Apple kämpft mit explodierenden Speicherkosten

Steigende DRAM- und NAND-Preise zwingen Apple zum Streichen günstiger Modelle. iPad Air 8 und Mac mini zeigen starke Nachfrage trotz Engpässen.

Während das Unternehmen seine M4-Chips erfolgreich in neuen Geräten wie dem iPad Air 8 und Mac mini ausrollt, steigen die Preise für DRAM und NAND-Flash drastisch. Die Folge: Apple streicht günstige Einstiegsmodelle und die Lieferzeiten für Profi-Geräte explodieren.

iPad Air 8 treibt Markterholung an

Der globale Tablet-Markt zeigt im ersten Quartal 2026 erste Stabilisierungstendenzen. Mit 37 Millionen ausgelieferten Einheiten liegt das Volumen minimal über dem Vorjahresniveau. Apple sticht dabei deutlich hervor: 14,8 Millionen ausgelieferte iPads bedeuten ein Wachstum von 7,9 Prozent im Jahresvergleich. Konkurrenten wie Samsung und Xiaomi verzeichnen dagegen zweistellige Rückgänge.

Der wichtigste Treiber dieser Entwicklung ist das iPad Air 8 mit M4-Chip und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Trotz steigender Komponentenkosten hielt Apple am Einführungspreis der Vorgängergeneration fest. Das ist bemerkenswert, denn Hochleistungsspeicher wird für lokale KI-Anwendungen immer wichtiger. Branchenbeobachter sehen 16 Gigabyte RAM zunehmend als neue Mindestanforderung für professionelle Aufgaben.

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Auch im Laptop-Segment zeigt sich der M4-Einfluss. Händler berichten von Preissenkungen beim 15-Zoll MacBook Air mit M4-Chip, 16 Gigabyte RAM und 256-Gigabyte-SSD. Einige Konfigurationen unterschreiten erstmals die 1.000-Euro-Marke.

Mac mini: Innenleben neu geordnet

Der M4-Chip hat auch Apples kleinsten Desktop grundlegend verändert. Eine technische Analyse zeigt ein komplett neu gestaltetes Innenleben des Mac mini. Die Speichermodule sind zwar technisch austauschbar, besitzen aber keinen eigenen Controller mehr. Die Speicherverwaltung wurde direkt in den System-on-a-Chip integriert. Drittanbieter-Reparaturen wären demnach nur mit umfangreicher Reverse-Engineering-Arbeit möglich.

Die Verfügbarkeit der kompakten Desktops leidet jedoch unter dem Preisdruck. Apple strich die 256-Gigabyte-Basisversion des Mac mini und erhöhte den Einstiegspreis auf 799 Euro. Grund dafür sind explodierende Speicherkosten: Die DRAM-Preise stiegen im ersten Quartal 2026 um 90 Prozent, für das zweite Quartal wird ein weiterer Anstieg um 40 bis 50 Prozent erwartet. Auch NAND-Flash-Speicher verteuerte sich im Frühjahr um rund 50 Prozent.

Lieferengpässe bei MacBook Neo und Pro

Die Speicherkrise erfasst auch die neu eingeführte MacBook-Neo-Reihe mit A18-Pro-Chip. Zwar erreichte das Gerät am 11. Mai mit 589 Euro einen Rekordtiefpreis, doch die Lieferzeiten sind massiv gestiegen. Der A18-Pro-Chip ist knapp – Apple verdoppelte sein Produktionsziel auf zehn Millionen Einheiten und orderte teure Zusatzläufe beim Fertigungspartner TSMC.

Noch dramatischer ist die Lage im High-End-Segment. Das Mac Studio ist aktuell nur in der 96-Gigabyte-Konfiguration verfügbar, die Lieferzeit beträgt bis zu zwei Monate. Ähnliche Verzögerungen gibt es beim MacBook Pro mit M5-Max-Chip – einige Kunden müssen bis Juni warten. Branchenkenner vermuten, dass Speicherhersteller derzeit High-Bandwidth-Memory für KI-Server priorisieren. Consumer-Hardware bleibt auf dem übrig gebliebenen Rest hängen.

Software-Update und strategische Ausrichtung

Apple bereitet sich auf die Worldwide Developers Conference am 8. Juni vor. Am 11. Mai veröffentlichte das Unternehmen watchOS 26.5 und die finale Kandidatenversion von iOS 26.5. Die Updates konzentrieren sich auf Sicherheit und Stabilität, unter anderem werden die Schwachstellen CVE-2026-28950 und CVE-2026-28991 geschlossen.

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Die Speicherkosten könnten laut Analysten mittlerweile zwischen 15 und 40 Prozent der Materialkosten eines Geräts ausmachen. Apples langfristige Verträge bieten zwar einen gewissen Schutz, doch das Unternehmen steht zunehmend vor der Wahl: Preise erhöhen oder margenschwache Konfigurationen streichen. Das 699-Euro-Einstiegsmodell des MacBook Neo steht daher auf der Kippe.

Ein Beispiel für den Wertverlust im Gebrauchtmarkt: Ein hochspezifiziertes MacBook Pro mit M4-Max-Chip, 64 Gigabyte RAM und 4 Terabyte Speicher wechselte kürzlich für 1.501 Euro den Besitzer. Der Neupreis einer vergleichbaren M5-Max-Konfiguration liegt bei fast 4.900 Euro.

Ausblick: Effizienz vor Innovation

Für den restlichen Teil des Jahres 2026 zeichnet sich ein klares Bild ab: Apple setzt auf Effizienz und Akkulaufzeit, nicht auf radikale Designänderungen. Die kommende Apple Watch Series 12 und Ultra 3 sollen laut Berichten langlebigere Akkus und effizientere LTPO-OLED-Displays erhalten. Neue biometrische Funktionen wie Touch ID sind nicht geplant – der begrenzte Innenraum lässt keine Experimente zu.

Das erwartete macOS 27, das am 8. Juni vorgestellt werden soll, bringt angeblich eine „Liquid Glass 2.0″-Designsprache und tiefere Integration des MLX-Frameworks für KI auf dem Gerät. Mit diesem Update dürfte Apple den endgültigen Abschied von Intel-basierten Systemen einläuten. Ob das Unternehmen seine Lieferengpässe bis zum Herbst in den Griff bekommt oder höhere Einstiegspreise zur neuen Normalität werden, bleibt abzuwarten.