Der Technologiekonzern Apple hat Engpässe in der Lieferkette aufgrund einer weltweiten Knappheit an DRAM-Speicherbausteinen bestätigt. Wie Finanzvorstand Parekh am Dienstag mitteilte, rechne das Unternehmen mit einer deutlichen Verschärfung der Situation im vierten Quartal. Die Lieferverzögerungen betreffen demnach die gesamte Kernpalette der Hardware, einschließlich des iPhones, des Macs sowie des iPads.
Umsatzprognose bleibt hinter Markterwartungen zurück
Infolge der angespannten Versorgungslage hat Apple seine Prognose für das Umsatzwachstum im vierten Quartal angepasst. Das Unternehmen erwartet nun ein Plus zwischen 9 und 11 Prozent. Branchenanalysten waren im Vorfeld von einem stärkeren Wachstum ausgegangen und hatten einen Anstieg von 12,1 Prozent prognostiziert.
Hinsichtlich der Lagerbestände gibt es innerhalb der Branche unterschiedliche Einschätzungen. Während Berichte über einen Lagerbestand an Wafern beim Fertigungspartner TSMC im Wert von rund 1 Milliarde US-Dollar kursieren, widersprach der Analyst Ming-Chi Kuo dieser Darstellung. Laut Kuo bedeuten die aktuellen Lieferkürzungen keinen Rückstau in der Produktion, da Apple seine Fertigung üblicherweise drei Monate im Voraus plane. Dennoch warten derzeit A20 Pro Wafer im Wert von etwa 1 Milliarde US-Dollar bei TSMC auf die Bestückung mit DRAM-Modulen. Die Nutzung des spezialisierten WMCM-Prozesses erfordere dabei spezifischen LPDDR5X-Speicher.
Reduzierte Liefermengen für kommende Gerätegenerationen
Für das Jahr 2026 zeichnet sich eine deutliche Skalierung der Hardware-Auslieferungen ab. Apple plane für die kommende iPhone 18-Serie mit einem Volumen von 200 Millionen Einheiten. Im Vergleich dazu lag die Planung für die iPhone 17-Serie im Jahr 2025 noch bei 245 Millionen Einheiten. Die Knappheit könnte insbesondere die Verfügbarkeit des iPhone 18 Pro und Pro Max sowie eines möglichen faltbaren Modells, des iPhone Ultra, einschränken.
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Um den Bedarf zu decken, setzt Apple weiterhin auf die etablierten Zulieferer Micron, SK Hynix und Samsung. Bemühungen, den chinesischen Hersteller CXMT als DRAM-Lieferanten für den dortigen Markt zu gewinnen, gestalteten sich zuletzt schwierig. Zwar habe Apple Tests mit CXMT-Komponenten durchgeführt, doch regulatorische Vorgaben der US-Regierung blockieren derzeit den Einsatz kundenspezifischer Chips dieses Herstellers. Zudem habe CXMT Preissenkungen abgelehnt. Andere Marktteilnehmer wie HP, Asus und Acer nutzen CXMT-Produkte hingegen bereits in begrenztem Umfang außerhalb der USA.
Marktumfeld und Preissteigerungen
Die angespannte Komponentensituation spiegelt sich bereits in der Preisgestaltung wider. Bereits im Juni hatte Apple die Preise für mehrere Produktlinien angehoben. So stieg der Preis für das MacBook Air von 1.099 US-Dollar auf 1.299 US-Dollar, während das MacBook Pro von 1.699 US-Dollar auf 1.999 US-Dollar verteuert wurde. Auch bei den Tablets gab es Anpassungen: Das Standard-iPad verteuerte sich von 349 US-Dollar auf 449 US-Dollar, das iPad Pro rückte von 999 US-Dollar auf 1.199 US-Dollar auf.
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Diese Entwicklungen finden in einem insgesamt rückläufigen Marktumfeld statt. Marktforscher von IDC beziffern den Rückgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen für das Jahr 2026 auf minus 13,9 Prozent, was einem Volumen von 1,09 Milliarden Einheiten entspricht. Der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) in diesem Segment liegt laut IDC bei 550 US-Dollar.

