Apple Intelligence: EU-Regulierung blockiert KI-Funktionen für iPhones

Apple hält seine fortschrittlichsten KI-Funktionen aus der EU fern. Grund sind ungelöste Konflikte mit dem Digital Markets Act.

Grund sind ungelöste Konflikte mit dem Digital Markets Act.

Datenschutz gegen Regulierung: Der Kern des Streits

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Interoperabilitätsforderung des EU-Digitalgesetzes. Apple müsste seinen semantischen Index für Drittanbieter öffnen – jene Komponente, die Siri erlaubt, persönliche Daten und Kontexte eines Nutzers zu verstehen. Aus Sicht des Konzerns würde dies die Privatsphäre der Anwender gefährden.

Bereits im Frühjahr schlug Apple eine 18-monatige Übergangsfrist vor, um eine technische Lösung zu finden. Die EU-Behörden lehnten ab. Die Folge: Funktionen der sogenannten „Apple Intelligence II“ – darunter die Fähigkeit des Assistenten, den Bildschirminhalt zu erfassen – bleiben iPhones und iPads in der EU vorenthalten. Während macOS voraussichtlich anders behandelt wird, müssen europäische Mobilnutzer vorerst auf die Neuerungen verzichten.

Die neue Siri: Drei Stufen der Intelligenz

Am 8. Juni 2026 stellte Apple auf der Worldwide Developers Conference die grundlegend überarbeitete Siri vor. Für iOS 27 wurde der Assistent mit sogenannten Foundation-Modellen neu aufgebaut – in Zusammenarbeit mit Google. Die Integration von Google Gemini ermöglicht natürlichere Gespräche und systemweite Aktionen.

Das System arbeitet auf drei Ebenen:

  • Lokale Verarbeitung: Ein Modell mit 3 Milliarden Parametern erledigt Offline-Aufgaben direkt auf dem Gerät.
  • Private Cloud Compute: Übernimmt komplexere Anfragen.
  • Google Gemini: Liefert umfassendes Weltwissen.
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Erste Tests in Entwickler-Betas zeigen: Siri kann nun mehrschrittige Befehle ausführen und sich an frühere Interaktionen erinnern. So organisiert sie etwa Notizen basierend auf vorherigen Eingaben. In CarPlay hakt es allerdings noch – Live-Verkehrsdaten und die volle Integration von Drittanbieter-Apps werden noch verfeinert.

Hardware-Hürden: Nur die Neuesten kommen mit

Die neuen KI-Funktionen stellen hohe Anforderungen an die Hardware. Sie laufen ausschließlich auf iPhone 15 Pro und Pro Max oder neueren Modellen – Voraussetzung sind der A17 Pro-Chip und mindestens 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Standard-iPhone-15-Modelle mit A16-Chip und 6 GB RAM bleiben außen vor.

Branchenkreisen zufolge plant Apple deutliche Hardware-Upgrades. Das iPhone 18 und ein neues iPhone 18e (erwartet für Anfang 2027) sollen 9 GB RAM und einen A20-Chip erhalten. Die Pro-Modelle könnten auf 12 GB RAM springen. Noch ambitionierter: Apple entwickelt offenbar AirPods mit Kameras. Sie sollen bis 2027 als Sensoren für „Visuelle Intelligenz“ dienen – Siri könnte dann die Umgebung des Nutzers erkennen.

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Führungswechsel und Wettbewerbsdruck

Die Einschränkungen in der EU fallen in eine phase des Umbruchs bei Apple. Nach der Ernennung von John Ternus zum neuen CEO kam es zu mehreren Abgängen in der Führungsetage. Paul Meade, bisher Leiter der Vision Products Group, wechselte zu OpenAI – in die Hardware-Abteilung, die der frühere Apple-Designer Jony Ive leitet. Sein Nachfolger bei Apple wird Fletcher Rothkopf.

Auch andere Tech-Riesen kämpfen mit der EU-Regulierung. Google-Manager warnten zuletzt, dass geplante Wettbewerbsregeln – etwa die Öffnung von Android für KI-Drittanbieter – das Betrugsrisiko erhöhen könnten. Die EU wiederum hat die Fristen für bestimmte Hochrisiko-KI-Systeme auf Ende 2027 oder 2028 verschoben. Begründung: Es fehlen klare Umsetzungsrichtlinien.