Apple kämpft um CXMT-Deal: Speicherchip-Preise um 63% gestiegen

Apple beantragt Ausnahmegenehmigung für CXMT-Chips, um steigende Speicherkosten zu senken. Politischer Widerstand wächst.

Der Tech-Riese Apple setzt alles daran, Speicherchips vom chinesischen Hersteller CXMT einkaufen zu dürfen – und das trotz eines Pentagon-Blacklist-Eintrags. Seit Wochen drängt das Unternehmen auf eine Ausnahmegenehmigung aus Washington.

Hintergrund ist der rasante Anstieg der Speicherchip-Preise, der Apples Produktion massiv unter Druck setzt. Bereits im zweiten Quartal 2026 verteuerten sich DRAM-Komponenten um bis zu 63 Prozent, Enterprise-SSDs legten um fast 53 Prozent zu. Die Folgen spüren Kunden weltweit: Apple erhöhte die Preise für MacBook, iPad und HomePod um 15 bis 25 Prozent.

Warum CXMT für Apple so attraktiv ist

Der chinesische Hersteller bietet deutlich günstigere Konditionen als die etablierten Lieferanten Samsung, SK Hynix oder Micron. Für Apple geht es um immense Summen: Während Speicherchips beim iPhone 17 Pro (256 GB) 2025 noch rund neun Prozent der Materialkosten ausmachten, könnten es beim iPhone 18 Pro satte 27 Prozent sein. Ein Deal mit CXMT wäre der wohl effektivste Hebel, diese Kostenexplosion zu bremsen.

Bereits vor mehr als einem Monat nahm Apple Gespräche mit dem US-Handelsministerium auf. Das Unternehmen will eine verbindliche Zusage, dass CXMT nicht auf die strengere Entity List gesetzt wird – ein Schritt, der sämtliche Handelsbeziehungen sofort beenden würde.

Der unsichere Status auf der Blacklist

CXMT steht auf der sogenannten Section 1260H-Liste des Pentagons, die Unternehmen als „militärische Kollaborateure“ Chinas führt. Die Einstufung gleicht einer Achterbahnfahrt: Im Januar 2025 kam CXMT auf die Liste, wurde im Februar 2026 gestrichen – und im Juni 2026 wieder aufgenommen.

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Rein rechtlich hindert der Blacklist-Eintrag US-Firmen nicht am Einkauf. Doch das Reputationsrisiko ist enorm. Schon im Oktober 2025 stand CXMT kurz vor der Aufnahme in die Entity List, die damals nur wegen laufender Handelsgespräche ausgesetzt wurde.

Politischer Gegenwind aus Washington

Der Vorstoß stößt auf erbitterten Widerstand. John Moolenaar, Vorsitzender des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, warnte: Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das mit dem chinesischen Militär verbunden sei, wäre ein schwerer Fehler. Bereits 2022 hatte der Kongress Apple scharf kritisiert, als der Konzern Lieferungen vom chinesischen Chip-Hersteller YMTC prüfte.

Die Börse reagierte gespalten: Apples Aktie legte am Montag vorbörslich um 0,4 Prozent auf 285,10 Euro zu. Der US-Konkurrent Micron dagegen verlor über sechs Prozent – Anleger fürchten, dass ein CXMT-Deal die bestehende Lieferkette durcheinanderwirbeln könnte.

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CXMT auf Rekordkurs

Der chinesische Hersteller selbst befindet sich im Höhenflug. Im ersten Quartal 2026 steigerte CXMT seinen Umsatz im Jahresvergleich um 700 Prozent. Ein Börsengang über umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro ist in Vorbereitung. Branchenexperten prognostizieren, dass CXMT bis Ende 2026 die 46-Milliarden-Euro-Umsatzmarke knacken könnte – vorausgesetzt, der Konzern kann seinen Fußabdruck in der globalen Lieferkette weiter ausbauen.