Drittanbieter wie Amazon und B&H Photo senken die Preise für Apples Profi-Notebooks drastisch – und das ausgerechnet nach Rekordzahlen im Konzern.
Rabatte auf breiter Front
Seit Anfang Mai 2026 bieten große Elektronikhändler die M5-Serie des MacBook Pro zu den niedrigsten Preisen seit Markteinführung an. Zwischen Amazon und B&H Photo ist ein regelrechter Preiskampf entbrannt, bei dem Rabatte von über 250 Euro möglich sind.
Das 14-Zoll-MacBook Pro mit M5-Pro-Chip, 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 1-Terabyte-SSD kostet bei B&H Photo mit Gutschein rund 1.949 Euro. Amazon liegt mit 1.984 Euro nur knapp darüber – ein historischer Tiefststand, verglichen mit der unverbindlichen Preisempfehlung von 2.199 Euro.
Auch das Einstiegsmodell mit Standard-M5-Chip und 1-Terabyte-Speicher fiel auf 1.699 Euro. Für das 16-Zoll-MacBook Pro mit M5-Max-Chip, 36 Gigabyte RAM und 2 Terabyte Speicher verlangt B&H Photo sogar nur 3.299 Euro – Amazon liegt bei 3.359 Euro.
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Die aggressive Preispolitik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Apples eigene Lieferkette unter Druck steht. Während die Profi-Notebooks reichlich verfügbar sind, sieht die Lage beim neuen Einsteiger-Modell MacBook Neo völlig anders aus: Dort herrscht Mangel statt Rabatt.
Rekordzahlen dank „überwältigender“ Neo-Nachfrage
Apples Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026, veröffentlicht am 30. April, zeigen einen Konzern im Höhenflug. Der Umsatz erreichte mit 111,2 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau – ein Plus von 17 Prozent im Jahresvergleich. Die Mac-Sparte trug mit 8,4 Milliarden Dollar bei und übertraf damit die Analystenerwartungen.
Konzernchef Tim Cook bezeichnete die Nachfrage nach dem MacBook Neo, das seit dem 11. März 2026 auf dem Markt ist, als „überwältigende“. Das Gerät startet bei 599 US-Dollar (499 Dollar im Bildungsbereich) und lockt laut Cook eine Rekordzahl an Ersteinkäufern zu Apple.
Besonders der Bildungssektor treibt die Nachfrage. Die Schulbehörde von Kansas City etwa stellte kürzlich komplett von Windows und Chromebooks auf das MacBook Neo um. Die Lieferzeiten im Apple Store liegen inzwischen bei Ende Mai 2026.
Lieferengpässe und steigende Kosten
Trotz des Erfolgs kämpft Apple mit erheblichen Lieferkettenproblemen. Cook warnte, dass die Engpässe bei Mac mini, Mac Studio und MacBook Neo noch Monate andauern könnten. Grund ist die unerwartet hohe Nachfrage nach KI-fähiger Hardware – insbesondere für die Plattform OpenClaw.
Die professionellen Desktop-Rechner werden verstärkt für anspruchsvolle KI-Aufgaben genutzt. Die Nachfrage übersteigt Apples Produktionskapazitäten deutlich. Cook zufolge werde es „mehrere Monate“ dauern, bis sich Angebot und Nachfrage angleichen.
Hinzu kommen steigende Kosten für Speicherchips, die künftig die Margen belasten könnten. Im zweiten Quartal hielt Apple die Bruttomarge mit 49,3 Prozent noch stabil. Um die Lieferprobleme zu mildern, investiert der Konzern verstärkt in KI-Infrastruktur und arbeitet weiter mit Partnern wie Google zusammen.
Vision Pro: Flaute führt zu Umstrukturierung
Während die Mac-Sparte boomt, durchlebt Apples Spatial-Computing-Sparte eine Neuausrichtung. Seit Anfang Mai 2026 mehren sich Berichte über eine Umstrukturierung des Vision-Pro-Teams. Grund: Die Verkaufszahlen des im Oktober 2025 erschienenen M5-Modells bleiben mit rund 600.000 Einheiten hinter den Erwartungen zurück – trotz eines Preises von 3.499 Dollar.
Teile der Hardware-Gruppe wurden in andere Abteilungen integriert, vor allem in die Siri- und KI-Bereiche. Mike Rockwell, einst Schlüsselfigur bei der Entwicklung von visionOS, leitet seit Frühjahr 2025 Siri-Projekte.
Zwar sind noch über 600 Stellen im Bereich Vision Pro und Augmented Reality ausgeschrieben, doch konkrete Pläne für eine leichtere oder günstigere Version gibt es nicht. Stattdessen fließen Ressourcen in die Entwicklung von Smart Glasses ohne integrierte Displays – eine strategische Neuausrichtung.
Analyse: Gespaltene Hardware-Strategie
Der Blick auf Apples Hardware-Ökosystem Mitte 2026 zeigt einen klaren Gegensatz: etablierte Produktkategorien boomen, experimentelle Projekte dümpeln vor sich hin. Der Mac hat sich als zentrale Säule der KI-Ära positioniert – mit dem günstigen Neo am unteren und den leistungsstarken M5-Chips am oberen Ende.
Die aggressiven Preisnachlässe bei den MacBook Pros deuten jedoch darauf hin, dass der Profi-Markt langsam gesättigt sein könnte. Händler wie Amazon und B&H nutzen offenbar ihre Lagerbestände, um Umsatz zu machen, während Apples eigene Kanäle durch die Neo-Knappheit blockiert sind.
Finanziell steht der Konzern solide da – ein Aktienrückkaufprogramm über 100 Milliarden Dollar wurde ebenfalls angekündigt. Doch die steigenden Komponentenkosten und die Abhängigkeit von teuren Speicherchips bergen Risiken für die künftige Profitabilität. Das China-Geschäft mit 28 Prozent Wachstum bleibt ein wichtiger Puffer.
Ausblick: WWDC und CarPlay-Upgrade
Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert Apple ein Umsatzwachstum von 14 bis 17 Prozent. Die größte Herausforderung bleibt die Stabilisierung der Lieferkette, um die „überwältigende“ Neo-Nachfrage zu bedienen.
Auf der WWDC 2026 im Juni werden wohl bedeutende Updates für visionOS erwartet – trotz der Umstrukturierung. Zudem soll iOS 26.5 im Mai die lang erwartete Video-Unterstützung für CarPlay bringen, inklusive Apple TV und AirPlay – sofern die Autohersteller mitspielen.
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Für Schnäppchenjäger bietet der aktuelle Preiskampf bei den Händlern eine seltene Gelegenheit: M5-MacBook-Pros zu deutlichen Rabatten, bevor mögliche Preisanpassungen aufgrund steigender Komponentenkosten greifen.

