Apple-Klage Großbritannien: 2 Milliarden Pfund wegen App Tracking

Britische App-Entwickler werfen Apple wegen ATT eine Benachteiligung vor. Das Verfahren könnte frühestens Ende 2028 vor Gericht beginnen.

Apple sieht sich in Großbritannien mit einer Sammelklage in Höhe von 2 Milliarden britischen Pfund (2,7 Milliarden US-Dollar) konfrontiert. Die Klage wurde beim Competition Appeal Tribunal (CAT) in London eingereicht und richtet sich gegen die App Tracking Transparency-Funktion (ATT) des Konzerns.

Vorwurf: Ungleichbehandlung zwischen Apple und Drittanbietern

Hinter der Klage steht die eigens gegründete ATT Collective Action Limited, geführt von Ann Pope, einer ehemaligen leitenden Direktorin der britischen Wettbewerbsbehörde CMA. Sie vertritt britische App-Entwickler im Verfahren. Im Zentrum des Vorwurfs steht die 2021 eingeführte ATT-Funktion, die es Nutzern erlaubt, das Tracking durch Drittanbieter-Apps zu unterbinden.

Die Kläger argumentieren, Apple habe damit Drittanbieter-Apps strengeren Einwilligungsanforderungen unterworfen als seine eigenen Werbedienste. Dadurch habe der Konzern seine Marktdominanz missbraucht und den Entwicklern erhebliche wirtschaftliche Verluste zugefügt.

Apple selbst hat sich bislang nicht offiziell zu der neuen Klage geäußert. Grundsätzlich verteidigt das Unternehmen ATT jedoch als Datenschutzmaßnahme im Interesse der Nutzer und betont, dass seine eigenen Apps kein Tracking betreiben würden.

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Verfahren erst ab 2028 vor Gericht

Bis zu einer Verhandlung wird es dem Vernehmen nach noch dauern: Der Fall ist beim Competition Appeal Tribunal frühestens für Ende 2028 terminiert. Branchenbeobachter ordnen die Klage in ein größeres Muster von Durchsetzungsverfahren ein, die Apple wegen mutmaßlicher Selbstbevorzugung gegenüber Drittanbietern vorwerfen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Apple die Zulassung der Sammelklage als solche anfechten wird.

Für den britischen Markt ist das Verfahren nicht der erste Rückschlag dieser Art: Bereits im Oktober 2025 hatte das CAT in einem separaten Fall über 1,5 Milliarden Pfund entschieden, dass Apple seine beherrschende Marktstellung missbraucht habe.

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Wachsender regulatorischer Druck in Europa

Die neue Klage reiht sich in eine Serie regulatorischer Auseinandersetzungen ein, denen sich Apple in Europa ausgesetzt sieht. In Frankreich verhängten Behörden 2025 eine Geldstrafe von 150 Millionen Euro gegen den Konzern, in Italien wurde im Dezember 2025 eine Strafe von 115 Millionen US-Dollar fällig.

In Deutschland erzwangen Aufsichtsbehörden im August 2026 Änderungen an Apples Praktiken. Insgesamt summieren sich die von Frankreich und Italien verhängten Geldstrafen laut Berichten auf über 200 Millionen Pfund. Zusätzlich laufen in Polen und Rumänien eigene Untersuchungen zu Apples Geschäftspraktiken.

Die Häufung von Verfahren auf mehreren europäischen Märkten zeigt, dass Apples Umgang mit App-Tracking und der Behandlung von Drittanbietern gegenüber eigenen Diensten zu einem zentralen Streitpunkt für Wettbewerbsbehörden und Gerichte in Europa geworden ist. Für App-Entwickler in Großbritannien bleibt der Ausgang der aktuellen Sammelklage jedoch vorerst offen – eine gerichtliche Klärung ist frühestens gegen Ende des Jahrzehnts zu erwarten.