Apple KI-Server: Milliarden-Investment in Nvidia-Technologie

Apple prüft eigene KI-Server mit M8-Ultra-Prozessoren und möglicher Nvidia-Anbindung. Ein Start vor 2029 gilt als unwahrscheinlich.

Apple könnte nach über einem Jahrzehnt Abstinenz wieder in den Server-Markt einsteigen – diesmal mit Fokus auf künstliche Intelligenz. Berichten zufolge, die Mitte September 2026 unter anderem von tomshardware.com, heise.de und techspot.com aufgegriffen wurden, arbeitet der Konzern an eigenen KI-Server-Konfigurationen auf Basis von M8-Ultra-Prozessoren, kombiniert mit Technologie von Nvidia. Ziel sei es, mobile KI-Operationen des Unternehmens zu unterstützen.

Zwei Chip-Konfigurationen im Gespräch

Laut The Information prüft Apple für die Server zwei Bauformen: Boards mit entweder zwei oder vier M8-Ultra-Chips, die sich bis zur Rack-Ebene skalieren lassen sollen. Ein Marktstart wird demnach nicht vor 2029 erwartet – und selbst dieser Zeitplan steht unter Vorbehalt, da das Projekt laut mehreren Berichten noch verworfen werden könnte. Apple selbst hat die Pläne bislang nicht bestätigt.

Nvidia als möglicher Technologiepartner

Ein zentraler Punkt der Berichterstattung betrifft die Netzwerktechnologie: Apple soll geprüft haben, Nvidias NVLink Fusion einzusetzen, bestätigt ist dies jedoch nicht. NVLink Fusion könnte demnach auf Chip-, Board- und Serverebene zum Einsatz kommen. Apple habe laut The Information Gespräche mit Nvidia über eine Lizenzierung der Technologie geführt, was auch von Bloomberg aufgegriffen wurde.

Als Vergleichswert wird NVLink 6 genannt, das bis zu 72 Beschleuniger mit rund 3,6 Terabyte pro Sekunde pro Beschleuniger verbinden kann. Aus Sicht von Ingenieuren gilt NVLink Fusion als derzeit beste verfügbare Option, da Apples eigene UltraFusion-Technologie für Rack-Scale-Anwendungen nicht ausreiche.

Untermauert wird die Kooperationsthese durch einen weiteren Bericht, wonach Apple bereits rund 1 Milliarde US-Dollar in Nvidia-Hardware investiert habe – darunter 250 Nvidia-NVL72-Server zu jeweils 3,7 bis 4 Millionen US-Dollar pro Einheit.

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Projekt läuft seit rund einem Jahr

Das Serverprojekt wurde den Berichten zufolge vor etwa einem Jahr gestartet und wird von John Ternus unterstützt, der zum Startzeitpunkt Hardware-Chef war und inzwischen als CEO fungiert. Als Zielgruppe der geplanten Server werden KI-Entwickler, Unternehmen sowie Regierungen und Behörden genannt, die eigene KI-Modelle betreiben wollen.

Sollte Apple das Projekt tatsächlich umsetzen, wäre es die erste dedizierte Server-Hardware des Unternehmens seit der Einstellung des Xserve. Dieser war von 2002 bis 2011 im Verkauf und wurde anschließend eingestellt. Aktuell betreibt Apple bereits Server für den Dienst Private Cloud Compute, allerdings nicht in der nun diskutierten KI-Server-Dimension.

Kontext: Nachfrage nach Apple-Hardware für KI-Zwecke

Dass Apple-Hardware im KI-Umfeld gefragt ist, zeigen weitere Berichte aus demselben Zeitraum: OpenAI habe demnach „Zehntausende“ Mac mini und Mac Studio angeschafft, während Anthropic Mac minis über AWS anmietet.

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Die Abhängigkeit von einem einzigen KI-Hardware-Lieferanten ist ein Klumpenrisiko: Apple hat laut Bericht rund 1 Milliarde US-Dollar in Nvidia-Hardware investiert, prüft für eigene Server aber zugleich eine Lizenzierung der NVLink-Technologie. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Beschaffungsrisiken in der KI-Infrastruktur systematisch bewerten. Risiko-Check für Ihre KI-Hardware starten

Auch Apples eigener Mac-Umsatz habe sich im Berichtsquartal auf 10,4 Milliarden US-Dollar belaufen, ein Plus von 29 Prozent. Nvidia wiederum verzeichnete im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 im Networking-Segment einen Umsatz von 8,2 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 162 Prozent.

Diese Zahlen unterstreichen den branchenweiten Trend zu wachsender Nachfrage nach KI-tauglicher Infrastruktur, in dem sich Apples mögliches Server-Comeback einordnen ließe. Ob das Unternehmen das Projekt tatsächlich bis zur Marktreife führt, bleibt angesichts der frühen Projektphase und der eingeräumten Möglichkeit eines Rückzugs offen.