Apple gegen OpenAI: 400 Ex-Mitarbeiter und Chip-Diebstahl-Vorwurf

Apple stützt seine Klage gegen OpenAI auf eine MacBook-Analyse und beantragt einen vorläufigen Stopp der geplanten Hardware-Entwicklung.

Der Technologiekonzern Apple hat am 2. September neue Beweise in seinem laufenden Rechtsstreit gegen OpenAI vorgelegt. Im Zentrum des Verfahrens steht der Vorwurf des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen durch ehemalige Apple-Mitarbeiter.

Apple beantragte in diesem Zusammenhang eine einstweilige Verfügung, um die Hardware-Entwicklung bei OpenAI vorerst zu stoppen. Nach Angaben von Apple sind mittlerweile über 400 ehemalige Beschäftigte des iPhone-Herstellers zu dem KI-Unternehmen gewechselt.

Forensische Untersuchung belastet ehemalige Mitarbeiter

Die neuen Beweismittel stützen sich maßgeblich auf die Auswertung eines MacBooks, das der ehemalige Apple-Mitarbeiter Chang Liu am 21. August an seinen früheren Arbeitgeber zurückgegeben hatte. Laut einem am 31. August beim Bundesgericht in Kalifornien eingereichten ergänzenden Schriftsatz wurde das Gerät am 24. August einer forensischen Untersuchung unterzogen.

Dabei will Apple Belege dafür gefunden haben, dass Liu ein vertrauliches Schaltkreis-Schema unrechtmäßig bei OpenAI verwendet hat. Die Analyse habe unter anderem eine Simulation mit dem Werkzeug LTspice vom 18. März sowie Hinweise auf einen KI-Agenten ergeben, der speziell für die Bedienung dieses Programms trainiert worden sei.

Zudem belastet Apple einen weiteren ehemaligen Kollegen, Yu-Ting Peng. Dieser soll Liu dabei unterstützt haben, Beweise für das Fehlverhalten zu vernichten. Die Klage, die bereits im Juli eingereicht wurde, wirft den Beteiligten ein koordiniertes Vorgehen vor.

OpenAI weist Vorwürfe als unbegründet zurück

OpenAI sowie die namentlich genannten Beschuldigten Chang Liu, Tang Tan und das Startup io Products von Jony Ive reagierten am 27. August mit einem Antrag auf eine dauerhafte Abweisung der Klage. OpenAI bezeichnete das juristische Vorgehen von Apple als vorgeschoben und sprach von einem Problem, das Apple selbst verursacht habe.

Die Verteidigung argumentiert, dass Apples eigene Richtlinien zu einer Vermischung von privaten und geschäftlichen Daten geführt hätten, was wiederum Zugriffsschwierigkeiten zur Folge gehabt habe. OpenAI beantragte zudem eine beschleunigte Beweisaufnahme, während Apple dem Unternehmen weiterhin vorwirft, aktiv an der Vernichtung von Beweismitteln beteiligt zu sein.

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OpenAI-Chef Sam Altman äußerte sich in einer Stellungnahme bestürzt über die rechtliche Auseinandersetzung. Er bezeichnete sich als großen Bewunderer des Unternehmens und verwies auf seine persönliche Geschichte mit Apple-Produkten, die bis zu seinem ersten Macintosh LC II zurückreiche. Dennoch wögen die im Raum stehenden Vorwürfe schwer.

Auswirkungen auf die Hardware-Strategie von OpenAI

Der Rechtsstreit fällt in eine Phase, in der OpenAI seine Ambitionen im Hardware-Sektor deutlich ausweitet. Das Unternehmen plant unter anderem den Einstieg in die Robotik. Anfang September bestätigte Sam Altman in einem Podcast, dass OpenAI humanoide Roboter entwickeln werde; entsprechende Stellen für Hardware-Experten in San Francisco sind bereits ausgeschrieben.

Darüber hinaus arbeitet OpenAI an einem eigenen Prozessoren-Projekt mit dem Namen „Titan“. Der Chip soll in Zusammenarbeit mit Broadcom auf Basis der 3nm-Technologie von TSMC gefertigt werden, wobei die Massenproduktion für die zweite Jahreshälfte 2026 anvisiert wird.

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Auch die Kooperation mit dem ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive ist Teil dieser Strategie. Die Übernahme von Ives Startup io durch OpenAI soll rund 6,5 Milliarden US-Dollar kosten, wenngleich sich die Veröffentlichung eines ersten gemeinsamen Geräts auf Ende Februar 2027 verzögern soll.

Flankiert werden diese Pläne durch den sogenannten „Stargate“-Entwurf. Gemeinsam mit Partnern wie Oracle, SoftBank und MGX plant OpenAI Investitionen in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar, um bis zum Jahr 2029 eine Rechenzentrumskapazität von über 9 Gigawatt zu erreichen.

Eine gerichtliche Anhörung zu dem Verfahren zwischen Apple und OpenAI ist für den 1. Oktober 2026 anberaumt.