Auf der Entwicklerkonferenz WWDC am Montag stellte Apple eine umfassende KI-Offensive vor. Unter dem Namen Apple Intelligence soll das System iPhones und iPads revolutionieren. Doch für Nutzer in der Europäischen Union bleibt die Tür vorerst geschlossen.
Da die neuen KI-Funktionen in Europa vorerst fehlen, ist es für iPhone-Nutzer umso wichtiger, das Beste aus den kommenden System-Aktualisierungen herauszuholen. Apple-Experte Detlef Meyer zeigt Ihnen in diesem kostenlosen Ratgeber, welche Einstellungen Sie nach jedem Update für Ihre Datensicherheit prüfen sollten. Kostenlosen Update-Ratgeber hier anfordern
Streit um den Digital Markets Act
Apple begründet den Ausschluss mit regulatorischen Hürden. Der Digital Markets Act (DMA) stuft iOS und iPadOS als zentrale Plattformdienste ein – und genau das wird zum Problem. Die EU-Kommission lehnte Apples Vorschlag eines „Trusted System Agent“ ab, einer Art Sicherheits-Zwischenschicht. Auch ein gestaffelter Rollout über 18 Monate fand keine Zustimmung.
Die EU fordere, dass Drittanbieter von KI-Diensten nahezu uneingeschränkten Zugriff auf die Gerätesysteme erhalten, argumentiert Apple. Das gefährde die Privatsphäre der Nutzer. Craig Federighi, Senior Vice President für Softwareentwicklung, zeigte sich enttäuscht über die festgefahrene Lage.
Ein kleiner Lichtblick: Auf dem Mac und der Vision Pro werden die neuen Siri-Funktionen in der EU starten. Wann iPhone- und iPad-Nutzer in Europa nachziehen können, bleibt offen.
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Siri wird zum persönlichen Assistenten neu erfunden
Die überarbeitete Siri ist das Herzstück von Apple Intelligence. Der Sprachassistent versteht künftig, was auf dem Bildschirm passiert – und kann darauf reagieren. Onscreen Awareness heißt das Zauberwort. Dazu kommt „personaler Kontext“: Siri greift auf individuelle Nutzerdaten zu, um Aufgaben zu erledigen. Eine eigene Siri-App synchronisiert den Gesprächsverlauf über iCloud.
Weitere Funktionen der KI-Suite:
- Visuelle Intelligenz: Die Kamera erkennt Objekte und erledigt Mehrschritt-Aufgaben – etwa das Aufteilen einer Rechnung.
- Schreibwerkzeuge: Systemweite Hilfe beim Verfassen und Bearbeiten von Texten.
- Image Playground: Erzeugt fotorealistische Bilder, allerdings mit täglichen Nutzungslimits.
- Leistungssprung: Apps starten 30 Prozent schneller, AirDrop-Übertragungen laufen 80 Prozent flotter.
Die neuen Funktionen brauchen starke Hardware. Unterstützt werden das iPhone 15 Pro und Pro Max, die iPhone-16-Serie sowie iPads und Macs mit mindestens M1-Chip. Die volle Rechenpower an Bord bleibt dem kommenden iPhone 17 Pro und dem gemunkelten iPhone Air vorbehalten.
Führungswechsel und Milliarden-Deal mit Google
Apple Intelligence kommt nicht aus dem Nichts. Interne Berichte sprechen von einem Management-Umbau, nachdem frühere KI-Versuche als wenig erfolgreich galten. John Giannandrea, bisheriger KI-Chef, verließ das Unternehmen im Frühjahr 2026. Die Siri-Entwicklung liegt nun bei Mike Rockwell und Craig Federighi.
Um die KI-Fähigkeiten zu boostern, schloss Apple einen milliardenschweren Deal mit Google. Die Partnerschaft nutzt Gemini-Modelle mit geschätzten 1,2 Billionen Parametern. Kostenpunkt: rund eine Milliarde Euro pro Jahr. Diese Modelle stemmen die komplexen Cloud-Aufgaben – abgesichert durch Apples Private Cloud Compute.
Die WWDC 2026 hatte auch eine historische Note: Es war die letzte Entwicklerkonferenz unter Tim Cook als CEO. John Ternus übernimmt am 1. September 2026 den Chefposten. Eine Entwickler-Beta der neuen Software ist ab sofort verfügbar, eine öffentliche Beta folgt im Juli. Der vollständige Release ist für September geplant.

