Apple Legacy Contact: So sichern Sie Ihr digitales Erbe

Mit dem Apple-Feature können Nutzer vertrauten Personen Zugriff auf iCloud-Daten nach dem Tod gewähren. Die Einrichtung ist einfach und schützt wichtige Erinnerungen für Angehörige.

Mit dem Legacy Contact bestimmen iPhone-Nutzer, wer nach ihrem Tod auf ihre Daten zugreifen darf. Das Feature von Apple schließt eine entscheidende Lücke in der modernen Nachlassplanung. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie Ihren digitalen Nachlass für Angehörige regeln.

In unserer digitalen Welt hinterlassen wir unzählige Spuren: Fotos, Dokumente, Nachrichten. Doch was passiert mit diesem digitalen Ich, wenn wir sterben? Apple bietet mit Legacy Contact eine sichere Lösung. Das Tool erlaubt es, vertrauten Personen den Zugriff auf den eigenen Apple-Account und iCloud-Daten zu ermöglichen – ein wichtiger Schritt für jeden, der sein digitales Erbe aktiv gestalten will.

Die Einrichtung ist bewusst einfach gehalten. Nutzer können bis zu fünf Legacy Contacts benennen, die im Todesfall Zugriff erhalten. Diese Personen benötigen nicht einmal ein Apple-Gerät. Mit einem speziellen Zugangsschlüssel und einer Sterbeurkunde können sie dann wichtige Daten wie Fotos, Notizen oder Gesundheitsinformationen sichern.

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Was ein Legacy Contact darf – und was nicht

Ein Legacy Contact erhält nach einer Verifizierung durch Apple Zugriff auf einen Großteil der mit der Apple-ID verknüpften Daten. Dazu zählen Fotos, Mails, Kontakte, Kalender, iCloud-Nachrichten, Anrufprotokolle und Dateien in der iCloud Drive. Auch Gesundheitsdaten und Sprachmemos sind inkludiert.

Doch es gibt klare Grenzen: Aus Sicherheits- und rechtlichen Gründen ausgeschlossen sind lizenzierte Medien-Käufe wie Filme oder Musik, In-App-Käufe sowie die sensiblen Daten in der Keychain. Dort liegen Passwörter und Zahlungsinformationen, die auch nach dem Tod geschützt bleiben.

Der Prozess startet für den Hinterbliebenen mit zwei Dokumenten: dem persönlichen Zugangsschlüssel, den der Nutzer zu Lebzeiten erstellt hat, und einer beglaubigten Sterbeurkunde. Nach Prüfung gewährt Apple für maximal drei Jahre Zugriff, bevor der Account endgültig gelöscht wird.


Schritt-für-Schritt: So richten Sie Ihren Legacy Contact ein

Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten direkt im iPhone. Voraussetzung ist iOS 15.2 oder neuer sowie eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Apple-ID.

So gehen Sie vor:
1. Öffnen Sie die Einstellungen und tippen oben auf Ihren Namen.
2. Wählen Sie „Anmelden & Sicherheit“.
3. Scrollen Sie zu „Legacy Contact“ und tippen auf „Legacy Contact hinzufügen“.
4. Wählen Sie eine Vertrauensperson aus Ihren Kontakten aus.
5. Teilen Sie den generierten Zugangsschlüssel. Per iMessage wird er automatisch in den Einstellungen des Empfängers gespeichert. Alternativ können Sie ihn ausdrucken.

Experten raten, einen ausgedruckten Schlüssel mit den wichtigen Dokumenten zur Nachlassplanung aufzubewahren. So geht er nicht verloren. Die Benennung kann jederzeit in den Einstellungen rückgängig gemacht oder angepasst werden.


Digitale Vorsorge: Warum sie unverzichtbar ist

Unser digitales Leben umfasst heute einen großen Teil unserer Erinnerungen und Verwaltung. Traditionelle Testamente erfassen diese digitalen Assets oft nicht. Ohne klare Regelung riskieren Angehörige, Fotos oder wichtige Dokumente für immer zu verlieren – oder sich durch einen bürokratischen Dschungel kämpfen zu müssen.

Der Legacy Contact schafft hier eine legale und klare Handlungsgrundlage. Er entlastet die Familie in einer emotionalen Zeit und stellt sicher, dass der eigene digitale Fußabdruck nach den eigenen Vorstellungen behandelt wird. Apple setzt mit der doppelten Absicherung aus Schlüssel und amtlichem Dokument einen hohen Sicherheitsstandard, der Missbrauch verhindern soll.

Unternehmen wie Google und Meta bieten ähnliche Funktionen an. Doch die nahtlose Integration in das Apple-Ökosystem macht das Feature für Millionen iPhone-Nutzer besonders relevant. Es sollte fester Bestandteil jeder digitalen Vorsorge sein.


Die Zukunft der digitale Hinterlassenschaft

Tools wie der Legacy Contact setzen einen neuen Standard, doch das Feld entwickelt sich rasant. In Zukunft könnten Nutzer noch detailliertere Zugriffsrechte vergeben – etwa festlegen, welche Kontakte welche Datenarten einsehen dürfen.

Die digitale Nachlassplanung wird voraussichtlich zum Standard in rechtlicher und finanzieller Beratung. Nutzer sollten Updates zum Feature in neuen iOS-Versionen im Blick behalten und ihre benannten Kontakte regelmäßig überprüfen. Lebensumstände ändern sich schließlich.

Die wenigen Minuten, die die Einrichtung kostet, sind eine wertvolle Investition in die Zukunft. Sie bewahren Erinnerungen und ersparen den Hinterbliebenen zusätzlichen Stress – für mehr Klarheit und Sicherheit im digitalen Zeitalter.

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