Der designierte Apple-CEO John Ternus hat seine Vision vorgestellt: aggressive Produktdiversifizierung, KI auf dem Gerät und eine neue „Ultra“-Premiumreihe. Am 1. September 2026 wird er offiziell die Führung von Tim Cook übernehmen, der dann als Executive Chairman im Unternehmen bleibt.
Der Führungswechsel markiert einen Wendepunkt für den Tech-Riesen. Unter Cooks Ära wuchs die Marktkapitalisierung von rund 350 Milliarden auf vier Billionen Dollar, die Jahresumsätze erreichten 2025 satte 416 Milliarden Dollar. Ternus, seit 25 Jahren bei Apple und zuletzt Chef der Hardware-Entwicklung, steht nun vor der Herausforderung, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben – mit neuen Produktkategorien und einer ehrgeizigen Hardware-Strategie.
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Zehn neue Produktkategorien geplant
Apple want sein Hardware-Portfolio massiv ausbauen. Während Cooks Ära drei neue Kategorien hervorbrachte – Apple Watch, AirPods und Vision Pro –, peilt Ternus Berichten zufolge bis zu zehn neue Produktfelder an. Dazu zählen Smart-Home-Displays, Gesundheits-Wearables und sogar Robotik.
Im Zentrum dieser Expansion steht die Marke „Ultra“. Bereits im September 2026 könnte ein faltbares iPhone Ultra auf den Markt kommen, das mit einem 7,8 Zoll großen Display und einem Einstiegspreis von rund 2.000 Dollar aufwartet. Mit nur 4,5 Millimetern Dicke wäre es außergewöhnlich dünn – allerdings offenbar ohne MagSafe oder Action Button.
Auch bei den Macs soll es ein Ultra-Modell geben. Ein MacBook Ultra mit erstmaligem OLED-Touchscreen ist in Entwicklung. Allerdings deuten Berichte auf mögliche Verzögerungen bis ins erste Halbjahr 2027 hin, bedingt durch Komponentenengpässe.
Günstiges MacBook Neo für den Bildungsmarkt
Um die Premium-Offensive auszugleichen, brachte Apple am 27. April 2026 das MacBook Neo auf den Markt. Mit einem Preis von 599 Dollar – und 499 Dollar für Bildungseinrichtungen – zielt es direkt auf den Schul- und Studentenmarkt. Angetrieben wird es von Apples hauseigenem M-Silizium.
KI-Strategie: Alles auf dem Gerät
Bei einer Betriebsversammlung am 26. April 2026 skizzierte Ternus seine KI-Vision. Der Fokus liegt auf On-Device-Verarbeitung, nicht auf Cloud-basierten Modellen. Apples Neural Engine, seit 2017 in den Chips integriert, soll Daten lokal verarbeiten – ein klarer Wettbewerbsvorteil bei Datenschutz und Latenz.
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„Wir liefern keine Technologie um ihrer selbst willen“, betonte Ternus. Ziel seien Erlebnisse, die sich wie „Science-Fiction, die wahr geworden ist“ anfühlen. Konkret dürfte das in künftigen iPhones und spezialisierten Wearables wie KI-Kamera-Brillen münden.
Trotz des Hardware-Fokus bleibt der Services-Bereich ein zentrales Standbein. Mit über 100 Milliarden Dollar Umsatz – getrieben durch Apple Pay, iCloud und Co. – werde er weiterhin das Nutzererlebnis prägen, so Ternus.
Vision Pro: Schwieriger Start, große Ambitionen
Das im Frühjahr 2026 für 3.499 Dollar gestartete Vision Pro kämpft mit Gegenwind. Kritik gibt es an Gewicht, Software-Integration und dem Fehlen einer Killer-App. Interne Berichte vom 26. April deuten auf Führungsschwächen während der Entwicklung hin – selbst Ternus soll in frühen Phasen skeptisch gewesen sein.
Doch der designierte CEO zeigt sich optimistisch: Das Vision Pro befinde sich in der „frühen Phase“. Apple sucht derzeit über 600 Stellen für das Projekt in den USA und Kanada, darunter Hardware-Ingenieure. Zukünftige Versionen sollen leichter werden und mehr native Apps bieten.
Ein medizinischer Meilenstein gelang bereits im Oktober 2025: Dr. Eric Rosenberg von SightMD führte die erste Katarakt-Operation mit dem Vision Pro durch – ein Beleg für das Potenzial in Spezialbereichen.
Ausblick: Integration und Produktion in Indien
Ternus‘ Stärke liegt in der vertikalen Integration – der engen Verzahnung von Hardware, Software und Diensten. Als Architekt des M-Silizium-Umstiegs bei Macs gilt er als Garant für diesen Kurs. Analysten sehen darin den Schlüssel, um im KI-Wettbewerb aufzuholen und AR-Brillen (frühestens 2028–2030) zu realisieren.
Parallel verlagert Apple die Produktion nach Indien – ein strategischer Schritt, um die Abhängigkeit von traditionellen Fertigungsstandorten zu reduzieren und die Stückzahlen für die geplanten neuen Kategorien zu sichern.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Ternus‘ hardwarezentrierte Philosophie das Wachstum der Cook-Ära fortschreiben kann. Der Launch des faltbaren iPhone Ultra im September und die vierte Beta von watchOS 26.5 vom 27. April 2026 liefern erste Indizien.





