Washingtons Ermittler konnten ein iPhone nicht knacken – dank Apples strengstem Sicherheitsmodus. Der Fall einer Journalistin zeigt, wie effektiv die „extreme“ Schutzfunktion selbst gegen forensische Spezialtools ist.
Das FBI musste im Januar 2026 vor einem gesicherten iPhone kapitulieren. Die Bundespolizei hatte das Gerät der „Washington Post“-Reporterin Hannah Natanson im Zuge einer Ermittlung zu mutmaßlichen Geheimnisverrat beschlagnahmt. Doch das spezialisierte Computer Analysis Response Team (CART) des FBI gab auf: „Weil sich das iPhone im Lockdown Mode befand, konnte CART die Daten des Geräts nicht extrahieren“, heißt es in einer Gerichtsakte. Dieser praktische Test unterstreicht die Wirksamkeit der Funktion für besonders gefährdete Nutzer.
Was ist der Lockdown Mode und für wen ist er gedacht?
Apple führte den Lockdown Mode 2022 als „optionalen, extremen“ Sicherheitslevel ein. Er richtet sich nicht an Durchschnittsnutzer, sondern explizit an Personen, die aufgrund ihrer Arbeit oder ihres Profils Ziel hochsophistizierter Cyberangriffe werden könnten – etwa durch staatlich geförderte Spionage-Software. Dazu zählen Journalisten, Aktivisten, Politiker und andere exponierte Persönlichkeiten.
Aktiviert man den Modus, reduziert er die Angriffsfläche des iPhones drastisch, indem er zahlreiche Funktionen stark einschränkt oder deaktiviert. Apple warnt: Das Gerät funktioniert dann nicht mehr wie gewohnt. Die Funktion ist auf Geräten mit iOS 16, iPadOS 16, macOS Ventura und neuer verfügbar.
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So schottet der Modus Ihr Gerät ab
Die Aktivierung zieht strenge Restriktionen nach sich, die gängige Einfallstore für Spyware blockieren sollen:
- Nachrichten: Die meisten Nachrichtenanhänge werden blockiert. Kritische Funktionen wie Link-Vorschauen sind deaktiviert.
- Web-Browsing: Bestimmte komplexe Web-Technologien werden geblockt, was Seiten langsamer laden lassen kann. Vertrauenswürdige Seiten lassen sich ausnehmen.
- Apple-Dienste: Eingehende Einladungen und Anrufe (z.B. FaceTime) werden blockiert, wenn der Absender nicht zuvor kontaktiert wurde. Gemeinsame Fotoalben werden entfernt.
- Geräte-Verbindungen: Kabelverbindungen zu Computern sind gesperrt, solange das iPhone locked ist. So wird physischer Datenabzug verhindert.
- Konfigurations-Profile: Die Installation neuer Profile, die für die Installation schädlicher Software genutzt werden könnten, ist blockiert.
Aktuelle Bedrohungslage unterstreicht Relevanz
Die Diskussion ist hochaktuell. Apple hat kürzlich ein Patch für eine Zero-Day-Schwachstelle (CVE-2026-20700) ausgespielt, die Angreifern die Ausführung von Code ermöglicht hätte. Sicherheitsforscher raten Risikopersonen seither, den Lockdown Mode als zusätzliche Verteidigungsschicht in Betracht zu ziehen. Auch deutsche Behörden wie das BSI mahnen regelmäßig, Apple-Geräte stets aktuell zu halten.
So aktivieren Sie den Lockdown Mode
Die Aktivierung ist einfach, muss aber für jedes Gerät einzeln vorgenommen werden. Auf dem iPhone navigiert man zu Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Lockdown Mode. Nach Bestätigung startet das Gerät neu. Ein Banner in Safari mit dem Hinweis „Lockdown aktiviert“ bestätigt den Betrieb.
Der Modus macht das Gerät im Alltag weniger komfortabel. Doch der FBI-Vorfall beweist seine Schlagkraft. Für die kleine Gruppe hochgefährdeter Nutzer bleibt er eines der robustesten Sicherheitsschilder auf einem Consumer-Gerät.




