Apple-ID-Erpressung: Behörden warnen vor Angriffen auf Minderjährige

Kriminelle nutzen Social Engineering, um Minderjährige aus ihren Apple-Geräten zu sperren. Behörden raten zu Zwei-Faktor-Authentifizierung und Anzeige.

Sicherheitsbehörden warnen aktuell vor einer zunehmenden Zahl von Erpressungsfällen, bei denen Minderjährige gezielt über ihre Apple-ID und iCloud-Konten angegriffen werden. Die Betrugsmasche, die bereits in verschiedenen internationalen Regionen und verstärkt in Russland beobachtet wurde, zielt darauf ab, junge Nutzer aus ihren eigenen Geräten auszusperren, um anschließend Lösegeld zu fordern.

Manipulative Kontaktaufnahme über Gaming-Chats

Nach Erkenntnissen von Sicherheitsbehörden und Branchenbeobachtern nutzen die Täter gezielte Social-Engineering-Methoden, um das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu gewinnen. Die Kontaktaufnahme erfolgt dabei häufig über Messenger-Dienste oder Chats innerhalb von Online-Spielen. Die Angreifer geben sich in diesen Gesprächen als Gleichaltrige oder bekannte Influencer aus.

Im Verlauf der Kommunikation werden die Minderjährigen unter verschiedenen Vorwänden dazu überredet, sich auf ihrem eigenen Gerät von ihrer persönlichen Apple-ID abzumelden. Stattdessen sollen sie sich mit Zugangsdaten anmelden, die ihnen von den Betrügern zur Verfügung gestellt werden. Sobald dieser Wechsel vollzogen ist, übernehmen die Angreifer über die Fernverwaltungsfunktionen der iCloud die Kontrolle über das Endgerät. Das iPhone oder iPad wird aus der Ferne gesperrt, wodurch die rechtmäßigen Besitzer keinen Zugriff mehr auf ihre Daten oder Funktionen haben. Im Anschluss fordern die Täter die Zahlung eines Lösegelds für die Freigabe des Geräts.

Behörden geben dringende Sicherheitshinweise

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Die russische Aufsichtsbehörde Roskomnadzor sowie das russische Innenministerium (MVD) haben aufgrund der aktuellen Vorfälle detaillierte Sicherheitshinweise veröffentlicht. Ein Vertreter des Innenministeriums betonte, dass Eltern ihre Kinder dringend über die Regeln der digitalen Hygiene aufklären müssten. Insbesondere in Regionen wie Woronesch und der Oblast Rjasan wurden in den vergangenen Tagen vermehrt Warnungen vor diesem spezifischen Schema ausgesprochen.

Sicherheitsexperten der Behörden raten dazu, im Falle einer Sperrung unter keinen Umständen auf die Lösegeldforderungen einzugehen. Stattdessen solle die Kommunikation mit den Erpressern sofort abgebrochen werden. Um strafrechtliche Schritte zu ermöglichen, sei es wichtig, Beweise wie Screenshots der Chatverläufe und der Forderungen zu sichern und umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Präventive Maßnahmen für Familien

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Zur Vorbeugung solcher Angriffe empfehlen Experten der Aufsichtsbehörden eine Reihe von technischen und organisatorischen Maßnahmen. Dazu gehört primär die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Konten. Zudem wird dazu geraten, die Beschränkungen der Bildschirmzeit zu nutzen, um die Installation von Profilen oder Änderungen an den Kontoeinstellungen zu erschweren.

Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Masche besonders tückisch ist, da sie die Hilfsbereitschaft oder Neugier von Kindern ausnutzt. Die Behörden in der Oblast Rjasan unterstrichen zudem, dass die Aufklärung über die Risiken des Teilens von Zugangsdaten ein wesentlicher Bestandteil der elterlichen Medienerziehung sein müsse. Nur durch eine Kombination aus technischen Schutzmaßnahmen und einem geschärften Bewusstsein für die Methoden der Cyber-Kriminellen ließen sich solche Erpressungsversuche wirksam verhindern.