Apple führt verpflichtende Altersprüfung für iPhones in Großbritannien ein

Apple integriert eine obligatorische Altersverifikation in iOS, um das britische Online Safety Act zu erfüllen. Die Maßnahme könnte sich global ausweiten und Nutzerfunktionen für nicht verifizierte Accounts einschränken.

Apple reagiert mit einer tiefgreifenden Systemänderung in iOS auf Großbritanniens strenges Online-Sicherheitsgesetz. Seit dieser Woche müssen iPhone-Nutzer im Vereinigten Königreich ihr Alter verifizieren, um uneingeschränkten Zugriff auf den App Store zu behalten. Die Maßnahme, die mit dem iOS 26.4 Developer Beta eingeführt wurde, markiert einen strategischen Schritt des Konzerns, regulatorische Vorgaben direkt im Betriebssystem zu verankern – und könnte zum globalen Standard werden.

Nahtlose Integration in die Systemeinstellungen

Die Umsetzung in der Beta-Version ist auf minimale Nutzerunterbrechung ausgelegt. Direkt nach dem Update erscheint oben in den Systemeinstellungen ein neuer Bereich, der zur Bestätigung des Erwachsenenalters auffordert. Für die meisten Nutzer dauert der Prozess weniger als 30 Sekunden, oft ganz ohne manuelle Eingabe.

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Das System versucht zunächst, das Alter automatisch über die mit dem Apple-Konto verknüpften Zahlungsmethoden zu verifizieren. Eine aktive Kreditkarte gilt hier als ausreichender Altersnachweis, da deren Eröffnung ein Mindestalter von 18 Jahren voraussetzt. Nur wenn diese automatische Prüfung scheitert, müssen Nutzer manuell nachhelfen – entweder durch Scannen einer Kreditkarte oder durch Hochladen eines amtlichen Lichtbildausweises.

Harte Konsequenzen für nicht verifizierte Accounts

Wer die Altersprüfung nicht abschließt, muss mit drastischen Funktionseinschränkungen leben. Zwar gibt es einen „Später bestätigen“-Knopf, doch auf Dauer ist ein Umgehen nicht möglich.

Beta-Tester berichten von einem sofortigen Aussetzen zentraler iOS-Funktionen: Das Herunterladen neuer Apps, der Kauf von Software und In-App-Transaktionen werden blockiert. Ebenso ist der Zugriff auf als 18+ eingestufte Inhalte gesperrt. Diese strikte Durchsetzung verlagert die Verantwortung für den Jugendschutz von einzelnen App-Entwicklern auf die Betriebssystem-Ebene und schafft eine einheitliche Barriere.

Treiber: Das britische Online Safety Act

Hauptgrund für die Einführung ist das britische Online Safety Act. Das Gesetz verpflichtet Technologieplattformen, altersgerechte Zugangsbarrieren zu schaffen, und droht bei Verstößen mit drakonischen Strafen: bis zu 18 Millionen Pfund oder zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes.

Apple geht proaktiv vor und baut die Compliance-Tools direkt in iOS 26.4 ein. Der Fokus liegt aktuell auf der Einschränkung von Apps für Erwachsene und den elterlichen Kontrollen. Datenschutzexperten vermuten jedoch, dass Apple hier die Grundlage für breitere Anwendungen legt. Künftig könnten die Altersverifikations-APIs auch für Drittanbieter wie Webbrowser freigegeben werden. Websites könnten dann das Alter eines Besuchers über die Apple ID prüfen, ohne dass dieser persönliche Dokumente preisgeben müsste.

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Globale Expansion und die Declared Age Range API

Während die auffällige Systemabfrage derzeit auf die UK-Beta beschränkt ist, baut Apple seine Altersverifikations-Infrastruktur weltweit aus. Bereits in der Woche ab dem 23. Februar 2026 kündigte das Unternehmen den Einsatz neuer Tools in den USA (speziell Utah und Louisiana) sowie in Australien, Brasilien und Singapur an – alles Regionen mit neuen, strengen Alterskontrollgesetzen.

Entwicklern stellt Apple dafür die aktualisierte Declared Age Range API zur Verfügung. Dieses Werkzeug erlaubt es App-Erstellern, die Altersgruppe eines Nutzers direkt vom Betriebssystem abzufragen, um regionale Vorgaben zu erfüllen. In Märkten wie Australien und Singapur verhindert der App Store bereits jetzt automatisch das Herunterladen von 18+-Apps, solange das Alter nicht über die Apple-Methoden bestätigt ist.

Hintergrund: Die Gratwanderung zwischen Sicherheit und Privatsphäre

Apples Vorstoß fällt in eine hitzige Debatte über Privatsphäre und digitale Identität. Die Einführung von Alterschecks schafft immer Reibung und wirft Datenschutzfragen auf. Erst am 25. Februar 2026 verkündete die Messaging-Plattform Discord, ihre eigene globale Altersverifikation bis in die zweite Jahreshälfte 2026 zu verschieben. Der ursprüngliche Plan, der Gesichtsscans oder Ausweisdokumente verlangt hätte, war auf massive Nutzerproteste gestoßen.

Analysten heben hervor, dass Apples Ansatz einen deutlichen Kontrast zu Drittanbieter-Diensten darstellt. Indem der Konzern auf vorhandene Ökosystem-Daten – vor allem Zahlungsmethoden – zurückgreift, umgeht er invasive Gesichtsscans oder die mehrfache Weitergabe sensibler Dokumente. Sicherheitsexperten sehen darin ein datenschutzfreundlicheres Modell, das Nutzer vor der Datenernte externer Verifikationsdienste schützt, während es gleichzeitig strenge nationale Gesetze erfüllt.

Ausblick: Vom UK-Test zum weltweiten Standard

Mit dem öffentlichen Release von iOS 26.4 werden Millionen britischer iPhone-Nutzer bald auf die verpflichtende Abfrage treffen. Zunächst sind wohl noch Verfeinerungen an der Benutzeroberfläche und den Algorithmen zu erwarten.

Langfristig rechnen Technologiestrategen damit, dass Apples Infrastruktur über App-Downloads und Geräteeinschränkungen hinauswachsen wird. Regulierungsbehörden in Großbritannien und den USA haben wiederholt Interesse an Altersprüfungen für die generelle Internetnutzung bekundet. Apples proaktive Entwicklung der Declared Age Range API positioniert das Unternehmen als Anbieter eines universellen, privatsphärenorientierten „digitalen Passes“. Angesichts des wachsenden legislativen Drucks könnten die derzeit in Großbritannien getesteten Systeme noch in diesem Jahr zu einem weltweit standardisierten Merkmal des iOS-Ökosystems werden.