Apple iMac: Das Ende der AMD-Grafik-Ära

Apple hat seine iMac-Computer vollständig auf hauseigene M-Serie-Prozessoren umgestellt und beendet damit die langjährige Partnerschaft mit AMD. Die Strategie verweist Hochleistungs-Profis auf Mac Studio und Mac mini.

Der iMac setzt nur noch auf eigene Grafikchips – die langjährige Partnerschaft mit AMD ist Geschichte. Apple hat seine All-in-One-Computer vollständig auf hauseigene M-Serie-Prozessoren umgestellt. Diese strategische Wende markiert einen Paradigmenwechsel für Grafikkraft im Apple-Ökosystem.

Vom Power-Duo zur Eigenentwicklung

Jahrelang waren iMacs für kreative Profis die erste Wahl, nicht zuletzt dank leistungsstarker AMD Radeon Pro Grafikkarten. Modelle wie der 27-Zoll-iMac oder die Workstation iMac Pro boten diskrete Grafiklösungen, die für anspruchsvolle Aufgaben wie 3D-Rendering oder 4K-Videoschnitt unverzichtbar waren.

Diese Ära ist vorbei. Seit der Umstellung auf Apple Silicon gibt es nur noch den 24-Zoll-iMac mit M-Chip, dessen Grafikleistung aus integrierten GPU-Kernen kommt. Der letzte Intel-iMac mit AMD-Grafik erschien im August 2020, der iMac Pro wurde bereits im März 2021 eingestellt. Für viele Profis stellt sich nun die Frage: Wohin steuert Apple bei Highend-All-in-One-PCs?

Apple Silicon: Die integrierte Revolution

Die M-Chips revolutionieren die Architektur. CPU, GPU und Arbeitsspeicher sind in einem System-on-a-Chip (SoC) vereint. Diese integrierte Bauweise bringt massive Effizienzvorteile. Die sogenannte Unified Memory Architecture lässt CPU und GPU auf denselben schnellen Speicherpool zugreifen – ein Flaschenhals traditioneller Systeme entfällt.

Die GPU-Kerne in Chips wie dem aktuellen M4 unterstützen moderne Techniken wie Hardware-beschleunigtes Raytracing. Benchmarks zeigen: Die integrierte Grafikleistung ist beeindruckend und für viele Profi-Aufgaben mehr als ausreichend. Die reine Rechenkraft pro Watt kann sich sehen lassen.

Die Lücke im Portfolio: Wo bleiben die Profis?

Trotz der Stärken klafft eine Lücke im Angebot. Nutzer, die auf den großen 27-Zoll-5K-Bildschirm und Top-Grafik angewiesen sind, müssen umdenken. Apple lenkt sie heute zu einem modularen Setup: Mac Studio oder Mac mini plus separates Studio Display.

Diese Kombination kann mit M Max- oder Ultra-Chips enorme Leistung bieten. Sie opfert jedoch das elegante, alles-in-einem Design, das den iMac auszeichnete. Die Strategie ist klar: Der 24-Zoll-iMac bedient Consumer und Prosumer, während Hochleistungs-Profis auf die teureren Mac Studio- und Mac Pro-Linien verwiesen werden.

Comeback eines Pro-iMacs?

Das Fehlen eines großen Leistungs-iMacs nährt Gerüchte über ein Revival. Apple dementierte Ende 2023 offiziell einen 27-Zoll-Apple-Silicon-iMac. Branchenbeobachter spekulieren dennoch über ein Pro-Modell, vielleicht sogar mit 32-Zoll-Display.

Sollte es so ein Gerät geben, wird es nicht mit AMD-, sondern mit einem künftigen Top-Apple-Chip wie einem M5 Pro oder M5 Max ausgestattet sein. Geleakte Debug-Kits sollen bereits auf einen unveröffentlichten iMac mit M5 Max-Chip hinweisen. Ein solches Gerät würde die Lücke zwischen dem aktuellen iMac und dem Mac Studio schließen – eine integrierte Workstation für Kreative, die das All-in-One-Format schätzen. Bis dahin bleibt Apples Grafik-Zukunft im iMac eine reine Inhouse-Angelegenheit.