Apple Intelligence: Neue Siri sieht und versteht Bildschirme

Apple präsentiert auf der WWDC einen KI-Assistenten mit Kontextbewusstsein und setzt dabei auf externe Google-Rechenzentren.

Apple hat auf der WWDC eine radikal neue Version seines Sprachassistenten vorgestellt. Siri AI soll künftig nicht nur hören, sondern auch sehen und verstehen können.

Die diesjährige Entwicklerkonferenz WWDC am 9. Juni war nicht nur technisch ein Meilenstein, sondern auch eine emotionale Abschiedsvorstellung. Für CEO Tim Cook, der am 1. September seinen Posten an John Ternus übergibt, war es die letzte große Keynote. Im Mittelpunkt stand aber die Zukunft: „Apple Intelligence“ heißt das neue Ökosystem, das generative KI tief in die Betriebssysteme integriert.

Siri AI: Vom Sprachassistenten zum Alleskönner

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Die neue Siri AI ist kein simpler Sprachassistent mehr. Sie arbeitet auf mehreren Ebenen: einfache Aufgaben erledigt sie direkt auf dem Gerät, komplexere Anfragen landen in Apples Private Cloud Compute (PCC). Für besonders rechenintensive Prozesse setzt Apple nun erstmals auf externe Partner – konkret auf Google und dessen Gemini-Modelle mit 1,2 Billionen Parametern, die auf Nvidia Blackwell B200-GPUs in Googles Rechenzentren laufen.

Die wichtigste Neuerung: Siri AI hat Bildschirmverständnis und Kontextbewusstsein. Der Assistent kann E-Mails, Nachrichten und Kalendereinträge analysieren und daraus selbstständig Aktionen ableiten. In Demonstrationen zeigte Apple, wie Siri Termine aus E-Mails in den Kalender einträgt, Einkaufslisten erstellt oder komplexe Aufgaben über mehrere Apps hinweg automatisiert.

Noch in diesem Jahr soll eine eigenständige Siri AI-App erscheinen. Die multimodalen Fähigkeiten erlauben es dem Assistenten, Bilder und Videos zu verarbeiten – etwa ein Online-Menü zu analysieren und passende Gerichte für eine Party vorzuschlagen oder Sicherheitskamera-Aufnahmen in der Home-App zu beschreiben.

Neue Bildbearbeitung und schnellere Systeme

Neben dem KI-Assistenten bringt Apple Intelligence generative Fotowerkzeuge. „Spatial Reframing“ nutzt neuronale Netze, um Kameraperspektiven virtuell anzupassen. Ein „Cleanup„-Tool entfernt störende Objekte aus Bildern.

iOS 27 verspricht zudem deutliche Leistungssprünge: AirDrop-Übertragungen sollen bis zu 80 Prozent schneller sein, App-Startzeiten um 30 Prozent sinken.

Datenschutz: Apple setzt auf Transparenz

Bei der Verarbeitung sensibler Daten bleibt Apple seinem Ruf treu. Ein „System Orchestrator“ entscheidet, ob eine Anfrage auf dem Gerät bleibt oder in die Cloud wandert. Für die externe Verarbeitung setzt Apple auf Nvidia Confidential Computing und Intel TDX – Technologien, die Daten selbst während der Berechnung verschlüsseln.

Ein öffentlich einsehbares, manipulationssicheres Protokoll dokumentiert sämtliche Hardware in der Google-Cloud. Apple betont: Ein Vertrag mit Google verbietet explizit die Nutzung von Apple-Nutzerdaten für das Training externer Modelle.

Kompatibilität: Nicht jedes iPhone kann mit

Die neuen KI-Funktionen stellen hohe Hardware-Anforderungen:

  • iPhones: iOS 27 läuft ab iPhone 11, die KI-Features benötigen mindestens iPhone 15 Pro, 15 Pro Max oder die iPhone-16-Serie. Die fortschrittlichsten On-Device-Modelle setzen das iPhone 17 Pro oder das iPhone Air voraus.
  • iPads und Macs: Geräte mit M1-Chip oder neuer. Die leistungsfähigsten Modelle (AFM 3 Core Advanced) benötigen 12 GB RAM – verfügbar ab M3 oder M4.
  • Intel-Macs: Schlussstrich unter eine Ära – das neue macOS 27 (Codename „Golden Gate“) beendet offiziell die Intel-Unterstützung.

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Start in Etappen – EU bleibt außen vor

Siri AI startet zunächst auf Englisch. Aufgrund des Digital Markets Act (DMA) werden die KI-Funktionen in der Europäischen Union zum Start nicht verfügbar sein. Auch für China stehen die Freigaben noch aus.

Ein Entwickler-Beta steht ab sofort bereit. Die öffentliche Beta folgt im Juli 2026. Die finalen Versionen von iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 „Golden Gate“ sollen im Herbst an die Nutzer ausgeliefert werden. Einige serverbasierte Funktionen könnten ein iCloud+-Abonnement erfordern und tägliche Nutzungslimits haben.