Der Technologiekonzern Apple hat eine betrügerische App aus seinem offiziellen App Store entfernt, die sich als die bekannte Krypto-Analyseplattform DeFiLlama ausgegeben hatte. Die Löschung erfolgte erst nach einer monatelangen Phase der Untätigkeit, in der das Unternehmen Berichte über die gefälschte Anwendung ignoriert haben soll. Erst eine gezielte Beweisführung durch den DeFiLlama-Gründer führte schließlich zur Entfernung der Schadsoftware.
Gezielte Aktion überführte betrügerische Anwendung
Wie der DeFiLlama-Gründer 0xngmi Mitte August mitteilte, sah er sich gezwungen, Apple die kriminellen Aktivitäten der App durch ein Experiment zu beweisen. Er lud die gefälschte Anwendung selbst aus dem App Store herunter, erstellte eine Wallet mit echtem Kryptoguthaben und ließ diese durch die App leeren. Den Prozess dokumentierte er und reichte die Beweise bei Apple ein. Wenige Tage nach dieser Aktion wurde die App schließlich aus dem Store entfernt.
Bei der fraglichen Software handelte es sich um einen einfachen Klon, der Nutzer zur Eingabe ihrer Seed-Phrasen aufforderte, um Zugriff auf deren Vermögenswerte zu erhalten. Den Betreibern der betrügerischen App war es gelungen, Apples Identitätsprüfungsverfahren zu umgehen, indem sie sich unter den Namen bereits aufgelöster Unternehmen registrierten.
Der aktuelle Fall zeigt deutlich, wie raffiniert Kriminelle vorgehen, um an sensible Zugangsdaten auf Mobilgeräten zu gelangen. Dieser kostenlose Ratgeber enthüllt, wie Sie solche Ausspähversuche rechtzeitig erkennen und Ihr Smartphone effektiv absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Dieser Vorfall hatte direkte Auswirkungen auf die offizielle Veröffentlichungsstrategie von DeFiLlama: Das Team verzögerte den Start der eigenen iOS-App um mehrere Monate, um die Sicherheit der Nutzer nicht durch die bestehende Verwechslungsgefahr zu gefährden. Inzwischen ist die offizielle Anwendung von DeFiLlama live im App Store verfügbar.
Häufung von Phishing-Fällen im Apple-Ökosystem
Der Fall DeFiLlama reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen im App Store ein. Apple hatte bereits im Jahr 2024 über 320.000 Einreichungen wegen des Verdachts auf Kopien und Betrug abgelehnt, doch gelangen immer wieder schadhafte Anwendungen durch die Prüfungsprozesse. Branchenanalysten von Kaspersky zählten allein im April dieses Jahres 26 betrügerische Wallet-Apps im offiziellen Store.
Die finanziellen Schäden für betroffene Nutzer sind erheblich. Im Frühjahr verlor der Musiker Garrett Dutton, bekannt als G. Love, fast 6 BTC – was zu diesem Zeitpunkt einem Wert von rund 420.000 USD entsprach – durch eine gefälschte Ledger-App. Im Mai kam es zu einem weiteren Vorfall, bei dem eine Phishing-Kopie der Plattform Uniswap rund 400.000 USD von Tradern erbeutete.
Wer sich mit der Sicherheit seiner digitalen Konten befasst, sollte über neue Alternativen zu klassischen Passwörtern nachdenken, um Phishing-Angriffe ins Leere laufen zu lassen. Ein kostenloser Report erklärt die Technologie, die Hackern keine Chance mehr lässt und das Einloggen bei großen Diensten sicherer macht. Sichere Alternative zu Passwörtern jetzt gratis nachlesen
Wachsender juristischer Druck auf Apple
Die anhaltenden Probleme mit betrügerischen Krypto-Anwendungen beschäftigen mittlerweile auch die Gerichte. Ende Juli reichten drei Bitcoin-Halter eine Klage gegen Apple ein. Sie machen den Konzern für einen Verlust in Höhe von 1,8 Mio. USD verantwortlich, der durch eine gefälschte App für die Sparrow-Wallet entstanden sein soll.
Die Vorwürfe gegen Apple wiegen schwer, da der Konzern für seine strengen Kontrollmechanismen im App Store bekannt ist und dafür Gebühren von Entwicklern erhebt. Die Kläger argumentieren, dass Apple seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei, indem es offensichtliche Kopien und Phishing-Anwendungen für den Vertrieb freigab.
Der aktuelle Fall um DeFiLlama verstärkt die Kritik an der Geschwindigkeit und Effektivität von Apples internen Prüf- und Reaktionsprozessen bei gemeldetem Betrug.

