Apple gegen Oppo: US-Richterin lässt Klage um Apple-Watch-Geheimnisse zu

Apples Vorwürfe zu entwendeten Apple-Watch-Daten werden vor Gericht weiterverhandelt; über eine beantragte einstweilige Verfügung ist noch nicht entschieden.

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Apples rechtlicher Vorstoß gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Oppo und dessen Tochtergesellschaft InnoPeak wegen des Verdachts auf Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen rund um die Apple Watch nimmt weiter Fahrt auf.

Eine US-Bundesrichterin hat laut einem Bericht von appleinsider.com vom 1. Oktober 2026 den Antrag von Oppo auf Abweisung der Klage zurückgewiesen. Damit dürfen sowohl die Klage gegen Oppo und InnoPeak als auch die separate Vertragsbruchklage gegen den ehemaligen Apple-Watch-Ingenieur Chen Shi fortgeführt werden.

Vorwürfe gegen den ehemaligen Ingenieur

Im Zentrum des Falls steht Chen Shi, ein früherer Apple-Watch-Ingenieur. Apple wirft ihm vor, kurz vor seinem Weggang im August 2025 insgesamt 63 vertrauliche Dokumente zu Gesundheits- und Temperatursensoren heruntergeladen und Oppo zugänglich gemacht zu haben.

Laut einem Bericht von courthousenews.com vom 1. Oktober 2026 soll Shi die Dateien drei Tage vor seinem Ausscheiden aus einem geschützten Box-Ordner entwendet und anschließend an Oppo sowie InnoPeak weitergegeben haben. Die betroffenen Unterlagen beziehen sich demnach unter anderem auf Sensortechnologien zur Erfassung von Temperatur, Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung und Herzrhythmusstörungen.

Einem Bericht von appleworld.today vom 1. Oktober 2026 zufolge soll Shi die 63 vertraulichen Dateien zusätzlich auf einen USB-Stick kopiert haben, um sie Oppo zugänglich zu machen. Darüber hinaus soll er private Treffen mit weiteren Mitgliedern des Apple-Watch-Teams organisiert haben – ein Detail, das die Ermittlungen um ein mögliches systematisches Vorgehen ergänzt.

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Gerichtliche Einschätzung und offene Anträge

Die zuständige Richterin, Eumi Lee, sah laut appleinsider.com in ihrer Entscheidung mindestens ein konkret bezeichnetes Geschäftsgeheimnis als plausibel dargelegt an – eine Einschätzung, die ausreichte, um Oppos Antrag auf Abweisung abzulehnen und das Verfahren fortzusetzen.

Noch nicht entschieden ist laut demselben Bericht über einen weiteren Antrag Apples: Im März 2026 hatte der Konzern eine einstweilige Verfügung beantragt, die Oppo verpflichten soll, exponierte Mitarbeiter zu isolieren und die eigenen Systeme auf mögliche weitere Datenabflüsse prüfen zu lassen. Über diesen Antrag liegt bislang keine richterliche Entscheidung vor.

Laut appleworld.today fordert Apple in dem Verfahren neben der einstweiligen Verfügung auch Schadenersatz und Rückerstattung. Zur Untermauerung der Dringlichkeit verweist Apple laut courthousenews.com auf Investitionen in Apple-Watch-Funktionen und zugehörige Dienste, die sich auf Hunderte Millionen US-Dollar belaufen sollen.

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Weiterer Verfahrensverlauf

Oppo und InnoPeak müssen laut appleinsider.com nun eine Klageerwiderung einreichen. Damit bleibt der Fall vorerst in einem frühen prozessualen Stadium – die inhaltliche Auseinandersetzung über die Frage, ob und in welchem Umfang Geschäftsgeheimnisse tatsächlich unrechtmäßig weitergegeben wurden, steht noch aus.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen ein, in denen etablierte Technologiekonzerne gegen den Abfluss sensibler Entwicklungsdaten durch ehemalige Mitarbeiter vorgehen.

Insbesondere im Bereich der Gesundheitssensorik, in dem Wearables wie die Apple Watch zunehmend mit medizinisch relevanten Funktionen ausgestattet werden, dürfte der Schutz entsprechender Patente und internen Know-hows für die betroffenen Hersteller an Bedeutung gewinnen.

Mehr zum Thema bei AppleInsider: „Judge backs Apple in its accusations against Oppo over Apple Watch secrets“