Am 8. Juni enthüllt Apple die nächste Generation seines Tablet-Betriebssystems – die Weichen sind gestellt.
CUPERTINO — Apple hat am Montag die offiziellen Einladungen zur Worldwide Developers Conference (WWDC) 2026 verschickt. Der Konzern kündigt die Keynote für den 8. Juni an und stimmt die Branche mit dem Motto „Coming bright up“ auf neue Software-Innovationen ein. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das aktuelle iPadOS 26 mit der Beta-Version 26.5 seinen Reifeprozess abschließt. Im Zentrum steht dabei das Windowed Apps Mode, ein System, das die Art und Weise, wie Nutzer auf dem iPad arbeiten, grundlegend verändert hat.
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Der Durchbruch: Fenster wie am Mac
Mit der Einführung von iPadOS 26 im September 2025 zog Apple einen Schlussstrich unter das umstrittene Stage Manager. Statt fixer App-Gruppen bietet das neue System eine freie Fensteranordnung, die stark an macOS erinnert. Nutzer können Fenster per Drag & Drop von jeder Ecke oder Kante aus in der Größe verändern – ein Paradigmenwechsel für das Tablet.
Besonders auffällig: Die sogenannten „Ampel-Knöpfe“ – rote, gelbe und grüne Buttons oben links in jedem Fenster. Sie erlauben das Schließen, Minimieren oder Maximieren von Apps, genau wie auf dem Mac. Bis zu zwölf gleichzeitige Fenster sind in einer Ansicht möglich, eine enorme Steigerung gegenüber früheren Limitierungen. Eine neue, app-spezifische Menüleiste erscheint per Wischbewegung vom oberen Bildschirmrand und ersetzt die zuvor versteckten Befehle.
Rückkehr der Klassiker: Apple hört zu
Doch der Weg war nicht ohne Hindernisse. Frühe Versionen von iPadOS 26 strichen Split View und Slide Over – ein Schock für viele Power-User. Apple reagierte: Mit dem Update auf iPadOS 26.2 kehrte eine modernisierte Version von Slide Over zurück. Ein Fenster schwebt nun über dem Arbeitsbereich, behält aber die schnelle Zugriffsfunktion des Originals.
Die aktuelle iPadOS 26.5 Beta, deren dritte Version am 20. April an Entwickler ging, bringt weitere Werkzeuge. Die neue „Hidden Windows“-Funktion verwaltet mehrere geöffnete Seiten derselben App. Ein Tippen auf das App-Symbol öffnet ein Pop-up, das durch versteckte Fenster scrollen und kürzlich geschlossene wiederherstellen lässt. Auch das systemweite Fenster-Tiling wurde verbessert – das Anordnen von Fenstern nebeneinander funktioniert nun flüssiger als beim Start im Herbst.
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M5-Power und externes Arbeiten
Die Reife des Fenstersystems fällt mit dem Rollout der M5 iPad Pro-Modelle und aktualisierter iPad Airs zusammen. Zwar läuft iPadOS 26 auf Geräten bis zurück zum iPad der 8. Generation und iPad mini der 5. Generation – doch die „Apple Intelligence“-Funktionen und erweitertes Energiemanagement bleiben den M1- und neueren iPads sowie dem A17 Pro-iPad mini vorbehalten.
Besonders beeindruckend: Die Unterstützung externer Displays. iPadOS 26 erlaubt nun die unabhängige Fensterplatzierung über mehrere Bildschirme hinweg. Jeder Monitor behält sein Layout, selbst wenn der Nutzer den Fokus wechselt. Für Profis, die große Arbeitsbereiche benötigen, schrumpft die Lücke zum Mac. Hinzu kommen Live Activities für Hintergrundaufgaben – Dateitransfers und Exporte zeigen nun Fortschrittsanzeigen, ohne dass der Nutzer die App im Auge behalten muss.
Die große Frage: iPad oder Mac?
iPadOS 26 ist Apples bislang ambitioniertester Versuch, das iPad als primären Computer zu etablieren – ohne es mit macOS zu verschmelzen. Die „Liquid Glass“-Designsprache und das traditionelle Zeigermodell setzen auf Desktop-Vertrautheit. Doch die Entscheidung, den Fenstermodus als optionalen Schalter in den Einstellungen zu belassen, zeigt Vorsicht gegenüber der traditionellen Touch-Bedienung.
Die Umstellung verlief nicht reibungslos. In Foren beklagten sich Nutzer über das abrupte Verschwinden von Split View, und frühe Builds des Fenstersystems hatten mit inkonsistentem Docking-Verhalten zu kämpfen. Dennoch: Das aktuelle iPadOS 26 ist leistungsfähiger, flexibler und berechenbarer als jeder Vorgänger. Es hat sich von einem vorsichtigen Design hin zu einem System entwickelt, das Power-User belohnt, ohne Gelegenheitsnutzer zu überfordern.
Ausblick: Was bringt die WWDC?
Mit die Keynote am 8. Juni richtet sich der Blick auf iPadOS 27. Die Einladungen vom 18. Mai deuten auf eine Fortsetzung des aktuellen Design-Trends hin. Gerüchten zufolge soll endlich eine intelligentere Siri kommen, die ursprünglich 2024 angekündigt wurde, aber erhebliche Verzögerungen erlitt. Die neue Siri könnte „Onscreen Awareness“ und tiefere Integration zwischen Apps bieten – und das Fenstersystem nutzen, um Inhalte autonom zwischen mehreren Fenstern zu verschieben.
Zudem halten sich Spekulationen über die Unterstützung eines „iPhone Fold“ im nächsten Software-Zyklus, das iPad-ähnliche Multitasking-Funktionen in ein kompakteres Format bringen könnte. Für aktuelle iPad-Nutzer steht zunächst die öffentliche Version von iPadOS 26.5 an, die in den kommenden Wochen aus der Beta-Phase entlassen werden soll. Apple hat zudem 36 Finalisten für die Apple Design Awards nominiert – eine Auszeichnung für Entwickler, die die neuen Multitasking- und Kreativwerkzeuge am besten genutzt haben.

