Apple lotet Chip-Produktion bei Intel und Samsung aus

Apple verhandelt mit Intel und Samsung über Chip-Produktion, um die Abhängigkeit von TSMC zu reduzieren und Lieferrisiken zu minimieren.

Apple steht vor einem möglichen Strategiewechsel in der Chip-Produktion. Wie aus Branchenkreisen zu erfahren ist, hat der Technologieriese erste Gespräche mit Intel geführt und Standorte bei Samsung in Texas besichtigt. Bislang verlässt sich Apple bei seinen Hochleistungsprozessoren fast ausschließlich auf den taiwanesischen Hersteller TSMC. Doch die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten wird zunehmend zum Risiko.

Der Druck auf Apple wächst. TSMCs Produktionslinien für 3-Nanometer-Chips sind durch den KI-Boom und die gestiegene Nachfrage nach leistungsstarken Macs massiv ausgelastet. Die Folge: Lieferverzögerungen für High-End-Modelle wie den Mac mini und das Mac Studio, die bereits im Frühjahr zu spüren waren.

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Engpässe und geopolitische Risiken treiben die Suche an

Hinzu kommen geopolitische Bedenken. Mehr als 60 Prozent der TSMC-Produktion findet in Taiwan statt – eine gefährliche Konzentration, wie Apple-Führungskräfte intern schon länger kritisieren. Bereits 2022 warnte CEO Tim Cook vor den Risiken einer solch zentralisierten Lieferkette. Ein Mangel an Fertigungsflexibilität, so Cook damals, könne die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens auf Marktschwankungen erheblich beeinträchtigen.

Apple prüft nun offenbar die Zusammenarbeit mit sogenannten „Foundry 2.0″-Partnern. Vertreter des Konzerns besuchten kürzlich Samsungs hochmoderne Fabrik in Taylor, Texas, die als Zentrum für die nächste 2-Nanometer-Chip-Generation aufgebaut wird. Parallel dazu laufen frühe Gespräche mit Intel, dessen heimische Fertigungsaussichten durch eine zehnprozentige Beteiligung der US-Regierung gestärkt wurden.

Interne Neuaufstellung der Hardware-Abteilung

Die Suche nach neuen Partnern fällt mit einer Umstrukturierung bei Apple zusammen. Chief Hardware Officer Johny Srouji führt seit Mai 2026 die vereinten Hardware-Divisionen, während Sri Santhanam die Chip-Entwicklung verantwortet.

Ziel der Neuordnung: die Anpassung von Apples Eigenentwicklungen an verschiedene Fertigungsumgebungen zu vereinfachen. Ein Wechsel weg von TSMCs spezifischen Designregeln ist technisch anspruchsvoll. Experten warnen, dass Abweichungen die Leistung und Energieeffizienz künftiger M-Series- und A-Series-Chips beeinträchtigen könnten.

Trotz dieser Hürden bleibt die strategische Diversifizierung für Apples Einkaufsteams Priorität. Erste Tests laufen mit Intels 18A-P-Prozessknoten. Branchenbeobachter spekulieren, dass dieser Knoten bereits 2027 für M-Series-Chips und 2028 für iPhone-Prozessoren zum Einsatz kommen könnte – vorausgesetzt, Intel erfüllt Apples strenge Qualitäts- und Ausbeuteanforderungen.

Marktdruck und Wettbewerb verschärfen die Lage

Die Diskussionen um die Lieferkette fallen in eine Phase intensiver Produktzyklen. Anfang Mai 2026 erreichte das M5 MacBook Air 13-Zoll bei großen Händlern einen neuen Tiefstpreis von rund 950 Euro. Auch das M4 iPad Air und das M5 Max MacBook Pro wurden preislich angepasst – ein Zeichen für Bestandsmanagement unter den gemeldeten Lieferengpässen.

Während Apple seine Chip-Probleme löst, zieht die Konkurrenz davon. AMD brachte am 4. Mai mit dem Ryzen AI 5 435G einen neuen Sechskern-Prozessor für KI-fähige Budget-PCs in Stellung. GlobalFoundries kündigte ebenfalls am 4. Mai eine optische Modullösung für KI-Rechenzentren an – genau jener Sektor, der Apple bei TSMC die begehrten Fertigungskapazitäten streitig macht.

Ein Umzug zu US-Fertigung über Intel oder Samsung würde Branchentrends folgen. TSMC selbst baut derzeit in Arizona aus und will bis Ende 2026 rund 100 Millionen Chips auf US-Boden produzieren. Doch selbst mit TSMCs Expansion scheint Apple entschlossen, durch die Ansprache ehemaliger Konkurrenten zusätzliche Sicherheit zu gewinnen.

Ausblick: Der Weg zur Diversifizierung wird lang

Eine vollständige Abkehr von TSMC ist kurzfristig nicht zu erwarten. Für den Rest des 2026 wird Apple für seine 3-Nanometer- und kommenden 2-Nanometer-Designs stark von TSMC abhängig bleiben. Der Konzern hat Berichten zufolge rund 50 Prozent der anfänglichen 2-Nanometer-Kapazität von TSMC reserviert, um seinen technologischen Vorsprung bei Smartphones und Laptops zu sichern.

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Doch die Gespräche mit Intel und Samsung sind ein klares Signal: Die Ära der exklusiven Partnerschaft mit einem einzigen Hersteller neigt sich dem Ende zu. Je mehr KI-Funktionen Apple-Hardware integriert, desto größer wird der Bedarf an modernster Chip-Technologie. Ob Apple seine Designs ohne Effizienzeinbußen auf Intel oder Samsung übertragen kann, wird entscheidend für seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit sein.

Die Branche blickt gespannt nach Taylor, Texas, und in Intels heimische Fabriken – auf der Suche nach den ersten Anzeichen eines „Apple Silicon“-Chips außerhalb des TSMC-Ökosystems.