Apple verschärft den Kampf gegen Diebstahl: Neue Sicherheitsfunktionen sollen gestohlene iPhones faktisch wertlos machen. Doch fast jeder vierte Nutzer verzichtet noch auf entscheidende Schutzmaßnahmen.
Kill-Schalter gegen Handy-Diebe
In Zusammenarbeit mit der Polizei hat Apple einen globalen „Kill Switch“ eingeführt – eine Funktion, die gestohlene Geräte dauerhaft deaktivieren kann. Nach erfolgreichen Tests mit der Londoner Metropolitan Police können Beamte nun die IMEI-Nummern entwendeter iPhones melden, woraufhin Apple die Hardware komplett sperrt.
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Die Erfolge sind beachtlich: In London gingen Mobiltelefon-Diebstähle zwischen Juni 2025 und Mai 2026 um 18 Prozent zurück. In besonders betroffenen Bezirken wie Westminster lag die Reduktion sogar bei 45,8 Prozent. Polizeipräsident Sir Mark Rowley betonte, dass nur noch ein Bruchteil gestohlener iPhones erfolgreich reaktiviert werden könne.
Jeder Vierte ohne Schutz
Interne Apple-Daten vom 12. Juni zeigen ein gemischtes Bild: Immerhin 77 Prozent der iPhone-Nutzer im Vereinigten Königreich haben den „Stolen Device Protection“-Modus aktiviert. Doch 23 Prozent verzichten noch auf diesen wichtigen Schutz – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Die Funktion zwingt Diebe in die Knie: Für kritische Aktionen wie das Ändern des Apple-ID-Passworts, das Deaktivieren der „Mein iPhone suchen“-Funktion oder das Löschen des Geräts ist eine einstündige Sicherheitsverzögerung plus biometrische Authentifizierung per Face ID oder Touch ID nötig. Das verschafft den Besitzern wertvolle Zeit, ihr Gerät als gestohlen zu melden.
Smishing-Welle: Kriminelle setzen auf Betrug
Da die Hardware-Sicherheit immer besser wird, verlagern Kriminelle ihre Angriffe auf die menschliche Schwachstelle. Ein Bericht von Infoblox Threat Intel identifizierte über 10.000 betrügerische Domains, die speziell auf Besitzer gestohlener iPhones abzielen.
Die Masche: Über SMS-Phishing („Smishing“) und den Messengerdienst Telegram verschicken Kriminelle personalisierte Nachrichten an ihre Opfer. Diese führen auf gefälschte Apple-Seiten, die den angeblichen Standort des gestohlenen Geräts auf einer Karte anzeigen – ein Trick, um Vertrauen zu gewinnen. Das Ziel: Apple-ID-Passwort oder Gerätecode abgreifen. Der Verkehr auf diesen betrügerischen Domains stieg 2025 um 350 Prozent. Entsperrdienste für gestohlene Geräte werden im Untergrund für fünf bis 50 Euro gehandelt.
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Fünf Schutzschalter, die jeder kennen sollte
Sicherheitsexperten empfehlen über den Diebstahlschutz hinaus weitere Einstellungen:
- Sperrbildschirm-Beschränkungen: Das Kontrollzentrum auf dem Sperrbildschirm deaktivieren – sonst können Diebe den Flugmodus aktivieren und das Gerät vom Netz trennen.
- USB-Eingeschränkter Modus: Verhindert Datenverbindungen über den Lightning- oder USB-C-Anschluss, sobald das Gerät eine Weile gesperrt ist.
- Erweiterter Datenschutz für iCloud: Verschlüsselt Backups, Fotos und die meisten anderen iCloud-Daten Ende-zu-Ende.
- Datenschutzfunktionen: Mail-Datenschutz und Warnungen vor betrügerischen Websites in Safari aktivieren.
Apple bringt am 12. Juni 2026 eine Marktkapitalisierung von rund 4,35 Billionen Dollar auf die Waage – das Vertrauen der Kunden in die Gerätesicherheit ist für den Konzern von existenzieller Bedeutung.
iOS 27: Was die nächste Version bringt
Ein öffentlicher Beta-Test von iOS 27 wird für Juli 2026 erwartet, die finale Version soll im Herbst erscheinen. Zu den Neuerungen zählen eine überarbeitete Kindersicherung mit der Funktion „Ask to Browse“, die nur von Eltern freigegebene Webseiten zulässt. Ein automatisierter Einrichtungsassistent für Kinderkonten mit altersgerechten Beschränkungen soll die Konfiguration vereinfachen.
Für Fotografen hält das Update eine neue Siri-gesteuerte Kamerafunktion bereit, die manuelle Einstellungen ersetzt. Künstliche Intelligenz ermöglicht das Entfernen von Objekten und das Erweitern von Bildern. Erste Entwickler-Betas zeigten allerdings noch „KI-Halluzinationen“ beim Bildbereinigungswerkzeug – ein Problem, das Apple bis zur öffentlichen Veröffentlichung im nächsten Monat beheben dürfte.

