Apple steckt in der Klemme. Die Entwicklung eigener Prozessoren für KI-Rechenzentren, intern unter dem Codenamen „Baltra“ oder „Valtra“ bekannt, hinkt dem Zeitplan hinterher. Ursprünglich für 2026 angekündigt, verzögert sich der Chip nun aufgrund von Infrastrukturproblemen und Leistungslücken. Das berichten Brancheninsider aus dem Umfeld des Unternehmens.
Auf der Suche nach externer Hilfe
Um die Lücke zu schließen, schaltet Apple nun auf Einkaufstour. Der Konzern sondiert den Markt nach Halbleiter-Start-ups und hat bereits Gespräche mit mehreren Chipdesignern und Finanzinstituten geführt. Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen Zulieferern für große KI-Rechenleistungen zu reduzieren.
Die Notwendigkeit ist dringend. Aktuell setzt Apple in seinen Servern auf M2-Ultra-Chips – doch die stoßen bei komplexen KI-Modellen an ihre Grenzen. Für rechenintensive Aufgaben wie bestimmte Siri-Funktionen muss der Konzern daher auf Nvidia-Grafikprozessoren zurückgreifen, die er über die Google Cloud bezieht. Ein teurer und strategisch unbefriedigender Umweg.
Langer Atem gefragt
Die interne Roadmap für Server-Silizium zeigt: Es wird Jahre dauern. Zwar soll ein M5-Ultra-Chip als Übergangslösung kommen, doch ein leistungsstärkerer M7-Ultra-Serverprozessor wird frühestens 2029 erwartet. In der Zwischenzeit verhandelt Apple mit dem Start-up PrismML und anderen Halbleiterfirmen, um sich extern Know-how und Technologie zu sichern.
Finanzielle Wende: Milliarden für Zukäufe
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Um größere Übernahmen stemmen zu können, lockert Apple seine langjährige Finanzstrategie. Finanzchef Kevan Parekh signalisierte einen Abschied von der „Net-Cash-Neutral“-Politik – ein Schritt, der milliardenschwere Deals erst möglich macht.
Die Kasse ist prall gefüllt: Zum 28. März verfügte Apple über rund 45,6 Milliarden Euro an Barmitteln. Erst im Januar hatte der Konzern die KI-Firma Q.ai für umgerechnet knapp zwei Milliarden Euro übernommen. Analysten sehen in der neuen Flexibilität einen gezielten Versuch, die KI-Infrastruktur durch aggressive Zukäufe massiv zu beschleunigen.
Partnerschaften und Führungswechsel
Trotz der hauseigenen Chip-Probleme sichert sich Apple langfristig ab. Die Partnerschaft mit Broadcom wurde bis 2031 verlängert – ein Deal im Wert von rund 27 Milliarden Euro. Er garantiert die Versorgung mit Hochleistungskomponenten für die kommenden Jahre.
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Die technischen Herausforderungen fallen in eine Zeit des Umbruchs. Im September wird Tim Cook voraussichtlich das CEO-Amt an John Ternus übergeben. Gleichzeitig expandiert Apple seine KI-Dienste international: Erst kürzlich erhielt Apple Intelligence durch Partnerschaften mit Alibaba und Baidu die Zulassung für den chinesischen Markt.
Die Börse reagierte positiv auf die Nachrichten über die Übernahmestrategie und die Lockerung der Finanzpolitik: Die Apple-Aktie legte um 4,01 Prozent auf umgerechnet rund 300 Euro zu.

