Gleich mehrere Sicherheitslücken bei Apple und strengere US-Landesgesetze setzen den Datenschutz unter Druck.
Apples Identitätsschutz wackelt
Der iPhone-Hersteller kommt nicht zur Ruhe. Am 3. Juli 2026 schloss Apple eine Sicherheitslücke im Dienst „Hide My Email“ – doch der Ärger ist damit nicht vorbei. Der Fehler, den Sicherheitsforscher Tyler Murphy bereits im Juni 2025 entdeckt hatte, legte die echten E-Mail-Adressen der Nutzer offen. Ausgelöst wurde das Problem durch Spam-Ablehnungsbenachrichtigungen.
Am 15. Juli reichten betroffene Nutzer eine Sammelklage ein. Der Haken: Technische Prüfungen vom 17. Juli zeigen, dass sich die Schwachstelle immer noch ausnutzen lässt. Nur zwei Tage später kam der nächste Schlag: Eine weitere Sicherheitslücke in Mac Mail erlaubt Angreifern, gefälschte E-Mail-Header einzuschleusen. Dabei kann die primäre Adresse des Accounts offengelegt werden – selbst bei Nutzern, die „Hide My Email“ gar nicht verwenden.
Das Misstrauen der Verbraucher wächst. Laut aktuellen Marktforschungen würden 80 Prozent der Kunden Identitätsschutzdienste nutzen, wenn diese direkt in bestehende Apps integriert wären. Zwar haben 55 Prozent der Befragten Zugang zu Überwachungs- oder Betrugslösungen, doch nur 25 Prozent glauben, dass Unternehmen ihre Daten wirklich wirksam schützen.
Neue Gesetze gegen Datenhändler
Die Regulierung der Datenbroker-Branche verschärft sich rasant. In New Jersey unterzeichnete Gouverneur Phil Murphy am 30. Juni 2026 das Gesetz A.5328. Es führt eine Registrierungspflicht für Datenhändler und Unternehmen mit direktem Kundenkontakt ein. Die Gebühren erreichen bis zu 1,5 Millionen Euro, pro verkauftem sensiblen Datensatz drohen Strafen von 50.000 Euro. Das Register startet im Frühjahr 2027.
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Kalifornien treibt seine „DROP“-Plattform (Data Removal Request Provider) voran. Seit Januar 2026 online, müssen ab dem 1. August über 600 registrierte Datenbroker binnen 90 Tagen Löschanträge bearbeiten. Bei Verstößen drohen tägliche Bußgelder von bis zu 200 Euro. Insgesamt haben 23 US-Bundesstaaten inzwischen umfassende Datenschutzgesetze erlassen – allein vier davon im Jahr 2026.
Gerichte und Behörden ziehen nach
Ein Urteil des 10. Bundesberufungsgerichts vom 20. Juli setzt neue Maßstäbe. Die Richter kippten ein Schadensersatzurteil von 500.000 Euro im Fall Ward gegen National Credit Systems. Demnach müssen Betrugsopfer nachweisen, dass Ungenauigkeiten objektiv und leicht überprüfbar sind, um erfolgreich gegen Inkassounternehmen zu klagen.
Die öffentliche Hand holt sich verlorenes Geld zurück. Idaho meldete die Rückgewinnung von 616.000 Euro aus Vergleichen mit Block und dem Nachlass von 23andMe. Der 23andMe-Vergleich über 18 Millionen Euro umfasst 42 Bundesstaaten – nach einem Datenleck, das rund 6,9 Millionen Kunden betraf.
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International bleibt die Lage angespannt. Malaysias Datenschutzbehörde JPDP leitete am 20. Juli Ermittlungen gegen den Telekommunikationskonzern Maxis ein. Grund: Die Abrechnungsdaten eines bekannten Content-Erstellers waren öffentlich geworden. Das Unternehmen benannte einen einzelnen Verantwortlichen für den Vorfall.

