerns.
Platzfresser im Innenleben
Der Hauptgrund für die Debatte ist simpel: Das Magnetsystem samt Spulen benötigt wertvollen Bauraum. Apples ambitioniertes „Glasswing“-Projekt, das ein iPhone aus einer einzigen Glasscheibe anstrebt, könnte an den dicken Magneten scheitern. Ingenieure suchen daher nach Wegen, das Gerät dünner und leichter zu machen – und MagSafe steht dabei im Weg.
Die Geschichte zeigt bereits, dass der Standard nicht unantastbar ist. Das iPhone 16e, das Ende 2024 auf den Markt kam, verzichtete erstmals auf die eingebauten Magnete. Zwar kehrte Apple nach heftiger Kritik mit dem iPhone 17e zum Standard zurück – doch der Testlauf bewies: MagSafe ist kein Muss mehr.
Hinzu kommen Kostenfragen. Die Magnete verursachen Produktionskosten, die gegen die Einnahmen aus dem riesigen Zubehör-Ökosystem aufgerechnet werden. Manche interne Teams argumentieren, die Magnete seien ein „Design-Opfer“. Eine mögliche Lösung: Die Magnetfunktion wandert komplett ins Case. Wer MagSafe nutzen will, kauft einfach eine Hülle mit eingebauten Magneten.
EU-Regulierung als Gamechanger
Die Zukunft von MagSafe wird auch von außen beeinflusst. Apple war maßgeblich an der Entwicklung des Qi2-Standards beteiligt und steuerte seine magnetische Ausrichtungstechnologie bei. Ein Rückzug aus MagSafe käme daher einer Abkehr von einem selbst mitgeschaffenen Weltstandard gleich.
Gleichzeitig erhöht die EU den Druck. Seit dem 28. April 2026 gilt die USB-C-Pflicht nun auch für Laptops. Die Brüsseler Behörden richten ihren Blick jetzt auf kabelloses Laden. Bis zum 28. Dezember 2026 soll ein Bericht zur weiteren Harmonisierung von Wireless-Charging-Lösungen vorliegen. Sollte die EU bis 2027 einen einheitlichen Standard vorschreiben, verlöre Apples proprietäres MagSafe seinen strategischen Vorteil.
Das faltbare iPhone als Testfall
Der erste große Einschnitt könnte beim lang erwarteten iPhone Fold oder iPhone Ultra kommen. Dieses faltbare Flaggschiff soll Ende 2026 oder Anfang 2027 erscheinen. Laut Lieferkettenberichten wird es im gefalteten Zustand nur 9,0 bis 9,5 Millimeter dick sein, entfaltet sogar nur 4,5 bis 4,8 Millimeter. Um diese schlanke Bauweise mit Dual-Kamera und Hochleistungsakku zu erreichen, müssten die MagSafe-Magnete wohl weichen.
Mit einem erwarteten Preis von über 2000 Euro – umgerechnet rund 1850 Euro – wäre dieses Gerät das erste Premium-Modell seit dem iPhone 11 Pro ohne MagSafe. Ein deutliches Signal, dass Apple Design über Kompatibilität stellt.
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Schon die iPhone-17-Pro-Modelle aus dem Herbst 2025 zeigten Anzeichen einer MagSafe-„Überarbeitung“. Geleakte Case-Designs offenbarten eine Lücke im Magnetarray – notwendig geworden durch eine größere Kamera, die das Apple-Logo und den Ladering verschob. Viele sahen darin einen Vorgeschmack auf die radikaleren Änderungen beim iPhone 18.
Ternus‘ neue Ära
Der Zeitpunkt der Gerüchte ist kein Zufall. CEO John Ternus, ein Hardware-Veteran, steht für Perfektionismus und mutige Design-Entscheidungen. Unter seiner Führung könnte jedes Bauteil auf den Prüfstand kommen – auch MagSafe. Der interne „Zickzack-Kurs“, den Leaker beschreiben, deutet darauf hin, dass die neue Führung bereit ist, liebgewonnene Features zu opfern.
Doch Analysten bleiben skeptisch. MagSafe ist ein bedeutender Umsatztreiber – durch eigenes Zubehör und Lizenzgebühren. Ein kompletter Verzicht würde das iPhone auf das Niveau vieler Android-Flaggschiffe zurückwerfen, die oft noch ohne integrierte Magnete auskommen.
Ausblick: September 2026 als Entscheidungsmoment
Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Sollte das „Glasswing“-Projekt Realität werden, könnte der magnetische Ring durch ein kleineres System ersetzt oder ganz in Cases verbannt werden.
Der iPhone-18-Launch im September 2026 wird der erste große Indikator sein. Bleibt MagSafe im gesamten Line-up erhalten, waren die aktuellen Gerüchte wohl nur verworfene Prototypen. Fehlt die Funktion jedoch beim High-End-Foldable oder „Ultra“-Modell, beginnt das Ende eines der erfolgreichsten Smartphone-Zubehörstandards des Jahrzehnts. Bis dahin bleibt das vertraute „Snap“ beim Andocken ein fester Bestandteil des iPhone-Erlebnisses – auch wenn seine Zukunft in Cupertino auf dem Prüfstand steht.

